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Wie schreibt man eine Buchkritik? - Anregungen

Die Bestsellerlisten geben nicht unbedingt Auskunft über die literarische Qualität von Büchern. Wer sich abseits des sogenannten Mainstreams mit Büchern auseinandersetzt und Buchkritiken schreibt, sollte daher einige Grundregeln für die Bewertung literarischer Qualität kennen.

Eine Buchkritik sollte sachlich bleiben.
Eine Buchkritik sollte sachlich bleiben. © Wilhelmine Wulff / Pixelio

Buchkritiken können verkaufsfördernd oder vernichtend sein. Wer sich als Kritiker betätigt und regelmäßig Kritiken schreibt, sollte daher auch seine Verantwortung dem Autor und dem Buch gegenüber kennen.

Eine Buchkritik nachvollziehbar formulieren

  • Wenn Sie eine Buchkritik schreiben, dann dürfen Sie sich vor allem nicht ausschließlich von Ihrem persönlichen Geschmack leiten lassen. Dass Ihnen zum Beispiel ein kompliziert gewobener Krimi mit vielen Handlungssträngen nicht gefällt, sollte nicht daran liegen, dass Sie ansonsten nur Fantasy-Romane lesen.
  • Als Buchkritiker sollten Sie sich zunächst die Frage stellen, was der Autor überhaupt erreichen oder erzählen wollte. Wenn der Autor nicht den großen Deutschlandroman des 21. Jahrhunderts schreiben wollte, dann können Sie ihm das schließlich auch nicht vorwerfen.
  • Fragen Sie sich dann, ob der Autor das, was er erreichen wollte, auch erreicht hat. Dazu müssen Sie genauer untersuchen, mit welchen Mitteln der Autor gearbeitet hat.
  • Dann können Sie in Ihrer Buchkritik schließlich dazu Stellung nehmen, ob die gewählten Mittel - wie zum Beispiel eine bestimmte Erzählperspektive - tauglich dafür waren, das Ziel zu erreichen bzw. ob der Autor sie auch konsequent eingesetzt hat.

Wer schreibt, der bleibt

  • Als Buchkritiker sollten Sie vor allem Respekt vor der Arbeit eines Autors haben. Ihre Kritik sollte sachlich und am Text orientiert sein.
  • Damit der Leser Ihrer Kritik weiß, worum es darin geht, sollten Sie das Buch kurz zusammenfassen, bevor Sie es bewerten. Den Anfang der Buchkritik könnten Sie also folgendermaßen formulieren: "Der Roman XY erzählt die Geschichte von ... ."
  • Ihre Kritik kann sich dann sowohl auf die Sprache des Autors als auch auf den dramaturgischen Aufbau beziehen. Werden zum Beispiel die Handlungsstränge am Ende aufgelöst?
  • Beschließen sollen Sie Ihre Kritik mit einer Aussage dazu, ob der Autor erreicht hat, was er offenbar erreichen wollte.

Wer eine Buchkritik schreibt, sollte nicht seinen persönlichen Geschmack zum Maßstab seines Urteils machen. Kritik zu üben will ebenso gelernt sein wie Romane zu schreiben. 

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