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Wie schreibt man eine Biographie?

Das theoretische Wissen darüber, wie man eine Biographie schreibt, kann man sich aneignen. Wichtig ist, sich darüber im Klaren zu sein, dass diese Arbeit in verschiedener Hinsicht eine Herausforderung ist. Neben sprachlichem Können und Wissen über das Gestalten eines literarischen Textes, ist die genaue und oft zeitaufwendige Recherche von Fakten und Daten ein wesentlicher Bestandteil eines solchen Projektes.

Das Manuskript wächst langsam aber stetig.
Das Manuskript wächst langsam aber stetig.

Wie schreibt man eine Lebensgeschichte? Vorbereitende Überlegungen

Indem man eine Biographie schreibt, begibt man sich auf die Spurensuche im Leben eines anderen, vielleicht anfangs noch fremden  Menschen. Wird Ihr "Atem reichen", um diese anspruchsvolle Arbeit vollenden zu können? Es ist hilfreich, sich zunächst einige Gedanken über Motivation und Zielerreichung zu machen. Machen Sie sich Notizen zu Ihren Antworten.

  • Wie Sind Sie auf die Idee gekommen, eine Biographie zu verfassen?
  • Welche fünf wichtigen Gründe gibt es, über die von Ihnen ausgewählte Person zu schreiben?
  • Ist das Leben dieses Menschen allgemein von öffentlichem Interesse oder aber aufgrund seiner speziellen Erfahrungen für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe besonders anziehend? Wenn ja, haben Sie Erkundigungen darüber eingezogen oder ist dies bislang eine Vermutung?
  • Werden Sie Zugang zu umfangreichem Recherchematerial haben können und wäre eine noch lebende Person mit ausführlichen Interviews einverstanden?
  • Besteht die Möglichkeit, sich in Fachkreisen Rat zu holen oder mit Weggefährten der betreffenden Persönlichkeit Kontakt aufzunehmen?
  • Lesen Sie selbst gerne Biographien? Wenn ja, was begeistert Sie daran?
  • Was wissen Sie über Persönlichkeitsrechte?

Eine Biographie verfassen: Aspekte der inhaltlichen Gestaltung

Natürlich ist die Fähigkeit, einen Text auch sprachlich einwandfrei gestalten zu können, Voraussetzung, wenn man eine Biographie schreibt. Nur so wird sie letztlich mit Erfolg veröffentlicht werden können. Trotzdem geht es hier nicht vordergründig um Schreibtechniken. Vielmehr steht eine spannende, anschauliche und für den Leser nacherlebbare Schilderung im Vordergrund der Arbeit.

  • Wählen Sie aus der Fülle Ihres Material aus, was wirklich erzählenswert ist, d. h, die Ereignisse, die einen Entwicklungsschritt im Leben des Helden oder der Heldin Ihrer Biographie darstellen und die sich mit einem deutlichen Spannungsbogen ausstatten lassen.
  • Nehmen Sie sich eines dieser Erlebnisse vor und halten Sie es in Form einer in sich geschlossenen 2-3 Seiten langen Geschichte schriftlich fest. Legen Sie es zur Seite und lesen es nach ein paar Tagen. Prüfen Sie, wie interessant es mit Abstand auf Sie wirkt. Geben Sie es außerdem Bekannten und Freunden zu lesen. Bekommen sie Lust auf mehr Informationen über diese Person?
  • Falls es sich um eine Person von öffentlichem Interesse handelt, ist es sinnvoll, in Ihrer dramaturgischen Planung Begegnungen mit anderen Prominenten auf ein notwendiges Maß zu beschränken. Gehäuft bergen sie die Gefahr, den Leser zu langweilen und von der eigentlichen Hauptperson wegzuführen.
  • Scheuen Sie sich nicht, auch weniger glanzvolle Eigenschaften oder Erlebnisse angemessen darzustellen. Bedenken Sie, dass häufig gerade das, was die unangenehmen oder ungeliebten Aspekte eines Lebens beschreibt, dem Leser Möglichkeiten zur Identifikation bieten kann. 
  • Dichten Sie nichts hinzu, was Ihnen nicht nachweislich bekannt ist. Versuchen Sie nicht, Lücken in der Biografie spekulativ zu füllen. Das schließt nicht aus, Vermutungen oder Ideen - auch Dritter - darzustellen und als solche deutlich zu kennzeichnen.
  • Finden Sie den inneren Zusammenhang der von Ihnen ausgewählten Lebensstationen. Nehmen Sie nichts in Ihre Manuskriptplanung auf, in dem dieser rote Faden nicht erkennbar ist. Zu viele verschiedene "Baustellen" verwirren den Leser. Ein begrenztes, gut recherchiertes und stimmiges Material ist wertvoller als eine Vielzahl an Einzelerlebnissen.
  • Probieren Sie aus, die strikte chronologische Abfolge der Ereignisse zu durchbrechen, indem Sie Vor- und Rückgriffe auf Ereignisse mischen. Dadurch können Sie gut herausarbeiten, welche früheren Situationen späteres Verhalten beeinflusst haben.

Ihre Arbeit wird Sie vermutlich mit jedem Satz mehr gefangen nehmen. Diese Vereinnahmung durch den wachsenden Text ist eine wunderbare Voraussetzung für eine anhaltende Motivation. Bedenken Sie jedoch, dass es gerade durch die große Nähe wichtig ist, immer wieder in die "Vogelperspektive" zu wechseln, um sich einen objektiven Blick bewahren zu können.

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