- 11.05.2010 Sergey Trinkaus
- Eine Idee
Da besonders am Anfang eines jeden Unterfangens die Gedanken wirr umherschwirren, ist es wichtig sich zunächst eine klare Ordnung zu schaffen, wie der Businessplan aufgebaut werden soll. Sinnvoll ist dabei eine Einteilung des Businessplans in die folgenden Kapitel: „Executive Summary“, „Produkt/Dienstleistung“, „Unternehmerteam“, „Markt/Wettbewerb“, “Marketing/Vertrieb“, „Organisation“, „Realisierung“, „Chancen/Risiken“ und „Finanzierung“. Die folgenden Fragen zu den einzelnen Kapiteln werden Ihnen helfen, schnell eine Übersicht zu bekommen und werden Ihnen zeigen, was jeweils beachtet werden muss.
Businessplan klar strukturieren
- Der „Executive Summary“ soll dem Adressaten Ihres Businessplans schnell einen Überblick über Ihre Idee geben. Bei vielen Finanzgebern ist er bereits ein Kriterium, ob es sich lohnt in Ihre Idee zu investieren. Der „Executive Summary“ sollte dabei nicht länger als eine Seite sein und die wichtigsten Eigenschaften Ihrer Unternehmung hervorheben. Es ist daher sinnvoll diesen Teil erst zu schreiben, wenn die späteren Kapitel bereits ausformuliert wurden. Umreißen Sie kurz, was Ihre Idee genau ist, wer die Zielkunden sind und wie groß Sie den Markt und Ihren Finanzbedarf einschätzen.
- In dem Kapitel "Produkt/Dienstleistung“ beschreiben Sie Ihre Idee im Detail. Wer sind Ihre Endkunden? Welche Kundenbedürfnisse können Sie erfüllen und welchen Nutzen hat Ihre Idee? Welche Vorteile hat Ihr Produkt gegenüber Konkurrenten? Sollten rechtliche Angelegenheiten (Patente, TÜV) für Ihr Anliegen relevant sein, gehört auch dies in dieses Kapitel.
- Natürlich muss der Leser des Businessplans auch wissen, wer der eigentliche Unternehmer ist, denn für Kapitalgeber ist meistens das Team oder der einzelne Unternehmer das wichtigste Kriterium. Machen Sie daher deutlich, was Sie auszeichnet, welche Ausbildung und Arbeitserfahrungen Sie haben. Falls Sie im Team arbeiten, heben Sie hervor, welche Eigenschaften von den einzelnen Mitgliedern beigetragen werden können und was Sie als Team besonders macht. Dies gehört in das Kapitel „Unternehmerteam“.
- In dem Teil „Markt/Wettbewerb“ gliedern Sie Ihr Unternehmen in die Außenwelt ein. Schätzen Sie in Ihrem Businessplan ab, wie groß der Markt ist und in welche Richtung sich die Branche entwickelt. Teilen Sie den Markt in die einzelnen Segmente auf und definieren Sie den Anteil Ihrer Zielgruppe. Natürlich werden Ihre Wettbewerber nicht tatenlos zusehen. Versuchen Sie daher deren Aktionen vorherzusagen und legen Sie dar, welchen Wettbewerbsvorteil Sie genießen.
- Direkt daran angeschlossen zeigen Sie im Kapitel „Marketing/Vertrieb“, wie Sie Marktanteile gewinnen oder den bereits gewonnenen Marktanteil verteidigen wollen. Erklären Sie, welchen Endpreis sie für Ihr Produkt schätzen und wie sich dieser zusammensetzt. Versuchen Sie in Ihrem Businessplan eine Angabe zu machen, wie hoch der Finanzbedarf für Marketing und Vertrieb sein wird.
- Marketing und Vertrieb sind Teil Ihrer gesamten Organisation. Erklären Sie in dem Teil „Organisation“, wie die einzelnen Unternehmensteile sich abgrenzen und zusammenhängen. Zeigen Sie auf, welche Person oder welche Abteilung für was verantwortlich ist. Welche Aktivitäten wollen Sie selber ausführen oder welche werden von anderen für Sie erledigt? In den meisten Fällen werden Sie mit Zulieferern zusammenarbeiten müssen. Erklären Sie daher im Businessplan, wer Ihre Partner sind und wie Sie mit diesen zusammenarbeiten.
- Ein wichtiger Teil, auch für Sie selbst, ist der „Realisierungsfahrplan“. Hier erläutern Sie, wie Sie von der Idee zu einem erfolgreichen Unternehmer werden wollen. Zeigen Sie auf, welche Meilensteine erreicht werden müssen und wo Sie Engpässe sehen. Erklären Sie in Ihrem Businessplan, wie viel Kapital Sie zum Erreichen der einzelnen Meilensteine benötigen und wie Sie planen, langfristig weiter zu wachsen.
- Versuchen Sie (auch für sich selbst) Ihre Chancen, aber auch Ihre Risiken realistisch einzuschätzen. Eine gute Methode dafür kann die „SWOT-Analyse“ sein: Machen Sie einen Plan über Ihre Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren (Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats). Zeigen Sie daraufhin im Businessplan, wie Sie Ihre Chancen nutzen und den Risiken begegnen.
- Im letzten Kapitel des Businessplans sind Ihre Rechenkünste gefragt. Wie wird sich Ihr Umsatz entwickeln und wie viel Kapital werden Sie benötigen? Was sind Ihre Geldquellen und wie wollen Sie aus Ihrem Produkt Profit schlagen?
- Im Laufe der Erstellung eines Businessplans kann es durchaus passieren, dass Sie feststellen, dass Ihre Idee doch nicht den Erwartungen entspricht, die Sie anfangs hatten. Sollte Ihre Idee jedoch allen Punkten standgehalten haben, wird Ihr Plan nun ein umfassendes Bild Ihres Vorhabens geben. Viel Erfolg!