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"Wie schreibe ich eine Abmahnung?" - Das ist zu berücksichtigen

Über die Erfüllung arbeitsvertraglicher Pflichten kommt es oft zum Streit. Wenn Sie wegen des Fehlverhaltens eines Mitarbeiters eine Abmahnung schreiben wollen, dann sollten Sie genau darauf achten, wie Sie den Inhalt formulieren.

Eine Abmahnung sollte rechtssicher formuliert sein.
Eine Abmahnung sollte rechtssicher formuliert sein.

Fällt ein Arbeitsverhältnis unter das Kündigungsschutzgesetz (KSchG), kann eine Kündigung u. a. aus verhaltensbedingten Gründen sozial gerechtfertigt sein. Bei einer verhaltensbedingten Kündigung ist jedoch grundsätzlich eine vorherige Abmahnung erforderlich. Denn der Arbeitnehmer muss zumindest eine Chance bekommen, sein Fehlverhalten einzusehen und sein Verhalten entsprechend zu ändern.

Wie eine Abmahnung formuliert sein sollte

  • Wenn Sie einen Mitarbeiter wegen eines Fehlverhaltens abnahmen wollen, dann sollten Sie bei der Formulierung der Abmahnung drei Punkte im Auge haben.
  • Das Fehlverhalten sollten Sie konkret beschreiben und mit Datum und Uhrzeit versehen können, allgemeine Hinweise wie "ständiges Zuspätkommen" oder "Unzuverlässigkeit" sind nicht ausreichend. 
  • Sie müssen das Fehlverhalten Ihres Mitarbeiters als Pflichtverletzung im Hinblick auf den Arbeitsvertrag rügen und ihn auffordern, sich in Zukunft anders zu verhalten.
  • Da die Abmahnung auch eine Warnfunktion erfüllt, müssen Sie dem Arbeitnehmer gegenüber klar machen, dass er - ändert er sein Verhalten nicht - mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen muss. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes (s. u.a. BAG 2 AZR 626/93) ist es nicht erforderlich, dass diese Konsequenzen als Hinweis auf eine mögliche außerordentliche oder ordentliche Kündigung konkretisiert werden, dem Arbeitnehmer muss nur erkennbar sein, dass der Bestand des Arbeitsvertrages bei einem fortgesetzten Fehlverhalten gefährdet ist.

Besser schreiben als reden

  • Grundsätzlich können Sie eine Abmahnung auch mündlich erteilen. Es empfiehlt sich jedoch grundsätzlich, die Abmahnung schriftlich zu erteilen, um ihren genauen Inhalt und ihr Vorliegen im Streitfalle beweisen zu können.
  • Beachten Sie, dass Sie grundsätzlich nur wegen des abgemahnten Verhaltens kündigen können, wenn der Arbeitnehmer dies wiederholt.
  • Verstößt er mit einem anderen Verhalten gegen seine arbeitsvertraglichen Pflichten, müssen Sie auch diese in der Regel zuvor wieder abmahnen.

Wie eine Abmahnung zu schreiben ist, orientiert sich vor allem an deren Rüge- und Warnfunktion. Von einer Abmahnung ist insofern eine bloße Ermahnung zu unterscheiden.

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