Wie schlichte ich Streit zwischen Geschwistern?

Streit zwischen Geschwistern schlichten, will gekonnt sein. Streit zwischen Geschwistern schlichten, will gekonnt sein.
Geschrei, Gequengel, Herumgeschubse und Beleidigungen sind an sich schon sehr anstrengend. Schlimm wird es, wenn es die eigenen Kinder betrifft. Streiten sich die Geschwister, hängt nicht selten der Familiensegen schief. Viele Eltern fragen sich, ob und was sie an der Erziehung falsch gemacht haben und wie sie den Streit ztwischen den Geschwistern schlichten können. Nicht selten kommt große Verzweiflung auf. Besonders wenn Konflikte mit Gewalt ausgetragen werden, müssen Sie als Eltern reagieren und Ihren Kindern helfen, mit Streitsituationen angemessen umzugehen.
Annika Molitor
11.05.2010 Annika Molitor
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • Freiheit geben
  • Diplomatie
  • Fairness
  • Vorbild sein
  • Auf Gefühle achten
  • Geduld
  • Regeln aufzeigen
  • Lassen Sie Streitigkeiten zwischen den Geschwistern im gewissen Maße zu. Ihre Kinder müssen lernen, zu streiten. Konflikte sind wichtig, um zu lernen, sich zu behaupten und eigene Standpunkte durchzusetzen. Genauso wichtig ist es, dass Ihre Kinder auf der einen Seite erfahren zu gewinnen, aber auf der anderen Seite erfahren, auch mal als Verlierer aus einer Streitsituation zu gehen.
  • Sie müssen allerdings die Regeln, also einen gewissen äußeren Rahmen dafür geben. Greifen Sie in jedem Fall ein, wenn der Streit zu heftig wird und es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt. Erklären Sie den Geschwistern, die für Sie wichtigen Regeln. Sie müssen versuchen, Ihre Kinder in Entscheidungen und Maßnahmen mit einzubeziehen.
  • Fragen Sie bei Ihren Kindern nach, warum der Streit entstanden ist. Dafür müssen Sie zunächst für Ruhe sorgen. Sagen Sie entschieden: STOPP und lassen sie sich dann von jedem Kind  in aller Ruhe erklären, warum es aus seiner Sicht zum Streit gekommen ist. So nehmen Sie beide Positionen ernst der Geschwister ernst.
  • Fragen Sie auch nach den Gefühlen Ihrer Kinder. Es besteht ein Unterschied darin, ob sie wütend, beleidigt, sauer, enttäuscht oder unzufrieden sind. Hier wird auch am ehesten ersichtlich, ob ein wichtiger Aspekt hinter dem Geschwisterstreit steckt, oder ob sich die Kinder „nur des Streitens Willens“ streiten.
  • Fragen Sie ihre Kinder nach Lösungsvorschlägen. Geht es zum Beispiel um ein Spielzeug, das beide Kinder gleichzeitig haben möchten, bieten sich mehrere Lösungsvorschläge an: Entweder die beiden Geschwister wechseln sich ab, spielen gemeinsam oder keiner von Beiden bekommt das ersehnte Stück. Dies ist nur ein einfaches Beispiel und soll verdeutlichen, dass Lösungswege auch helfen, Konflikte bzw. den Gegenstand des Konflikts klarer zu sehen.
  • Finden Ihre Kinder eigene Wege aus dem Streit, loben Sie das Verhalten. Dies ermutigt sie beim nöchsten Konflikt von alleine so zu reagieren.
  • Scheuen Sie sich nicht, im endgültigen Schritt selber zu entscheiden, wie es weitergeht. In jedem Fall sollten Sie Ihre Kinder ermutigen, alleine eine Lösung zu finden. Ermutigen Sie ihre Kinder und suggerieren Sie Ihnen, dass sie es schaffen, eine Lösung zu finden.
  • Gehen Sie auf gegenseitige Beleidigungen und Vorwürfe Ihrer Kinder nicht ein. Ein Grund des Geschwisterstreits kann auch sein, dass Ihre Kinder Aufmerksamkeit bekommen möchten. In dem Fall liegt das Problem nicht bei Ihren Kindern und sie müssen überdenken, wie Sie zukünftig in der Beziehung zu Ihnen und Ihren Kindern arbeiten können. Gesetz den Fall, Ihre Kinder haben ein ernstzunehmenden Streit, so müssen Sie Ihnen Zeit lassen, selbstständig damit umzugehen.
  • Bleiben Sie in jedem Fall fair. Bevorteilen Sie keines Ihrer Kinder. Sie haben meistens nichts mit dem Streit zu tun. Sie sind der außenstehende Dritte. Demnach ist es Ihre Aufgabe, einen Rahmen zu geben und Hilfestellung zu leisten. Es ist nicht Ihre Aufgabe, als Richter zu fungieren.
  • Seien Sie ein geeignetes Vorbild für Ihre Kinder. Wenn Sie zeigen, dass es kein Gesichtsverlust ist, in einem Streit auch einmal nachzugeben oder dass Kompromisse für beide Geschwister positiv sein können und sich „gut anfühlen".
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