Wenn Sie ohne Schaden aus Ihrem Arbeitsvertrag herauskommen wollen, ist der Vertrag natürlich zunächst die Grundlage, an der Sie sich dabei orientieren sollten.
Ohne Schaden aus einem Arbeitsvertrag herauskommen
- Lesen Sie sich Ihren Arbeitsvertrag also einmal in Ruhe durch. Welche Regelungen zu den Kündigungsfristen gibt es dort zum Beispiel?
- Je nach Vertragsgestaltung kann es auch sein, dass es über die Dauer des Arbeitsverhältnisses hinausgehende Verpflichtungen und Obliegenheiten gibt. Beispielsweise kann es Ihnen laut Vertrag untersagt sein, Kunden von Ihrem alten Arbeitgeber abzuwerben, wenn Sie sich etwa in derselben Branche selbstständig machen sollten.
- Je nachdem, welche Erfahrungen Sie bislang mit Ihrem Arbeitgeber gemacht haben, kann es auch hilfreich sein, sich im Vorfeld von einem Anwalt beraten zu lassen. Dies kann Ihnen bei möglichen Verhandlungen mit Ihrem Arbeitgeber den Rücken stärken.
- Auch wenn ein Arbeitsvertrag bestimmte Regelungen zum Beispiel zu den Kündigungsfristen vorsieht, können diese meist im gegenseitigen Einverständnis abgeändert werden.
Oft kommt es auf das Verhandlungsgeschick an
- Bevor Sie mit Ihrem Arbeitgeber in Verhandlungen über ein Ende des Arbeitsverhältnisses treten, sollten Sie sich einmal in dessen Situation hineinversetzen. Wenn Sie auch die Interessen Ihres Arbeitgebers im Blick haben, können Sie damit in einer Verhandlung oft geschickt taktieren. Für eine gütliche Einigung kommt es nämlich vor allem darauf an, dass die Interessen beider Seiten gewahrt sind.
- Auch wenn Sie in einem großen Unternehmen arbeiten und Ihr "Fall" von Personalverantwortlichen oder Vorgesetzten bearbeitet wird, die auch nur kleine Rädchen im Getriebe sind, haben diese eigene Interessen.
- Vordergründig mag es sich dabei darum handeln, finanziellen oder sonstigen Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Eigentlich geht es Ihrem Gegenüber jedoch wahrscheinlich eher darum, die eigene Position nicht zu schwächen, sich durch Fehler keine Karrierechancen zu vermasseln oder sich schlicht und einfach lästige Arbeit vom Hals zu schaffen.
- Wenn Sie mit Ihrem Gegenüber über einen Ausstieg aus dem Arbeitsvertrag verhandeln, sollten Sie also nicht nur die eigenen Positionen und Interessen deutlich vertreten, sondern auch die - möglicherweise unbewussten - Interessen Ihres Gegenübers im Blick haben.
Wer ohne Schaden aus seinem Arbeitsvertrag herauskommt, hat meist nicht nur Glück gehabt. Verhandlungsgeschick sollte dazukommen, wenn Sie sich nicht auf nervenaufreibende juristische Auseinandersetzungen einlassen wollen.

