Radikale Diäten belasten den gesamten Körper, schlagen auf das Gemüt und ihre Erfolge sind meist nur von kurzer Dauer. Wenn Sie langfristig, aber diätfrei abnehmen möchten, müssen Sie nicht zwangsläufig eine quälende Hungerkur machen. Stattdessen sollten Sie Ihren bisherigen Speiseplan überdenken, sich intensiv mit den Inhaltsstoffen der Nahrungsmittel auseinandersetzen und Ihr Essverhalten Stück für Stück ändern. Nehmen Sie weniger Fettes und Süßes zu sich, greifen Sie verstärkt zu frischem Obst und Gemüse, zu magerem Fleisch und eiweißreichem Fisch. Und nicht zuletzt: Bewegen Sie sich mehr, seien Sie aktiver – dann bleibt eine diätfreie Gewichtsreduktion keine Illusion.
24.08.2010
Agnes Nießler
Was Sie benötigen
Das schaffen Sie mit Links
- Obst und Gemüse
- Magere Wurst- und Fleischprodukte
- Fisch
- Fettreduzierte Milchprodukte
- Zucker- und fettarme Nahrungsmittel
- Trockenobst
- Nüsse
- Hängen Sie nicht dem Irrglauben nach, dass ein vielgepriesenes Diätkonzept der Schlüssel zum erfolgreichen Abnehmen ist. Eine Hungerdiät, die einseitige Ernährung propagiert und jeglichen Genuss verbietet, führt dazu, dass Ihr Körper in einen ständigen Alarmzustand versetzt wird - sie ist der Beginn eines regelrechten Teufelskreises:
- Der Organismus lernt zwar schnell, mit der minimalen Nahrungszufuhr auszukommen, fürchtet aber die nächste „Nullrunde“ und sammelt deshalb erst recht Fettreserven an. Sobald Sie Ihr Schmalspur-Essverhalten aufgeben, „hamstert“ Ihr Körper alles, was ihm zugeführt wird und die Waage schnellt wieder rapide nach oben.
- Die effektive Strategie, um diätfrei abzunehmen und sein reduziertes Gewicht langfristig zu halten, besteht aus zwei Komponenten: Ernährung und Bewegung. Nur wer seine tägliche Kalorien- und Fettaufnahme reduziert und seinem Körper regelmäßige sportliche Betätigungen zumutet, kann nach und nach an überflüssigem Gewicht verlieren.
Ernährungsmethoden, um diätfrei abzunehmen
- Wenn Sie bisher ein leidenschaftlicher Schlemmer waren, müssen Sie über Nacht keinesfalls zum Asketen werden. Die Kunst besteht darin, die richtige Wahl zu treffen, d.h. anstelle von Nahrungsmitteln mit hohem Fett- und Zuckergehalt auf natürliche „Fettburner“ und „Sattmacher“ zurückzugreifen.
- Äpfel sättigen nicht nur, sondern Ihr Pektin sorgt dafür, dass der Körper einen Teil der aufgenommenen Nahrungsfette gar nicht erst aufnimmt. Papayas und Ananas enthalten fettverbrennende Enzyme.
- Fisch (wie Seelachs, Scholle, Pangasius) ist äußerst fettarm und liefert Ihnen wertvolles Eiweiß, das die Muskeln benötigen, um mehr Fett verbrennen zu können.
- Wurst- und Fleisch sind bei einer „Low-Fat-Ernährungsmethode“ keinesfalls tabu, aber Sie sollten sich für magere Sorten entscheiden: Geflügel, fettarmes Schweinefilet, Rinderhack, Geflügelwurst statt Salami, Puten- statt Bierschinken.
- Kaufen Sie nur Käse mit weniger als 30% Fett (der „Harzer“ hat z.B. nur 0,5g Fett auf 100g), steigen Sie auf Milch mit 1,5% Fett um und auf Magerquark. Entscheiden Sie sich für eine Halbfettbutter oder einen fettreduzierten Brotaufstrich mit Joghurt.
- Halten Sie sich unbedingt vor Augen, dass Kohlenhydrate nicht dick machen: Nudeln, Kartoffeln, Reis und andere Vollkornprodukte sind von Natur aus äußerst fettarm, sorgen für ein langes Sättigungsgefühl und bilden eine der wichtigsten Energiequellen für Ihren Körper. Zu den „Dickmachern“ zählen lediglich die Sahne- und Gratin-Soßen, die häufig mit Nudeln oder Kartoffeln verzehrt werden, ebenso die üppigen Brotaufstriche und -beläge. Um diese sollten Sie künftig einen großen Bogen machen.
- Umgehen Sie auch folgende Kalorienfallen: Soft-Getränke, überzuckerte Snacks (wie „Milchschnitte“ und „Hanuta“), stark zuckerhaltige Lebensmittel (wie viele Joghurt- und Müsli-Sorten), Fertig- und Fix-Produkte, Light-Produkte aus dem Supermarkt (immer Fett- und Zuckergehalt beachten) und auch jegliche Art von Alkohol.
- Um Heißhungergefühle zu stoppen, ist es empfehlenswert, einige Nüsse oder Kerne zu essen: Halten Sie immer eine Tüte Nuss- oder Kernmischung auf Vorrat bereit, um im Fall des Falles eine Ausweichmöglichkeit zu Schokolade und Bonbons zu haben. Und wenn Sie die Lust auf Süßes plagt, greifen Sie zu einer kleinen Menge Trockenobst oder verzehren Sie vollreife Aprikosen oder „zuckersüße“ Kirschen.
Ohne Bewegung nehmen Sie nicht ab
- Die überschüssigen Fettdepots müssen aber nicht nur mittels veränderter Ernährungsgewohnheiten zum Schwinden gebracht werden, sondern auch mit Hilfe eines aktiveren, sportlicheren Lebenswandels. So banal und simpel es klingen mag: Nehmen Sie die Treppe anstelle des Aufzugs – auch wenn es einige Stockwerke sind. Gehen Sie zu Fuß zum Bäcker oder zum Lebensmittelladen um die Ecke (sofern Sie nicht viel benötigen). Und besuchen Sie Ihre Freunde oder Verwandten in der näheren Umgebung einmal mit dem Rad und nicht mit dem Auto.
- Finden Sie für sich persönlich heraus, für welche Bewegungs- bzw. Sportart Sie sich am ehesten begeistern können (Walking, Radfahren, Joggen, Schwimmen, Gymnastik etc.).Um nach langer sportlicher „Enthaltsamkeit“ generell wieder in die Gänge zu kommen, sollten Sie Ihren Körper zunächst mit ausgedehnten Spaziergängen bei zügigem Lauftempo für andere sportliche Betätigungen „vorbereiten“.
- Überwinden Sie auch in der nasskalten Jahreszeit Ihren „inneren Schweinehund“ und gehen Sie trotzdem raus. Ein flotter, mindestens halbstündiger Spaziergang pro Tag ist effektiver als ein Intensivtraining alle zwei Wochen.

