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Wie hoch darf man sich verschulden?

Schulden zu machen, ist in unserer Gesellschaft normal. Solange man sie zahlen kann, ist scheinbar alles in Ordnung. Wer eine bestimmte Schuldenobergrenze überschreitet, bekommt schnell Ärger mit seinen Geldgebern. Wie hoch darf man sich bei einem Immobilienkauf oder ganz normalen Ratenkredit verschulden?

Ausweglose Schulden treiben Menschen schnell in die Verzweiflung.
Ausweglose Schulden treiben Menschen schnell in die Verzweiflung.

Der deutsche Staat macht es vor, wie Schulden gemacht werden und wie es sich damit leben lässt. Eine Rolle spielt dabei die Art der Verschuldung. Hier geht es um die Frage: Sind der Grund für Schulden Investitionen oder laufende Ausgaben?

Wie hoch sich der Staat verschulden darf

Die EU gab in den Neunzigerjahren als Beitrittskriterium zur Eurozone für die Staatsschulden die Marke 60 Prozent und für das jährliche Defizit am Bruttoinlandsprodukt (BIP) drei Prozent vor.

  • Mittlerweile liegen die Länder der Euro-Länder und andere Staaten jenseits dieser Vorgaben. Durch den Druck der Schuldenkrise erfolgte ein Anheben auf 100 Prozent am BIP. Das soll noch tragbar sein.Wie hoch man sich verschulden darf , ist in diesem Fall durchaus Auslegungssache.
  • Für Sie als privater Verbraucher gelten andere Kriterien bei der Verschuldung. Sie können Ihren Nachkommen zwar auch Schulden hinterlassen, doch können diese das Erbe im Gegensatz zu ererbten Staatsschulden ausschlagen. 
  • Kaum vorstellbar ist auch, dass Ihnen Kreditgeber gestatten, Einnahmen und Ausgaben zu 100 Prozent gegeneinander aufzurechnen.
  • Wenn der Staat in der Schuldenfalle festhängt und nicht mehr weiter weiß (1923 und 1948), kommen schnell Währungswechsel und Sonderabgaben auf Vermögen ins Spiel. Während sich dadurch Geldbestände und Vermögen verringern, bleiben Kreditschulden komplett bestehen. Das ist ein Grund, Schulden möglichst niedrig zu halten.

Wann man noch zahlungsfähig ist

Wenn Sie sich ein Haus bauen oder ein teures Auto anschaffen wollen, geht es mangels eigener Gelder ohne Schuldenaufnahme nicht. Auch so manch anderer Konsumwunsch lässt sich dank der zahlreichen Finanzierungsangebote umgehend realisieren. 

  • Mehrere kleinere Schulden können sich allerdings zu einem Schuldenberg summieren, der nicht mehr beherrschbar ist. Seriöse Finanzexperten oder Verbraucherberater von Stiftung Warentest sehen eine Obergrenze für private Schulden, bei der Sie den Schuldenabbau unter normalen Umständen im Griff haben.
  • Ihre Antwort auf die Frage, wie hoch man sich verschulden darf, lautet: Solange Sie mit Ihren Kreditbelastungen sowie Kosten für Haus und Haus die Grenze von 36 Prozent Ihres Netto-Einkommens nicht übersteigen, gelten Sie als zahlungsfähig.

Schulden im Überblick behalten

Zu Recht verweisen Finanzplaner auf die Tatsache, dass keinesfalls 64 Prozent des Einkommens immer frei von Schuldentilgung sind. 

  • Um Ihr Schulden-Einkommen-Verhältnis genau zu berechnen, müssen Sie alle regelmäßigen und einmaligen Ausgaben erfassen. Schreiben Sie auf, was die Schulmilch Ihrer Kinder oder der Kinobesuch kostet.
  • Vergessen Sie nicht den Beitrag Versicherungen und für den Sportverein oder für Versicherungen. Vermerken müssen Sie außerdem, was Sie für das Sparkonto oder Investitionen abzweigen.
  • Wenn das Verhältnis zwischen Schulden und Einkommen mehr als 20 Prozent beträgt, können Sie in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Je nachdem, wie alt Sie sind oder ob es nur einen Verdiener gibt, kann die Grenze auch darunter liegen. Auch wenn Sie nichts sparen können oder viele Kreditkarten haben, sollten Sie sich beraten lassen.

Es ist wichtig, dass Sie darüber Bescheid wissen, wie hoch man sich verschulden darf. Doch noch bedeutungsvoller ist es, jederzeit zu wissen, wie groß Ihre Schulden sind.

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