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Wie führe ich ein Elterngespräch mit einem Lehrer?

Auch wenn sich die heutigen pädagogischen Modelle immer wieder verändern, sollte das Verhältnis zwischen Eltern, Lehrern, Erziehern und Kindern immer so gestaltet werden, dass alle Erwachsenen bezüglich Ausbildung und Erziehung der jungen Generation an einem Strang ziehen und nicht das Gefühl haben, in dieser Frage auf gegnerischen Seiten zu stehen.

Das Elterngespräch mit dem Lehrer will richtig geführt sein.
Das Elterngespräch mit dem Lehrer will richtig geführt sein.
  1. Wenn Ihnen Tochter oder Sohn eine Einladung vom Lehrer zu einem Gespräch auf den Tisch legen, bekommen Sie erst einmal bitte keinen Schreck, denn: Lehrer sind auch nur Menschen.
  2. Bitten Sie erst einmal Ihr Kind, Ihnen ausführlich, vor allem möglichst aufrichtig zu erzählen, was denn anliegen könnte. Wenn Ihr Kind Vertrauen zu Ihnen hat und Ihnen alle Probleme auf den Tisch legt, sind Sie im Vorfeld informiert. Eigentlich kann Sie dann kaum noch etwas überraschen.
  3. Gehen Sie nicht mit einer vorgefassten Meinung in dieses Gespräch, das würde unnötig ein Spannungsfeld zwischen Ihnen und dem Lehrer aufbauen.
  4. Erwarten Sie vom Lehrer zwar jede mögliche Hilfe, aber keine ultimative Lösung von schulischen, noch häuslichen Problemen.
  5. In der Regel weiß der Lehrer, dass Sie Ihr Kind lieben und für manche „Entgleisung“ gern die Schuld bei Anderen (Schule, Hort, Politik usw.) suchen wollen. Seien Sie offen, suchen Sie nicht krampfhaft nach Entschuldigungen, Ausreden, fadenscheinigen Begründungen. Das haben Sie nicht nötig, denn Sie sind ein erwachsener Mensch und haben vermutlich Ihren Platz im Leben gefunden.
  6. Geben Sie ruhig auch einmal einen Fehler, eine Unterlassung, eine eventuell falsche Sichtweise zu. Das zeugt von innerer Größe und nimmt Ihnen keinesfalls etwas von Ihrer Autorität.
  7. Betonen Sie nicht ständig, dass sich Ihr Kind „aber zu Hause ganz anders verhalten würde“, denn das wirkt unglaubhaft. Wenn Sie sagen: „Das hat mein Kind ja nicht absichtlich getan“, so stimmt das nicht, denn ein Kind ist ein kontrolliert handelndes Wesen und nicht eventuell die Verlängerung des Arms einer anderen Person (z.B. eben der Mutter).
  8. Eine antiautoritäre Erziehung ist nicht in jedem Falle gut. Wenn ein Kind zu Hause alle wichtigen Entscheidungen selbst für sich treffen kann, lernt es nicht, Fremdbestimmungen zu akzeptieren und in der Gruppe zu handeln. Es wird dann weder Verantwortung für Mitschüler tragen, noch sich Lehrern und anderen Menschen gegenüber respektvoll verhalten können.
  9. Betonen Sie nicht, dass Ihr Kind eben eine „willensstarke Persönlichkeit“ sei – das erlebt der Lehrer vermutlich ganz anders, nämlich als eine Art „kindliche Verhaltensweise“ als Ausdruck einer Auffassung, Ihr Kind sei allein auf der Welt und könne seinen Willen durchsetzen und ausleben. Nehmen Sie Ratschläge an, wenn der Lehrer Ihnen sagt, dass Sie dem Kind Grenzen aufzeigen müssen, es zu Hilfeleistungen in der Familie auffordern, die Erfüllung auch konsequent durchsetzen usw. Ein sehr deutliches „Nein“ ist hin und wieder sehr wichtig.
  10. Wehren Sie sich dagegen, sollte der Lehrer das Verhalten Ihres Kindes als Messlatte für Ihre eigenen Leistungen sehen. Das Verhalten Ihres Kindes ist nicht Ihr eigenes, der Fehler Ihres Kindes ist auch nicht Ihr Fehler gewesen. Sie müssen sich für nichts schämen, denn sicher wollen Sie ja nur das Beste. Sagen Sie das dem Lehrer und bitten Sie ihn um ganz konkrete Vorschläge für seine Hilfe.
  11. Äußern Sie eigene Vorstellungen und auch Wünsche/Beschwerden, die Ihr Kind an Sie herangetragen hat.
  12. Verabschieden Sie sich freundlich und nicht mit einem Gefühl, als wäre der Lehrer über Ihr Kind hergezogen und hätte es nur schlechtmachen wollen. Sagen Sie dem Lehrer, dass Sie für die Anregungen dankbar sind und sie sich durch den Kopf gehen lassen werden.
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