- 16.01.2012 Edith Leisten
Damit keine Blasen entstehen - wählen Sie passende Wanderschuhe
Der Kauf von Wanderschuhen ist eine heikle Sache, bei der man sich Zeit lassen und viele Dinge bedenken sollte.
- Wenn Sie sich neue Wanderschuhe zulegen wollen, beginnt der Einkauf noch vor dem Verlassen der Wohnung. Machen Sie sich Gedanken zu Ihrem Wandergebiet, denn es ist ein Unterschied, ob Sie leichte Wanderungen im Mittelgebirge vorhaben oder zu einer Trekkingtour nach Nepal aufbrechen wollen.
- Da man in der Regel nur mit einem Paar Wanderschuhe unterwegs ist, sollte das Schuhmodell auf das Zielgelände ausgerichtet werden. Das ist wichtig, wenn Sie längere Touren vorhaben, bei denen Sie unterschiedliche Geländeformen durchwandern.
- Überlegen Sie auch, wie lange Sie unterwegs sein werden - nur einen Tag, ein Wochenende, eine Woche oder einen Monat lang?
- Im Zweifelsfall sollten Sie sich immer für den festeren und stabileren Schuh entscheiden, der für anspruchsvolleres Gelände geeignet ist.
- Den Schuhkauf sollten sich für den späten Nachmittag vornehmen, denn im Laufe des Tages schwellen die Füße meist ein wenig an.
- Wanderschuhe kauft man nicht im Vorbeigehen. Planen Sie genug Zeit ein, damit Sie alle Modelle, die Sie in die engere Wahl gezogen haben, auch ausgiebig testen können.
- Nehmen Sie zum Schuhkauf eigene Socken mit, und zwar diejenigen, die Sie später auch beim Wandern tragen wollen. Verlassen Sie sich nicht auf die Probiersocken, die Ihnen bei der Schuhanprobe angeboten werden.
- Bei der Anprobe achten Sie darauf, dass der Schuh an der Ferse nicht herumrutscht, denn dadurch entstehen schon mal der ersten Blasen. Gibt es in Ihrem Outdoorladen eine kleine Teststrecke, auf der Sie bergab gehen können, dann achten Sie darauf, dass die Zehen vorne nicht anstoßen. Bei einem passenden Wanderschuh sollten Sie vorne noch etwa einen Zentimeter Platz haben. Bedenken Sie dabei auch, dass Sie bei Winterwanderungen eventuell noch ein zweites Paar Socken anziehen werden.
- Wandern Sie bei der Anprobe mindestens 10-15 Minuten mit jedem Schuhmodell umher. Der Schuh sollte nirgends drücken, was Sie nicht nach ein paar wenigen Schritten beurteilen können.
Bevor Sie mit Ihren neu erstandenen Schuhen zur ersten Wanderung aufbrechen, müssen Sie sie gut eingelaufen haben. Sie sollten Sie immer wieder tragen, auch auf kurzen Strecken und kleinen Spaziergängen.
Auch die richtigen Socken sind auf Wanderungen wichtig
Genauso gewissenhaft wie die Auswahl von Wanderschuhen sollte auch die Wahl der geeigneten Socken sein. Auch ein perfekter Wanderschuh nutzt nicht viel, wenn bei der Wahl der Socken geschlampt worden ist.
- Damit erst gar keine Blasen entstehen, müssen Sie beim Wandern dafür sorgen, dass Ihre Füße trocken bleiben und Ihre Wandersocken perfekt, d. h. faltenfrei sitzen.
- Entscheidend ist allerdings nicht nur, dass Ihre Socken den Schweiß aufnehmen, vielmehr soll er auf dem schnellsten Weg an den Schuh weitergeleitet werden, der ihn dann ebenfalls schnell abgibt.
- Sie können es wie viele Wanderer machen, indem Sie Ihre dicken, schweißaufsaugenden Wollsocken über dünne Baumwollsocken tragen. Baumwollsocken nehmen zwar den Schweiß schnell auf, geben ihn aber nicht wieder ab, sodass Sie über kurz oder lang mit feuchten Füßen herumwandern und schnell die ersten Blasen entstehen.
- Greifen Sie stattdessen auf sogenannte Multifunktionssocken zurück, die feuchtigkeitsregulierend, klimaausgleichend und antibakteriell wirken. Nachteil der Multifunktionssocken: Sie wärmen nicht sehr gut.
- Erwarten Sie niedrige Außentemperaturen und wollen sich auf Ihren Wanderungen vor kalten Füssen schützen, bieten sich als Alternative zu den Multifunktionssocken Wandersocken aus Schurwolle an. Schurwolle nimmt ebenfalls die Feuchtigkeit auf, zwar etwas langsamer als Baumwolle, gibt sie jedoch direkt an den Schuh weiter, sodass die Füße nicht nur warm, sondern auch trocken bleiben.
- Die Auswahl Ihrer Wandersocken richtet sich auch nach dem Schuhmodell: Bergstiefel und schwere Wanderschuhe sind meist gut gepolstert, sodass Ihre Socken entweder überhaupt keine Polsterung benötigten oder allenfalls eine leichte an Ferse und Ballen. Leichte Wanderschuhe sind meist nur wenig gepolstert, hier sollte dann die Polsterung von geeigneten Socken übernommen werden.
- Sicherheitshalber sollten Sie auf längeren Wanderungen immer ein zweites Paar Socken bereithalten, insbesondere dann, wenn Sie an den Füßen stark schwitzen. Praktisch sind auch Wanderschuhe, bei denen Sie das Fußbett herausnehmen können, damit ein gutes Durchlüften der Schuhe möglich ist.
Vorbeugend können Sie Ihre Füße schon vor der Wanderung mit Hirschtalg eincremen, dem eine gewisse Schutzwirkung vor Blasenbildung nachgesagt wird. Bei stark schwitzenden Füßen können Sie mit Fußpuder oder Sprays versuchen, die Schweißproduktion zu reduzieren.