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Wie alt ist die Erde?

Auf die Frage, wie alt die Erde den nun ist, können Sie verschiedene Antworten bekommen - je nachdem, wem Sie die Frage stellen.

Vermutlich lässt sich nie ganz genau bestimmen, wie alt die Erde wirklich ist.
Vermutlich lässt sich nie ganz genau bestimmen, wie alt die Erde wirklich ist.

Die Antwort der Physik und Geologie

Physik und Geologie sind sich relativ einig bei der Antwort auf die Frage, wie alt die Erde ist. Sie legen das Alter ziemlich genau  auf 4,53 Milliarden Jahre fest. Eine Zahl, die Sie sich wohl nur schwer vorstellen können. Die Mess-Ungenauigkeit geben sie mit ungefähr einem Prozent an. Das bedeutet, dass sich die Wissenschaft ziemlich sicher ist, was das Alter der Erde angeht. Forscher ermittelten diesen Wert, indem sie mit Hilfe von radiometrischen Messungen das Alter von Gestein ermittelten. Wie genau das funktioniert, ist wohl für den größten Teil der Menschheit zu kompliziert und schleierhaft.

Bei den ältesten Gesteinsbrocken zeigten Messungen ein Alter zwischen 3,8 und 3,9 Milliarden Jahren an. Diese Gesteine aber wiederum enthielten Sedimente, welche zwischen 4,1 und 4,2 Milliarden Jahren alt waren. Die Wissenschaft hat also bewiesen, dass die Erde mindestens 4,1 Milliarden Jahre alt ist.

4,1 Milliarden Jahre ist dem Wert relativ ähnlich, der mithilfe anderer Messmethoden zum Ergebnis eines Alters von 4,53 Milliarden Jahren kam. Trotzdem gab es im Jahre 2010 große Aufregung. Große Aufregung zumindest in der Welt der Forscher und Geologen: Die Veröffentlichung eines Forscherteams der Universitäten Cambridge und Münster, in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Zürich, postulierte, dass die Erde 20 bis 90 Millionen Jahre jünger sei, als bisher angenommen. Dies würde den Altersunterschied erklären, von dem die Wissenschaft zwischen Erde und Mond ausgegangen ist. Wenn Sie die Korrektur des Alters der Erde allerdings quantitativ betrachten, werden Sie feststellen, dass das Alter um maximal zwei Prozent des vorherigen Wertes korrigiert wurde. 20 bis 90 Millionen Jahre sind, im Vergleich zu Erdjahren, also überhaupt nicht viel.

Wissenschaftler versuchen weiter, die Messmethoden zu verbessern und so genauere Werte ermitteln zu können. Ein ganz aktueller Ansatz ist die Rosetta-Mission, bei der das Forschungsgerät Philae auf dem Meteoriten 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, genannt Tschuri, gelandet ist. Die Mission begann bereits im Jahre 1996 und die Landung des Meteoriten im November 2014 war der erste Höhepunkt dieser. Ein Ziel der Mission ist es, die Ursprünge des Weltraums zu erforschen. Eine Frage ist auch die Entstehung unseres Planeten, der Erde. Dabei kommen vielleicht auch neue Erkenntnisse ans Tageslicht, was das Alter der Erde betrifft. 

Vielleicht finden Wissenschaftler eines Tages eine Methode, mit der das Alter der Erde auf einen Tag genau bestimmt werden kann. Oder sie finden in ferner Zukunft heraus, dass die Erde doch ein komplett anderes Alter hat und die heutigen modernen Messmethoden alle kompletter Unsinn sind.

Alternative Antwort einer Glaubensrichtung

Eine Gruppe Gläubiger, die die Messungen der Forscher als falsch bezeichnen, sind die Kreationisten. Anhänger dieser Glaubensrichtung behaupten, dass die Erde von der Hand Gottes erschaffen wurde. Sie glauben daran, dass die Bibel ein historisch wahrheitsgetreuer Bericht ist und Gott die Erde in sechs Tagen erschaffen hat. Am siebten Tag ruhte er, weswegen unsere Woche sieben Tage hat.

Diese Theorie der Erschaffung der Erde kennen Sie als Evolutionstheorie. Die Theorie setzt das Alter mit ungefähr 10.000 Jahren fest. Dies wurde anhand von biblischen Geschlechtertafeln, die Altersangaben enthielten, geschätzt. Mit dem Beginn der Entwicklung der modernen Geologie, Anfang des 18. Jahrhunderts, nahm jedoch die Unterstützung dieser These ab. Spätestens seit den ersten radiometrischen Messungen des Alters von Gesteinsbrocken, gilt die Theorie der Wissenschaft als akzeptiert.

In der Fernsehsendung Alpha Centauri erzählte Professor Harald Retsch, im Jahr 2001, eine Anekdote über den Glaube der Entstehung der Erde: Da die Menschen schon früh eine Antwort auf die Frage, wie alt die Erde ist, haben wollten, wurde diese praktischerweise einfach von einem Erzbischof errechnet. Wie genau diese Rechnung aussah, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Allerdings geschah alles auf Grundlage der Bibel. Im Buch Moses können Sie die Schöpfung des Menschen nachlesen. Auch darauf stützte sich der Erzbischof James Ussher und legte so - um das Jahr 1650 - das Alter der Erde auf damalige 5654 Jahre fest. Er ging sogar so weit, zu behaupten, die Erde sei am 23. Oktober 4004 v. Chr. entstanden. Und um dem die Krone aufzusetzen, legte er sogar die Uhrzeit auf 9 Uhr morgens fest. Heute weiß man, dass dieses Alter komplett falsch ist. Aber wer weiß, vielleicht findet ja demnächst jemand heraus, dass James Ussher exakt richtig lag?

Wie alt die Erde ist, weiß niemand

Eindeutig zu bestimmen, wie alt die Erde ist, scheint nicht möglich. Geologen und Physiker sind aber auf diesem Gebiet der Forschung relativ weit, um ziemlich genau das Alter unseres Planeten bestimmen zu können. Trotzdem ist es auch eine Glaubensfrage.

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