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Werbeanalyse - die Kunst der Propaganda verstehen

Werbung und Propaganda sind sich gar nicht so unähnlich. Beide versuchen, Sie gegen Ihren eigentlichen Willen zu beeinflussen. Das eine Mal geht es darum, Ihnen bestimmte Ansichten zu vermitteln, das andere Mal geht es darum, das Bedürfnis nach bestimmten Konsumgütern in Ihnen hervorzurufen. In diesem Zusammenhang kann es höchst interessant sein, ein wenig Werbeanalyse zu betreiben, um zu verstehen, wie die Kunst der Manipulation funktioniert. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Werbung bestimmt unser Konsumverhalten.
Werbung bestimmt unser Konsumverhalten.

Diese Faktoren sollten Sie bei der Werbeanalyse beachten

Bevor Sie die Kunst der Beeinflussung quasi intuitiv wahrnehmen und analysieren können, sollten Sie sich anhand einzelner Werbespots sensibilisieren. Schauen Sie sich diese mehrfach an, um so auch jedes noch so kleine manipulative Element zu entdecken. Achten Sie im Rahmen Ihrer Werbeanalyse vor allem auf Folgendes:

  • Werbung weckt Bedürfnisse. Versuchen Sie bei Ihren Probespots herauszufinden, welche Bedürfnisse diese im Einzelnen hervorrufen. Dabei ist es nicht einmal unbedingt das Produkt selber, das im Mittelpunkt steht. Das Produkt ist meist nur eine "zufällig" angebotene Lösung, das gerade geweckte Bedürfnis zu befriedigen.
  • Werbung versucht außerdem, Sie zu konditionieren. Das bedeutet, dass Sie das beworbene Produkt mit bestimmten Assoziationen verknüpfen, etwa mit dem gerade erwähnten Bedürfnis. Wenn Sie sich jemals gefragt haben, warum vor allem attraktive Frauen in der Werbung auftauchen: Das ist der Grund. So wird ein Deodorant Ihren Erfolg beim anderen Geschlecht natürlich nicht verbessern (es sei denn, Sie benutzen derzeit überhaupt keines). In Ihrem Kopf wird aber das Produkt mit "sich sexy fühlen" verknüpft. Das Produkt ist also ab sofort positiv belegt.
  • Die besagten Assoziationen müssen dabei nicht unbedingt Sie selbst betreffen. Achten Sie einmal darauf, wie viele Produkte mit Bildern einer unversehrten Natur beworben werden. Wenn Sie nun ein wenig reflektieren, werden Sie feststellen, dass zwischen den tatsächlichen Produktionsbedingungen und der suggerierten heilen Welt kein Zusammenhang besteht. Wenn Sie sich jedoch nur passiv von der Werbung berieseln lassen, werden Sie dieser Tatsache nicht gewahr werden, erst eine Werbeanalyse offenbart sie.

Verstehen Sie die Kunst der Manipulation

  • Ein anderes Mittel, dessen sich Werbung und Propaganda bedienen, sind Wiederholungen. Diese Methode werden Sie zwar nicht beim Anschauen eines einzelnen Spotts feststellen können, wenn Sie aber darüber nachdenken, wird Ihnen auffallen, dass Sie sich Werbungen vor allem dann merken, wenn Sie immer wieder aufs Neue mit ihnen konfrontiert wurden. Effizient ist dieses Verfahren vor allem dann, wenn Sie emotional involviert sind. Das ist auch der Grund, warum es sehr nervige Werbungen gibt: Sie regen sich beim Schauen auf und die Werbung verankert sich in Ihrem Gedächtnis.
  • Achten Sie auch auf die Person, die Ihnen ein bestimmtes Produkt präsentiert. Wenn es sich dabei um einen Prominenten handelt, werden Sie die (zumeist positive) Einstellung, die Sie dieser Person gegenüber haben, auf das Produkt übertragen. Wenn die Eigenschaften, wegen derer die Person bekannt ist (beispielsweise Sportlichkeit), auch noch auf das Produkt anzuwenden sind, ist der Effekt besonders groß.
  • Die Kunst der Beeinflussung bedient sich natürlich auch diverser Film- und Tontechniken. Achten Sie im Rahmen Ihrer Werbeanalyse einmal darauf, welche Wirkungen die einzelnen Kameraeinstellungen und Hintergrundgeräusche auf Sie haben. Sie werden verblüfft sein.
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