- 08.12.2011 Anna Schmidt
Sterben und Tod eines nahen Angehörigen stellt oft einen großen Einschnitt im Leben dar, insbesondere wenn es sich um den Lebenspartner handelt. Wie Menschen darauf reagieren, kann sehr unterschiedlich sein, auch wenn es bestimmte Trauerphasen gibt.
Wenn Menschen sehr plötzlich sterben
- Wenn Menschen sehr plötzlich sterben, ist der Schock meist groß. Es gab vielleicht überhaupt keine Gelegenheit mehr zum Abschied, und der Betreffende wurde mitten aus dem Leben gerissen.
- Für die nahen Angehörigen kann eine solche Situation geradezu "unwirklich" sein. Eben noch hatten sie mit dem Verstorbenen Kontakt, der vielleicht nur kurz etwas erledigen wollte, und von einem Moment auf den anderen ist ihr Leben auf den Kopf gestellt.
- In dieser Schockphase ist noch gar kein Raum für die eigentliche Trauerarbeit. Auch hier können Sie jedoch Beistand leisten, indem Sie etwa einem guten Freund oder einer guten Freundin, die gerade einen nahen Angehörigen verloren hat, anbieten, die erste Nacht oder die ersten Nächte danach nicht alleine zu verbringen.
- Eine große Hilfe kann es auch sein, sich mit um alle Angelegenheiten zu kümmern, die erledigt werden müssen. Im Falle eines Verkehrsunfalles muss sich der betroffene Angehörige unter Umständen mit Polizei, Staatsanwaltschaft und Rechtsmedizin auseinandersetzen - und das von jetzt auf gleich.
Beistand und Trauerarbeit
- Wenn die Schockphase überwunden ist und notwendige Dinge erledigt sind, kommt oft die Phase des großen "Warum?"
- Diese Frage werden auch Sie letztendlich nicht beantworten können, wenn Sie Beistand leisten wollen geht es auch mehr darum, diese Frage mit auszuhalten.
- Ist jemand nach langer Krankheit gestorben, kann aufseiten der Angehörigen auch große Erleichterung vorherrschen. Die Trauer kommt dann oft sehr viel später.
- Trauerarbeit kann ein langer Prozess sein. Oft bricht die Trauer erst ein halbes Jahr oder später wirklich durch, wenn alle Formalitäten erledigt sind. Bei manchen Menschen kommen dann Gedanken hoch wie "jetzt könnte er eigentlich wiederkommen" - und dann realisieren sie umso schmerzhafter, dass dies nie der Fall sein wird.
- Sie sollten also auch längere Zeit nach einem Todesfall noch bereit sein, dem Betreffenden ein offenes Ohr zu schenken und seine Gefühle auszuhalten.
Trauerarbeit erfordert ein hohes Maß an Einfühlsamkeit. Vor allem gilt es, Gefühle mit aushalten zukönnen.