Aktives Zuhören ist gar nicht so schwer, wenn Sie echtes Interesse für die Person mitbringen, die ihr Herz ausschütten möchte. Versuchen Sie dabei, Ihr Gegenüber so gut wie möglich zu verstehen, dann läuft das Gespräch fast von alleine in die richtige Richtung.

Hören auch Sie auf Ihr Herz

  • Wenn Freunde mit Kummer zu Ihnen kommen, um ihr Herz auszuschütten, machen Sie sich zunächst frei von rein kopfgesteuerten Argumentationen und festen Vorstellungen von richtig und falsch. Räumen Sie Ihrem Gefühl und Ihrem emotionalen Zugang einen großen Raum ein und versuchen Sie, Ihren Freund oder Ihre Freundin zu verstehen.
  • Fühlen Sie sich in die Situation hinein und versuchen Sie, keine Vorschriften zu machen oder zu einseitig aus Ihrer eigenen Sichtweise zu argumentieren.
  • Fragen Sie mehr, als dass Sie bewerten. Wenn Sie es falsch finden, wie sich Ihr Freund oder Ihre Freundin verhalten hat oder verhält, fragen Sie, warum er oder sie das tut.
  • Beziehen Sie im Gespräch Pro- und Kontrapositionen zur Sichtweise des Anderen. Einerseits braucht die Person das Gefühl, dass Sie hinter ihr stehen, weil sonst die Vertrauensbasis bröckelt. Andererseits ist ihr natürlich auch nicht damit geholfen, wenn Sie sie nur bestätigen.
  • Wenn Sie Kontrapositionen beziehen, achten Sie besonders auf Ihre Wortwahl. Sagen Sie nicht: "Das war falsch", oder "Oh je, das hätte ich nicht gemacht", sondern schildern Sie sachlich die Auswirkungen dessen, was Ihrer Meinung nach falsch gelaufen ist. Wenn es um Konflikte mit Dritten geht, fordern Sie Ihren Gesprächspartner auf, sich in dessen Perspektive einzufühlen.
  • Versuchen Sie zu vermeiden, dass sich das Gespräch im Kreis dreht. Viele Menschen, die ihr Herz ausschütten möchten, haben über ihr Problem oder ihre Probleme schon eine Weile gegrübelt und dabei die Lösung aus den Augen verloren. Wiederholungsstrukturen helfen dem Betreffenden vielleicht bei der Verarbeitung, aber im Gespräch sollten Sie lösungsorientiert vorgehen. Das gibt einerseits der Person das Gefühl, das sich etwas bewegt, andererseits ziehen auch Sie positive Energie aus dem Bewusstsein, helfen zu können. Wer sich dagegen in den Strudel der Grübeleien mit hineinziehen lässt, fühlt sich nach einem Sorgengespräch ausgelaugt und traurig.
  • Beenden Sie das Gespräch nach Möglichkeit mit einem konkreten Schritt für die nahe Zukunft. Das kann sowohl ein Gespräch sein als auch eine praktische Handlungsanweisung.