- 03.02.2012 Meggi Erwig
Die Erstellung einer Weltzeitkarte setzt Kenntnisse voraus
Weltzeit wird auch als "Erdzeit" bezeichnet. Dabei handelt es sich um ein bestimmtes "Zeitsystem". Dieses Zeitsystem wurde aufgrund internationaler Übereinkünfte vereinbart, um weltweit eine synonyme Zeitangabe geben zu können. Dem entgegen steht die "Zonenzeit", die sich nur regional begrenzt, also nur auf eine bestimmte Zeitzone.
- In Urzeiten wurde die "Sonnenzeit" genutzt, um eine Ortszeit ermitteln zu können. Nachdem die Uhr erfunden war, ging man davon aus, dass diese die Ortszeit angibt. Allerdings wusste man, dass die Sonnenuhr unkorrigierbar, eine ungleichmäßig verlaufende, "wahre" Zeit ermittelte, während die mechanische Uhr, die gleichmäßig verläuft, eine "mittlere" Zeitangabe verkündete. Darauf lassen sich die Bezeichnungen "wahre Ortszeit" und "mittlere Ortszeit" zurückführen.
- Mit der Erfindung der Telegrafie und der Eisenbahn reduzierte man die vielen unterschiedlichen Ortszeiten auf regionale Zeitangaben. Es entstanden also die Zonenzeiten, die jeweils an ihren westlichen und östlichen Rändern in geringem Maß vom mittleren Zonengebiet abwichen. Zur Koordination der vielen verschiedenen Zonenzeiten einigte man sich 1884 auf der Washingtoner Meridiankonferenz auf eine allgemeine Weltzeitangabe.
- D. h. man einigte sich darauf, einen sogenannten Meridian zu bestimmen, also einen, senkrecht über den Äquator verlaufenden Halbkreis, der vom Nord- bis Südpol verläuft. Dieser Meridian sollte, so einigte man sich, durch Greenwich verlaufen, als Nullmeridian. Damit war die GMT, Greenwich Mean Time als allgemeingültige Weltzeit festgesetzt. Das Greenwich als GMT gewählt wurde, lag daran, dass astronomische Messungen diesen Ort als mittlere Ortszeit, mit Stundenverschiebungen Richtung Ost und West angaben.
- Im Jahr 1928 nannte man GMT in "Universal Time" um. Mit Einsatz der Atomuhren beschrieb man die Weltzeit seit 1972 als "Koordinierte Weltzeit" (UTC). Im alltäglichen Leben spielt für jeden Menschen die jeweilige Zonenzeit eine Rolle. Die Weltzeit dagegen wird hauptsächlich zu Berechnungen im Bereich Flugverkehr und Internetnutzung verwendet.
Eine Weltzeitkarte zu fertigen, braucht Genauigkeit
Wenn Sie mit Ihrem Referat genau erklärt haben, auf welchen Grundlagen die "Koordinierte Weltzeit" entstanden ist, werden Sie anhand einer Weltzeitkarte sehr plastisch den Meridian zeichnerisch darstellen können. Um eine erste, verständliche Vorstellung zu vermitteln, könnten Sie zunächst eine möglichst genaue Zeichnung der Erdkugel anfertigen, die Sie später mit einer computergesteuerten Zeichnung ergänzen.
- Zeichen Sie zum einen die Erdkugel mit dem erkennbaren Ort Greenwich auf. Daneben erstellen Sie eine Erdflächendarstellung. Zeichnen Sie in beide Skizzen den Äquator (Großkreis, der die Erdkugel in Süd- und Nordbereich teilt), dann den Meridian, der durch Greenwich verläuft, ein.
- Von diesem Meridian abweichend zeichnen Sie die weiteren Längenkreise und Breitengrade ein. D.h. die Längengrade verlaufen parallel zu beiden Seiten des Meridians in einer bestimmten Gradabmessung (45°, 30°, 15°, 0,15°, 30°, 45 ° usw.) Messen Sie dazu an der Äquatorlinie, maßgetreu übersetzt, den Abstand der Langenkreise mit etwa 111,32 km ein. Die Breitengrade verlaufen mit gleichen Gradabweichungen parallel zum Äquator.
- Nun müssen Sie die einzelnen Zeitzonen, die sich zwischen beiden Polen über die Erdoberfläche erstrecken, anzeichnen. Das ist insofern nicht ganz einfach, da jeder Staat sehr autonom die eigene, gesetzlich geltende Zeitzone wählt. Es gibt 24 Zeitzonen. Grundsätzlich ist eine Zeitzone der Bereich, der zwischen den Erdpolen verlaufenen "Kugelzweiecken" befindet.
- Um die Kugelzweiecke einzuzeichnen, benötigen Sie die Kugelgeometrie, denn Sie müssen die Fläche zwischen den Kugelzweiecken berechnen, die von zwei erdumlaufenden Großkreisen begrenzt wird. Die Ecken eines Kugelzweiecks befinden sich jeweils gegenüber und die Seitenlängen messen 180 Grad.
- Im Normalfall zieht sich eine Zeitzone über 7,5 Längengrade hinweg, sodass die Zonenzeiten an ihren Grenzen nur etwa eine halbe Stunde plus oder minus von der Sonnenzeit anweicht. Zur benachbarten Zeitzone beträgt die Zeitverschiebung dann eine Stunde. Man rechnet mit 24 Erdzeitzonen.
Anhand einer sehr einfach dargestellten Skizze können Sie die Weltzeit und auch die Weltzeitkarte grafisch plausibel erklären. Um das Referat jedoch zu einem fachlich adäquaten Werk zu vollenden, sollten Sie einen "World Time Manager" benutzen.