Was Sie benötigen:
  • gute Gartenschere
  • evtl. Bindedraht

Die meisten Hobbygärtner ziehen ihre Weinpflanzen als Spalier oder an einer Pergola, möglichst nach Süden, der Sonne zugewandt. Eine gute Schnitttechnik kann hier die Ernte bedeutend vergrößern, auch wenn man nicht unbedingt Wein herstellen will.

So schneiden Sie Ihre Weinpflanzen richtig

  • Wein wird auch in unseren Regionen schon seit Jahrtausenden kultiviert. Hieraus haben sich einige (für Laien als streng angesehene) Regeln entwickelt, die darauf abzielen, den Ertrag der Weinpflanzen zu steigern.
  • Grundregel ist es, möglichst wenige, aber kräftige Triebe an der Weinpflanze zu belassen, die dann auch eine reiche Ernte versprechen. 
  • Der Zeitpunkt des Schnitts ist sorgfältig zu wählen: Der Rebenschnitt muss durchgeführt werden, bevor im Frühjahr die Säfte der Weinpflanzen in die neuen Triebe steigen. Zudem muss es frostfrei sein, denn auch leichte Fröste schaden der Pflanze beim Schnitt. Je nach Witterungsbedingungen ist ein frostfreier Tag Ende Februar, spätestens Anfang März zu wählen.
  • Benutzen Sie für den Schnitt eine gute Gartenschere, die Sie mit einer Hand bedienen können. Die meisten Triebe der Weinpflanzen sind so dünn, dass es keiner großen Schere bedarf. Wenn Sie etliche Weinreben zurückschneiden müssen, ziehen Sie am besten Handschuhe an, damit Sie sich keine Blasen zuziehen.
  • Weitere Grundregel ist, dass der Schnitt immer zwischen zwei Knospen, keinesfalls direkt über einer Knospe, erfolgt.
  • Der Gesamtschnitt hängt natürlich von der so genannten Erziehung der Pflanze ab. In den meisten Fällen soll die Weinpflanzen ja an einem Spalier hochgezogen werden.
  • Von den austreibenden Reben werden nur die zwei oder drei kräftigsten belassen, alle anderen werden kurz über dem Wurzelstock abgeschnitten.
  • Diese kräftigen Ruten werden auf etwa 15 Knospen eingekürzt und waagrecht am Spalier befestigt. Aus diesen Ruten treiben dann im Laufe der Wachstumszeit senkrechte Triebe heraus, die für die Ernte vorgesehen sind.
  • Diese waagrechten Triebe verbleiben dann auf Dauer am Spalier. Sie verholzen im Laufe der Jahre und bilden immer wieder die senkrechten, Frucht tragenden Ruten, die man dann jedes Frühjahr entsprechend ausschneidet.
  • Im Laufe des Sommers muss der Hobbygärtner entscheiden, ob er mehr am Blattwerk (Schatten!) oder an den Früchten interessiert ist. Dementsprechend müssen immer wieder Weinblätter, die die angesetzten Trauben beschatten, abgeschnitten werden. Sollen die Weinpflanzen Schattenspender an einer Pergola sein, ist natürlich ein gut ausgebildetes Blattwerk wichtiger als die Traubenernte. Hier können durchaus weitere Ruten belassen werden.
  • Will man nur wenige große und saftige Trauben, müssen die weniger großen Fruchtansätze im Sommer herausgeschnitten werden. Auch wilde Austriebe werden in dieser Zeit immer wieder entfernt. 
  • Alternativ können auch zwei bis drei kräftige Triebe bogenförmig an einer Hauswand gezogen werden. Auch diese bilden im Laufe der Vegetationsperiode die fruchttragenden Ruten der Weinpflanzen.