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Weberknecht und Spinne - der Unterschied einfach erklärt

Sind Weberknechte mit ihren langen Beinen eigentlich Spinnen oder eine ganze eigene Art? Und wie unterscheiden sich Spinnen von Weberknechten? Der Artikel gibt Antwort.

Weberknechte fallen durch ihre extrem langen Beine auf.
Weberknechte fallen durch ihre extrem langen Beine auf.

Weberknechte gehören zu den Spinnentieren

Wer die - übrigens völlig harmlosen - Weberknechte mit ihren langen Beinen einmal beobachtet hat, wird sich völlig zu Recht fragen, ob es sich dabei auch um Spinnen handelt.

  • Um es gleich zu sagen: Weberknechte sind keine Spinnen, aber sie gehören zusammen mit den Spinnen zu den sogenannten Spinnentieren, biologisch auch Arachnide genannt. Zu dieser Klasse gehören mehr als 80000 Arten, übrigens (kurioserweise) auch Skorpione, Milben und Zecken, die man auf den ersten Blick hier nicht hinzuzählen würde.
  • Doch was haben Tiere dieser Klasse gemeinsam? Alle Arten der Spinnentiere, so auch die langbeinigen Weberknechte, haben einen (mehr oder weniger klar) unterteilten Körper mit sechs (!) Extremitätenpaaren.
  • Bei den Spinnen bestehen diese aus klauenartigen Mundwerkzeugen (zum Überwältigen der Beute), Tastern sowie vier Paar Schreitbeinen. Spinnen haben entgegen landläufiger Meinung nämlich 8 Beine. Skorpione besitzen Scheren anstelle der Taster und bei den parasitären Milben handelt es sich um Stechborsten.
  • Fast alle Vertreter der Spinnentiere sind Landbewohner.

Weberknecht und Spinne - so kann man sie unterscheiden

  • Tatsächlich denken die meisten Menschen beim Stichwort "Spinne" an das Bauen von Netzen. Allerdings gibt es neben den Netzspinnen etliche weitere Arten, die ganz andere Strategien zum Beutefang entwickelt haben.
  • Weberknechte (auch Kanker genannt) werden - wie bereits erwähnt - oft wegen ihrer langen Laufbeine fälschlich für Spinnen gehalten. Diese Tiere leben jedoch meist in der Bodenstreu, unter Steinen oder im Moos und auf kleineren Gebüschen.
  • Allerdings bauen sie keine Netze, sie gehen noch nicht einmal wie viele Spinnenarten auf die Jagd, sondern ernähren sich überwiegend von (toten) kleineren Insekten oder sogar von verfaulenden Pflanzenresten.
  • Allerdings zerzupfen auch sie ihre Nahrung mit den Mundwerkzeugen, die ähnlich denen von Spinnen sind.
  • Die wenig wehrhaften Weberknechte schützen sich gegen Feinde, indem sie sich tot stellen oder das vom Gegner gefasste Laufbein abwerfen; ein Sachverhalt, den jeder beim Erfassen eines Weberknechtes sicher schon einmal erlebt hat.
  • Wenn Sie unsicher sind, ob vor Ihnen eine Spinne oder ein Weberknecht sitzt, dann schauen Sie einfach auf das Verhältnis von Rumpf zu Beinen. Bei den größten Weberknechten ist der Rumpf nur 1/2 cm lang, die Länge der Hinterbeine können jedoch weit mehr als 10 cm betragen.
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