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Wasserenthärtungsanlagen - Wissenswertes

Das Trinkwasser ist - je nach Region - unterschiedlich hart. In Regionen mit sehr hartem Wasser empfiehlt sich der Einsatz von Wasserenthärtungsanlagen. Sie helfen, Energie zu sparen und steigern die Wasserqualität.

Hartes Wasser beeinträchtigt Elektrogeräte.
Hartes Wasser beeinträchtigt Elektrogeräte. © Harry_Hautumm / Pixelio

Wann Wasserenthärtungsanlagen sinnvoll sind

  • Die Härte des Trinkwassers ist abhängig von seinem Gehalt an Kalzium und Magnesium. Je nach Konzentration wird die Trinkwasserqualität in weich, mittel und hart eingestuft. Besonders in Berlin und Umland, in großen Gebieten im Süden Deutschlands - beispielsweise auch in München -, in Mecklenburg/Vorpommern, im Westerwald und in der Eifel sind teilweise recht harte Trinkwasserqualitäten feststellbar.
  • Bei einer harten Wasserqualität verkalken Haushaltsgeräte sehr schnell, Seife und Waschmittel schäumen nicht so gut wie bei weichem Wasser und auch der Verbrauch an Reinigungsmitteln ist höher.
  • Hinzu kommt, dass bei elektrischen Geräten durch die Kalkablagerungen der Energieverbrauch steigt. Waschmaschinen, Durchlauferhitzer, Wasserboiler, Kaffeemaschinen und Wasserkocher brauchen längere Zeit, um die gewünschte Heizleistung zu erbringen. Der Einsatz von Wasserenthärtungsanlagen kann deshalb aus mehreren Gründen sinnvoll sein.

Wasserenthärtung durch Ionenaustausch

  • Kalzium und Magnesium sind verantwortlich für den Härtegrad des Wassers. Die Entkalkung des Wassers erfolgt auf der Basis eines Ionenaustauschs der Kalzium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen, die vollkommen unschädlich für den Körper sind. 
  • Das Leitungswasser wird über ein Harzbett geleitet. Durch diese Berührung erfolgt der Ionenaustausch. Nach einer bestimmten Menge durchgeflossenen Wassers folgt eine Regenerationsphase des Harzes, in der die aufgenommenen Stoffe mithilfe des Regenerationssalzes herausgespült und in das Abwassersystem abgegeben werden.
  • Wasserenthärtungsanlagen sind für unterschiedliche Durchlaufmengen konzipiert, je nach Größe des Haushalts - für Wohnungen, Einfamilienhäuser oder auch Mehrfamilienhäuser. Natürlich werden auch Anlagen für den gewerblichen Bereich angeboten.

Mechanische Wasserfilterung/-enthärtung - Umkehrosmoseverfahren

  • Bei den Wasserfilteranlagen, die auf dem Umkehrosmoseverfahren basieren, wird das Wasser durch semipermeable Membrane geleitet. Das erzeugt einen osmotischen Effekt, der bewirkt, dass hochreines Trinkwasser entsteht.
  • Die dem Wasser entzogenen Stoffe werden ins Abwasser abgeleitet. Diese Verfahrenstechnik ist hocheffektiv und wird sogar im großen Maßstab für die Meerwasserentsalzung eingesetzt. 
  • Die Wasserfilteranlagen im Umkehrosmoseverfahren werden in der Regel auf eine Wasserquelle bezogen eingebaut - meist in der Küche unter der Spüle oder im Bad, während Wasserenthärtungsanlagen für die gesamte Wasserzufuhr einer Wohnung konzipiert sind.

Physikalische Wasserenthärtung durch Magnetfelder oder elektrische Felder

  • In der Wirkung umstritten sind solche Anlagen, die mit magnetischen oder elektrischen Feldern arbeiten. Die Kristallstruktur des Kalks soll sich hier verändern, sodass die Kristalle sich dann nicht mehr in der Wasserleitung ablagern, sondern herausgespült werden.
  • Die Stiftung Warentest führte Untersuchungen solcher Geräte durch: In nur drei von 13 Fällen war eine Verminderung der Kalkablagerungen feststellbar. 

Fazit: Wasserenthärtungsanlagen, die mittels Ionenaustausch funktionieren, enthärten das Wasser - alle anderen Bestandteile bleiben im Wasser enthalten. Bei Geräten mit Umkehrosmoseverfahren werden hingegen alle Stoffe aus dem Wasser herausgelöst. Die Wasserenthärtung durch physikalische Verfahren ist wissenschaftlich kaum nachweisbar. 

Unterschiedliche Wasserenthärtungsanlagen - Kostenfaktor

  • Sie erhalten eine Anlage für den gesamten Haushalt von bis drei Personen ab ca. 700 Euro, eine Anlage für vier bis fünf Personen liegt bei ca. 900 Euro. Je nach Haushaltsgröße können bis ca. 2.000 Euro zuzüglich Einbaukosten entstehen.
  • Bei Umkehrosmoseverfahren fallen weniger Kosten an - aber es wird damit auch nur jeweils eine Wasserquelle ausgerüstet. Angebote gibt es ab etwa 300 Euro aufwärts. 
  • Elektronische Wasserenthärter liegen im Bereich zwischen 25 und 125 Euro.
  • Die Preise für Wasserenthärter auf Magnetfeldbasis können noch um ein Vielfaches höher liegen - bis zu einigen Tausend Euro.

Stand: Juli 2012

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