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Wasserbär - Besonderheiten dieser kleinen Tiere

Alle Besonderheiten der Wasserbären aufzuzählen, ist leicht, schwer wäre es zu sagen, was bei diesem unglaublichen Tierchen völlig normal und unspektakulär ist. Haben Sie bislang geglaubt, die Kakerlaken seien die heimlichen Herrscher der Welt, was das Alter ihrer Art und ihre Robustheit angeht, dann haben Sie noch nie vom Wasserbär gehört. Lesen Sie, was es über den kleinen Wasserbären zu wissen gibt und lassen Sie sich faszinieren.

Wasserbären sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen.
Wasserbären sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. © Paul-Georg_Meister / Pixelio

Wer bei dem Wasserbären an ein pelziges Tierchen, vielleicht an eine Art Waschbär denkt, hat sich geirrt, der Wasserbär ist nur wenige Millimeter groß und gehört zu den Häutungstieren, er hat acht Beine und wird häufig mit einem geknüllten Staubsaugerbeutel verglichen. Und doch, wer ihn unter dem Mikroskop sieht, denkt zuerst, ist der süß.

Was es über den kleinen Wasserbär zu wissen gibt

  • Seinen Namen bekam der Wasserbär 1773 von seinem Entdecker Johann August Ephraim Goeze, einem Pfarrer aus dem deutschen Quedlinburg. Der kleine Wasserbär stellt eine eigene Art und soll älter als die Dinos sein. Aber das ist noch längst nicht das Besondere an diesem Tier.
  • Der lateinische Name des Wasserbären ist Tardigrada und bezieht sich auf seine langsame Art zu schreiten. Er lebt sowohl unter Wasser, wobei es ihm egal ist, ob in Süß- oder Salzwasser, als auch an Land in Mooskissen. Hauptsache, es ist feucht. Der kleine Wasserbär wird in unterschiedliche Arten eingeteilt, wobei der Lebensraum und die Ernährung die einzigen Unterschiede darstellen.
  • Dem auch als Bärtierchen bekannten Winzling wird nachgesagt, er habe keine Organe, so einfach ist das aber nun auch wieder nicht. Bei dem Wasserbär ist nur eben alles ein wenig anders. 
  • Die Verdauungsorgane müssen Sie sich bei dem Tardigrada als einen langen Schlauch vorstellen, der von der Mundöffnung bis zur Kloake geht. Natürlich ist dieser durchgängige Schlauch in die allgemein bekannten Abschnitte gegliedert: Speiseröhre, Mitteldarm, Enddarm. Auch Speichel kann er produzieren.
  • Der Wasserbär ernährt sich von Pflanzenzellen, aber auch von Fadenwürmern, Bakterien und Pilzsporen. Zwar gilt, wer verdaut, der scheidet auch aus, aber das ist bei dem Wasserbären eine komplizierte Sache, denn, wie alle Häutungstiere, scheidet er Abfälle über die Haut aus, die er regelmäßig wechselt.
  • Sauerstoff nimmt er über die Haut auf. Lungen hat er also tatsächlich nicht. Sein Blut ist durchsichtig und nicht in Blutbahnen unterwegs, sondern frei in seinem Körper.
  • Der Wasserbär ist sowohl zu asexueller Fortpflanzung fähig als auch zur Fortpflanzung mit einem Geschlechtspartner, wobei bei der Parthenogenese (asexuelle Fortpflanzung) wiederum nur hermaphroditische Wasserbären entstehen. Es gibt aber auch Wasserbärarten, die in weiblich und männlich unterteilt werden können.
  • Der achtbeinige Wasserbär ist nicht auf Geschwindigkeit bei der Fortbewegung angewiesen, das wäre auch nicht seine Art. Will er weit kommen, lässt er sich tragen, vom Wind oder von Vögeln, aber auch von Wasserspritzern.

Das wirklich Besondere am Wasserbär

  • Das, was den Wasserbären zu einem Wunder der Natur macht, ist seine Fähigkeit zu überleben. Wobei er, anders als andere Lebewesen auf dieser Welt, eben nicht hartnäckig um sein Leben kämpft, sondern auch schon mal stirbt – für eine Zeit lang.
  • Wird ihm der zum Leben notwendige Wasserfilm entzogen, vertrocknet er und kann als sogenanntes „Tönnchen“ auch schon mal ein Jahr lang oder länger auf Wasser warten. Diesen Prozess der Austrocknung nennt man Anhydrobiose und wenige Tropfen Wasser genügen schon, den Wasserbär wiederzubeleben, als wäre nichts gewesen.
  • Solange Wasser im Spiel ist, kann der Wasserbär glücklich leben. Wobei auch extreme Lebensräume wie heiße Quellen in Asien oder Gletscherseen in Grönland kein Problem sind. In Ozeanen kann er auf dem Boden in über 4000 Metern leben, es reicht ihm aber auch ein feuchtes Mooskissen an Land.
  • Wasserbären wurden auch schon ins Weltall geschossen. Sie kamen zwar nach dem Flug in der offenen Kapsel als Tönnchen wieder auf der Erde an, doch ließen sie sich wiederbeleben und sind damit die ersten Tiere, die schutzlos im Weltraum überlebt haben.

Von den Wasserbären sind mittlerweile 960 Arten bekannt. Die größeren Exemplare können Sie auch mit einer Lupe entdecken.

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