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Was wollte Martin Luther mit den 95 Thesen erreichen?

Erst ca. 20 Jahre nach dem Tod von Martin Luther fanden seine 95 Thesen in einer Niederschrift von Melanchthon Erwähnung. Der breiten Masse der Gläubigen wurde es erst 1858 mit der Erneuerung des Portals der Schlosskirche und dem Einbau der bronzenen "Thesentür" offiziell als Tatsache dargestellt. Diese zeigt, dass Luther mit seinen Thesen nie eine Spaltung der Kirche erreichen wollte.

Martin Luther brachte Bewegung in die Kirchenwelt.
Martin Luther brachte Bewegung in die Kirchenwelt.

Martin Luther und seine 95 Thesen - die Veröffentlichungsweise ist umstritten

  • Bis in die heutige Zeit halten die 95 Thesen, die Martin Luther 1517 an die Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen haben soll, Kirchenhistoriker beschäftigt. Was er damit erreichen wollte, ist zwar unbestritten, was jedoch strittig wurde, ist, ob es wirklich so war, dass er seinen Protest auf diese Art und Weise kundtat. Es gibt keine Augenzeugen, die ihre Beobachtungen dokumentiert haben, um der Nachwelt über die Geschehnisse Zeugnis zu geben. Dass diese 95 Thesen jedoch Teil eines Briefes an den Erzbischof Albrecht von Brandenburg waren, konnte zweifellos belegt werden.
  • Martin Luther wollte mit seiner Protestnote keinesfalls die nachfolgende Reformation vorbereiten oder erreichen, dass hier gewisse vorbereitende Maßnahmen getroffen wurden, um diese letztendlich durchzusetzen. Er war mit seiner "Provokation" noch nicht im Begriff, als der große Reformator in die Kirchengeschichte einzugehen, vielmehr war dies eine reine Protesthandlung, die seinen Missmut gegen die bestehenden Missstände, die in seinen Augen nicht mit der Kirche, dem Papsttum und Gott zu vereinbaren waren, zum Ausdruck bringen sollte. 

Der Reformator wollte erreichen, dass die Sünder wahre Buße taten

  • Zu der Zeit als Martin Luther seine 95 Thesen verfasste, hatte sich gerade eine Finanzierungsmöglichkeit für den Bau des Petersdoms - sowie für die Tilgung der Schulden des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg - gefunden: der "Ablassbrief". Dieser versprach den Erlass aller Sünden und somit, im Todesfall den ungehinderten Einzug ins Himmelreich, selbst für größte Sünden, wenn denn das "Bußgeld" entsprechend hoch ausfiel.
  • Dem späteren Reformator missfiel die Vorgehensweise der Verantwortlichen, die nicht davor zurückschreckten, selbst Ablassbriefe für bereits Verstorbene auszugeben, um diese damit aus dem Fegefeuer loszukaufen. In seinen Augen konnte dieser Ablasshandel nicht im Sinne des von ihm vehement verteidigten Glaubens sein.
  • Das Einzige, was er damit erreichen konnte, war - bereits 1518 - ein Prozess wegen Ketzerei und anschließend die Exkommunikation.
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