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Was tun gegen Leistenprobleme?

Leisten- und Hüftschmerzen sind ein häufiges Problem, da hier viele anatomische Strukturen zusammentreffen, die fein aufeinander abgestimmt harmonieren müssen und daher für Störungen anfällig sind. Häufig kommt es auch zu einer Überlagerung der Leistenprobleme durch Erkrankungen der Wirbelsäule, urologische Erkrankungen, krankhafte Veränderungen innerhalb der Bauchhöhle und sogar durch neurologische Erkrankungen. Die Abklärung von Leistenproblemen ist daher differentialdiagnostisch eine anspruchsvolle Aufgabe.

Leistenprobleme können vom Hüftgelenk kommen.
Leistenprobleme können vom Hüftgelenk kommen.

Leistenprobleme können vielfältige Ursachen haben

Gegen Leistenprobleme kann man als Betroffener nicht sehr viel mehr tun, als zum Beispiel auf sportliche Aktivitäten vorübergehend zu verzichten und im Bedarfsfall ein Schmerzmittel zu nehmen. Legen sich die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage oder aber, die Beschwerden sind sehr intensiv, sollten Sie sich in ärztliche Behandlung begeben.

  • Wenn Sie sich zur Abklärung von Leistenproblemen in ärztliche Behandlung begeben, dann erwarten Sie nicht, dass Ihnen sofort eine Diagnose präsentiert werden kann, da eine Vielzahl von Ursachen die Beschwerden auslösen können.
  • Sie werden sicher viele Fragen beantworten müssen, zum Beispiel nach aktuellen oder auch älteren Verletzungen, welchen sportlichen und natürlich auch beruflichen Aktivitäten Sie nachgehen, ob angeborene Veränderungen bekannt sind.
  • Bei vorangegangenen Unfällen sollten Sie den Unfallhergang so genau wie möglich beschreiben. Ein direktes Trauma, wie zum Beispiel eine Prellung, führt zu ganz anderen Verletzungen als ein indirektes Trauma, bei dem das Hüftgelenk und seine anatomischen Strukturen überdehnt worden sind.
  • Auch wenn Sie keinen Unfall hatten, überlegen Sie, was Sie in den letzten Tagen vor Auftreten der Leistenprobleme alles unternommen hatten. Waren Sie sportlich aktiv und haben ohne ausreichendes Aufwärmtraining sofort losgelegt? Auf diese Art und Weise können beispielsweise auch Muskelverletzungen entstehen, nicht nur durch einen Unfall.
  • Auch Verletzungen des Hüftgelenks sind ohne Unfall möglich, nämlich durch kraftvolle Ausfallsschritte, bei denen Sie das Bein abspreizen und gleichzeitig drehen, was im ungünstigsten Fall sogar zu Knorpelverletzungen der Hüftpfanne führen kann.
  • Versuchen Sie auch, den Schmerzcharakter so genau wie möglich zu beschreiben: Besteht ein Dauerschmerz, den Sie auch in Ruhe verspüren oder aber ein Schmerz, der nur gelegentlich auftritt, ist der Schmerz dumpf oder scharf und schneidend? Können Sie beim Auftreten des Schmerzes weiter gehen oder müssen Sie abrupt stehen bleiben? Knicken Sie schmerzbedingt im Hüftgelenk ein?
  • Verspüren Sie einen stechenden, scharfen Schmerz in der Mitte der Leiste und strahlt dieser eventuell in die Vorderseite des Oberschenkels aus, spricht das nicht selten für ein Hüftgelenksproblem wie auch ein dumpfer Schmerz, der unter Belastung zunimmt. Liegt der Schmerzpunkt mehr zum Genitalbereich hin, muss auch an einen Leistenbruch gedacht werden. Liegen die Leistenprobleme eher über der Außenseite des Hüftgelenks kann auch die Entzündung eines Schleimbeutels, der sich hier befindet, ursächlich sein.
  • Auch Veränderungen an der Lendenwirbelsäule führen häufig zu Beschwerden in der Leistenregion. Ursächlich können Verschleißerscheinungen, Fehlstellungen, Nervenwurzelreizungen und Bandscheibenvorfälle sein.

Leistenschmerz bei Sportlern: Meist ist es keine Adduktorenzerrung

  • Da bei Sportlern Hüftgelenk und Leistenbereich zum Teil erheblichen Belastungen ausgesetzt werden, sollten Sie alle Ihre sportlichen Aktivitäten aufzählen. Bei nicht wenigen Sportarten wird das Hüftgelenk bis an die Grenzen seines natürlichen Bewegungsausmaßes oder sogar darüber hinaus belastet. Beim Fußball sind das die endgradigen Schussbewegungen des Spielbeins, beim Eishockey bestimmte Abwehrtechniken des Torwarts, beim Hürdenläufer das Nachziehen des Sprungbeins und beim Bodenturner der Spagat. Aber auch bei weniger rasanten Sportarten wie Golf und Tanzsport sind die Hüftgelenke gefährdet.
  • Bei vielen Sportlern, nicht nur bei Profis, sondern auch bei Ihnen als Freizeitsportler, werden belastungsbedingte Hüftgelenksveränderungen häufig als Adduktorenzerrung fehlinterpretiert und entsprechend falsch behandelt, was nach Jahren zu einem vorzeitigen Verschleiß des Hüftgelenks führen kann.
  • Akute und chronische Leistenprobleme müssen daher ernst genommen und gründlich abgeklärt werden. Neben einer sorgfältigen körperlichen Untersuchung werden Sie sich auch einer sogenannten bildgebenden Diagnostik unterziehen müssen: Röntgenuntersuchung, Sonografie, Kernspin- und Computertomografie.
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