Was tun gegen lästige Werbeanrufe?
Leider hat es sich in den letzten Jahren vermehrt eingebürgert, dass die verschiedensten Unternehmen ihre Marketingaktionen über Telefon durchführen. Dabei greift man verstärkt auf die sogenannte Kaltakquise zurück, die in Deutschland nur noch eingeschränkt erlaubt ist. Das bedeutet, dass nicht nur Bestandskunden angerufen werden, sondern auch unabhängige Verbraucher, die als Neukunden geworben werden sollen, mit Werbeanrufen belästigt werden. Man sollte das nicht stillschweigend in Kauf nehmen, sondern versuchen, sich gegen derlei Belästigungen zu wehren. Außerdem gibt es einige Tricks, die man im Vorfeld beachten kann, damit die Unternehmen erst gar nicht an persönliche Daten gelangen.
- 19.05.2010 Lena Lehmann
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
- Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Daten sparsam weitergeben. Füllen Sie also keine Karten für Gewinnspiele aus und achten Sie auch bei Registrierungen im Internet und bei Vertragsunterzeichnungen auf das Kleingedruckte.
- Reagieren Sie bei Anrufen demotivierend. Denken Sie daran, dass ausweichende oder unbestimmte Aussagen den Anrufer dazu anhalten, sich erneut bei Ihnen zu melden. Beenden Sie das Gespräch so schnell wie möglich und sagen Sie klar und deutlich, dass von Ihrer Seite kein Interesse an weiteren Anrufen besteht. Sollte das gleiche Unternehmen erneut anrufen, fragen Sie genau nach, wer am Telefon ist, von wo angerufen wird, woher man Ihre Daten hat und verlangen Sie gegebenenfalls einen Vorgesetzten. Sie werden sehen, dass solche Maßnahmen zumeist abschreckend für Werbeanrufer wirken.
- Sollten Sie mehrfach energisch vorgegangen sein, können Sie sicher sein, dass Sie auf der sogenannten „schwarzen Werbeverweigererliste“ landen. Diese tauschen die einzelnen Callcentern untereinander aus und man wird Ihre Nummer mit hoher Wahrscheinlichkeit nach und nach aus den Datenbeständen entfernen.
- Erkundigen Sie sich genau, über welche Kanäle Ihre Daten im Callcenter gelandet sind. Bei Anrufen von seriösen Unternehmen wird man Ihnen Auskunft geben. Oft sind Ihre Daten von "Post Direkt" an die einzelnen Callcenter verkauft worden. Sollte dies der Fall sein, so rufen Sie dort an und lassen Sie Ihre Daten dort zur Weitergabe sperren. Auch die anrufenden Unternehmen sollten Sie darum bitten, dass man Ihre Daten löscht.
- Sollte es sich um offensichtlich unseriöse Anrufer handeln, die auch nach o.g. Maßnahmen nicht aufhören, Sie zu belästigen, haben Sie die Möglichkeit, zeitweise eine Fangschaltung an Ihrem Telefonanschluss einzurichten. Mit dieser können Sie auch Anrufer, die Sie mit unterdrückter Nummer anrufen, lokalisieren. Die Kosten dafür können Sie im Nachhinein Mithilfe eines Anwalts von den anrufenden Unternehmen zurückfordern. Außerdem wird der Anwalt eine Unterlassungserklärung erwirken, dass weitere Werbeanrufe auf Ihre Nummer bei Strafandrohung verboten sind.
- Sollte Sie jemand trotz unterzeichneter Unterlassungserklärung erneut mit Werbeanrufen belästigen, können Sie Schadenersatzforderungen geltend machen, die bis zu einem fünfstelligen Betrag reichen können.
- Ein weiterer Trick, um lästige Anrufer zu vergraulen: Die meisten Callcenter versuchen es nur mit drei Anrufen, bevor sie den Kontakt mit dem Vermerk „nicht erreichbar“ aus der Liste streichen. Lassen Sie Ihren Anrufbeantworter immer eingeschaltet und bitten Sie Ihre Freunde, Verwandten und Bekannten, eine Nachricht aufzusprechen. Auch jeder andere seriöse Anrufer wird auf Ihren AB sprechen und seine Nummer hinterlassen. Callcenter hingegen sprechen in der Regel nicht auf Anrufbeantworter und werden nach einigen Versuchen garantiert nicht mehr bei Ihnen anrufen.
- Also, lassen Sie sich nicht nerven und vor allen Dingen nicht unterkriegen. Mit einem klaren "Nein" am Telefon und ein wenig Recherche nach den Hintermännern und der Aufforderung, Ihre Daten nachhaltig zu löschen, werden auch Sie bald garantiert Ihre Ruhe haben.
