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"Was tun gegen Feigwarzen? - So handeln Sie richtig

Feigwarzen oder spitze Kondylome, medizinisch Condylomata accuminata, zählen zu den weitestverbreiteten sexuell erworbenen Krankheiten und sind die Folge einer Virusinfektion (humanes Papillomvirus) im Genital- und Analbereich, von der ca. 0,1 % der Bevölkerung betroffen sind. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens Feigwarzen zu entwickeln, liegt bei über 10 %. Was Sie gegen Feigwarzen tun können, erfahren Sie hier.

Bei Feigwarzen-Erkrankung ist ärztliche Beratung angebracht.
Bei Feigwarzen-Erkrankung ist ärztliche Beratung angebracht.

Feigwarzen sind hochinfektiös

Die Virusübertragung erfolgt in der Regel durch Geschlechtsverkehr, in seltenen Fällen über andere Infektionswege wie gemeinsames Baden oder das gemeinschaftliche Benutzen von Handtüchern. Feigwarzen können sich in unterschiedlichen Ausprägungsformen entwickeln: sie können einzeln oder in Gruppen als stecknadelkopfgroße Knötchen auftreten, die Entwicklung großer, blumenkohlartiger Knoten ist jedoch möglich.

  • Sollten Sie die vorgenannten Veränderungen im Genital- und/oder Analbereich entdeckt haben, dann stellen Sie bitte keine Selbstdiagnose, sondern begeben sich sicherheitshalber in ärztliche Behandlung.
  • Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, eine gute Anlaufadresse sind aber auch Dermatologen und Urologen. Frauen sollten Rücksprache mit Ihrem Gynäkologen halten. Die Diagnose ist in der Regel eine „Blickdiagnose“, da die Veränderungen sehr typisch sind. Da die Feigwarzen in der Scheide bzw. Enddarm vorkommen können, sind eine gynäkologische Untersuchung sowie eine kurze Enddarmspiegelung sinnvoll.
  • Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass Feigwarzen hochinfektiös sind. Unbehandelt können Sie die auslösenden Viren an Ihren Sexualpartner/in weitergeben. Wird die Diagnose bestätigt, sollten Sie mit Ihrem Partner/in darüber sprechen, damit auch diese/r sich in ärztliche Behandlung begibt. Sind beide Partner infiziert macht es wenig Sinn, wenn nur einer behandelt wird.
  • Die Diagnose „Feigwarzen“ wird Sie möglicherweise schockieren. Sie brauchen sich jedoch nicht dafür zu schämen, denn Feigwarzen haben nicht zwangsläufig etwas mit einem zügellosen Sexualleben zu tun und sind auch keine „Schwulenkrankheit“, wie früher gerne unterstellt wurde.
  • Ist die Diagnose Feigwarzen gestellt, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt gemeinsam überlegen, wie vorgegangen wird. Bei Feigwarzen besteht nämlich eine nicht vorhersehbare Entwicklung, das heißt es kann bei einigen wenigen kleinen Knötchen bleiben und in bis zu 30 % der Fälle verschwinden die Feigwarzen nach mehreren Monaten wieder von selbst.
  • Da die Feigwarzen keine Schmerzen verursachen und nur gelegentlich Juckreiz und kleine Blutungen (Spuren am Toilettenpapier), könnten Sie bei kleinen Befunden zunächst einfach nur abwarten, sollten den Befund jedoch regelmäßig ärztlich kontrollieren lassen. Vergessen Sie nicht Ihren Sexualpartner zu informieren und benutzen Sie so lange Kondome!

Was tun gegen ausgeprägte Feigwarzenbildung?

  • Bei ausgeprägten Befunden oder aber auch, wenn Sie den Wunsch haben, was gegen die Feigwarzen zu tun, kommen verschiedene Maßnahmen infrage, sowohl konservative als auch operative. Hierbei müssen Sie bedenken, dass nur die Warzen entfernt werden können, nicht jedoch die auslösenden Viren, sodass Sie bei allen Maßnahmen damit rechnen müssen, dass zu einem späteren Zeitpunkt erneut Feigwarzen auftreten.
  • Für die konservative Behandlung von vereinzelten Warzen stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die lokal als Cremes oder Lösungen aufgetragen werden müssen. Es gibt Präparate, die Sie selbst regelmäßig auftragen können sowie Präparate, die ärztlicherseits aufgetragen werden müssen. Alle Präparate sind rezeptpflichtig, auch die zur Selbstbehandlung. Zu den Wirkstoffen gehören u. a. Podophyllotoxin, Imiquimod und Trichloressigsäure.
  • Lassen Sie sich unbedingt über die Nebenwirkungen informieren und bedenken Sie auch, dass nicht alle Präparate für Sie geeignet sein müssen. So ist der Wirkstoff Podophyllotoxin für Jugendliche, Schwangere und stillende Frauen tabu.
  • Bei ausgedehnten Befunden, blumenkohlartigen Knoten und Feigwarzen, die im Analkanal befindlich sind, kommen konservative Maßnahmen nicht mehr in Betracht. Diese müssen entweder operativ entfernt werden, einer Laser- oder Vereisungstherapie unterzogen werden. Auch bei diesen Maßnahmen sind spätere Rezidive möglich.

Feigwarzen zählen zu den weitestverbreiteten sexuell erworbenen Krankheiten. Sie verursachen kaum Beschwerden und müssen bei vereinzeltem Vorkommen nicht zwangsläufig sofort behandelt werden. Eine ärztliche Untersuchung und Beratung ist dennoch ratsam, damit gemeinsam überlegt werden kann, was gegen die Feigwarzen zu tun ist und um bei einer Größenzunahme rechtzeitig eingreifen zu können. Da Feigwarzen hochinfektiös sind, müssen Sexualpartner unbedingt darüber informiert werden.

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