Alle Kategorien
Suche

Was sind Verbindlichkeiten? - Kleines Einmaleins der Buchführung

"Was sind Verbindlichkeiten?" - die Antwort ist einfach. Verbindlichkeiten sind in buchhalterischer Sicht Schulden, die den offenen Forderungen gegenüberstehen.

Verbindlichkeiten werden in der Bilanz ausgewiesen.
Verbindlichkeiten werden in der Bilanz ausgewiesen. © Paul-Georg Meister / Pixelio

"Was sind Verbindlichkeiten?" - Handelsgesetzbuch definiert eindeutig

  • Das Handelsgesetzbuch (HGB) sagt, Verbindlichkeiten sind eine Vermögensbelastung, die in der Bilanz eindeutig nachgwiesen werden müssen. 
  • Unter Verbindlichkeiten versteht man in der Buchführung alle Schulden, die ein Unternehmer gegenüber Dritten hat. Dies können Bankdarlehen sein oder offene Rechnungen bei anderen Händlern und Lieferanten.
  • Im, Gegensatz zu Rückstellungen, deren Fälligkeit und tatsächlicher Eintritt noch nicht genau feststehen, müssen Verbindlichkeiten in den Passiva der Bilanz genau nachgewiesen werden. Für die Verbindlichkeit besteht ein konkreter Zeitpunkt, zu dem diese erfüllt werden muss, 
  • Eine Saldierung der Verbindlichkeiten mit Forderungen, Guthaben oder sonstigen Vermögensgegenständen ist nicht zulässig (Saldierungsverbot).

Schulden sind nicht gleich Schulden

  • Für einen Unternehmer sind Schulden nicht gleich Schulden. Verbindlichkeiten können ganz bewusst eingegangen werden. Hintergrund ist die steuerliche Behandlung von Schuldzinsen bei Unternehmen. 
  • Es kann für eine Firma sinnvoller sein, Maschinen oder Autos zu finanzieren oder zu leasen, statt diese bar zu bezahlen. Die anfallenden Zinsen sind Betriebsausgaben, die mit den Einkünften verrechnet werden, und den steuerpflichtigen Gewinn mindern. 
  • Darüber hinaus werden die Eigenmittel nicht angegriffen. 
  • Den Verbindlichkeiten auf der Passivseite der Bilanz stehen die offenen Forderungen auf der Aktivseite gegenüber. Auch hier ist eine Saldierung untersagt, die Positionen müssen eindeutig für sich aufgelistet sein. 
  • Grundlage für die Bilanzierung ist die Verbuchung der einzelnen Geschäftsvorfälle in der laufenden Buchhaltung, die sich dann in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen. Die Bilanz selbst ist die Gegenüberstellung der Vermögenswerte und der Schulden. 
Teilen: