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Was sind Streptokokken? - Wissenswertes

Streptokokken sind Bakterien, die eine ganze Reihe alltäglicher, aber auch gefährlicher Erkrankungen verursachen können. Je nach ihren Eigenschaften werden sie in verschiedene Untergruppen eingeteilt.

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Streptokokken können Ketten bilden.
Streptokokken können Ketten bilden.

Allgemeines zu Streptokokken

  • Streptokokken gehören zur Gruppe der Kokken, also der Kugelbakterien. Zu dieser Gruppe gehören auch die Staphylokokken und die Pneumokokken.
  • Streptokokken sind grampositiv, haben also eine dickere Mureinhülle. Die Gramfärbung von Bakterien dient der Unterscheidung in grampositive und gramnegative Bakterien und damit der Erregeridentifizierung.
  • Streptokokken ordnen sich in Paaren oder Ketten an. Sie sehen dann etwa aus wie eine Perlenkette.
  • Streptokokken sind keine Sporenbildner. Sporen bildende Bakterien haben oft den Vorteil - also für den Menschen den Nachteil -, dass ihre Sporen Jahre überdauern können, ehe ein passender Wirt oder ein passendes Milieu bereitsteht.
  • Streptokokken können außerdem fakultativ anaerob leben, d. h., sie leben zwar eigentlich in einem sauerstoffhaltigen Milieu, können aber auch ohne Sauerstoff überleben und sich vermehren.

Das sind die verschiedenen Untergruppen

Streptokokken lassen sich auf zwei verschiedene Arten in Untergruppen einteilen. Grundlage der ersten Einteilung ist die Hämolyse, also die Fähigkeit der Bakterien, den bluthaltigen Nährboden aufzulösen.

  • Alphahämolysierende Streptokokken lysieren das Blut nur teilweise, sodass ein grüner Nährboden entsteht. Man spricht daher auch von vergrünenden Streptokokken.
  • Betahämolysierende Streptokokken lösen den Blutfarbstoff vollständig auf. Ein weißer Hof entsteht.
  • Gammahämolysierende Streptokokken lösen den Blutfarbstoff überhaupt nicht auf.

Daneben lassen sich die Streptokokken in die Sero-Gruppen A bis Q unterteilen, von denen aber nur die wichtigsten Gruppen A bis C vorgestellt werden. Diese Unterteilung ist auf ihren Oberflächenantigenen begründet.

  • Streptokokken der Gruppe A sind betahämolysierend. Sie sind vor allem Erreger bei akuten Atemwegsinfektionen wie Mandel- oder Mittelohrentzündung oder Scharlach, bei Hautinfektionen wie dem Erysipel oder bei Infektionen der Weichteile. Sie können ernsthafte Folgeerkrankungen wie das rheumatische Fieber mit seinen vielen schweren Komplikationen oder eine Glomerulonephritis, also eine Entzündung des Funktionsgewebes der Niere, nach sich ziehen. Ca. zwei Wochen nach einer Infektion mit betahämolysierenden Streptokokken der Gruppe A sollte daher auf rheumatisches Fieber und Nephritis untersucht werden.
  • Streptokokken der Gruppe B sind bei Menschen vor allem für Infektionen des Urogenitaltraktes sowie des Mundes oder Rachens verantwortlich. Sie können auch eine Sepsis (Blutvergiftung), eine Meningitis (Hirnhautentzündung) oder eine Wundinfektion hervorrufen. Streptokokken der Gruppe B sind außerdem Erreger der Neugeborenensepsis.
  • Streptokokken der Gruppe C sind betahämolysierend. Sie kommen unter anderem bei Rachenentzündung und Wundinfektionen vor.

Es gibt auch Streptokokken, die den Menschen besiedeln, ohne ihm zu schaden, zum Beispiel in der Mundhöhle oder im Darm. Diese Streptokokken können unter Umständen bei einer Immunschwäche zu Erkrankungen führen.

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