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Was kostet ein Haus? - Einfache Kostenrechnung Schritt für Schritt

Ein eigenes Haus ist für viele ein Traum. Was dieses kostet, ist allerdings meist sehr schwer zu berechnen. Zu abhängig sind die endgültigen Kosten von den persönlichen Prioritäten der Bauenden, der Lage und der Größe des Objektes. Trotzdem ist es möglich, zumindest die verschiedenen Positionen für eine Kostenrechnung aufzulisten und so zu einem überschlägigen Wert zu kommen.

Was jedes Gewerk für ein Hausbau kostet, sollte gut kalkuliert werden.
Was jedes Gewerk für ein Hausbau kostet, sollte gut kalkuliert werden.

Was vor dem Baubeginn des Hauses berechnet werden muss

  • Zuerst muss ein passendes Grundstück gekauft werden. Die Kosten für dieses variieren enorm. So sind im Großraumrand Preise von 60 € je Quadratmeter möglich, wohingegen Grundstücke in Großstädten bei ca. 300 € liegen. Wirkliche Top-Lagen können dabei Kosten produzieren, die noch weit über 1.500 € angesiedelt sind.
  • Auf dem Grundstückskaufpreis sind noch einmal Kosten in Höhe von 3,5% für die Grunderwerbssteuer, evtl. ca. 3-6% für die Maklercourtage und ca. 2% für Notar- und Gerichtskosten aufzuschlagen.
  • Sollte ein altes Gebäude noch abgerissen werden müssen, können Sie noch einmal mit ca. 5.000 € für kleinere, konstruktiv einfache Bauten wie Garagen und mit ab ca. 10.000 € für ein wirkliches Haus rechnen.
  • Teilweise müssen Grundstücke noch besonders aufgearbeitet, befestigt oder abgepumpt werden. Oder es stehen evtl. sehr viele Bäume auf dem Grundstück, die erst gefällt werden müssen. All diese Zusatzkosten sind kaum pauschal zu veranschlagen und sollten deswegen im Kaufpreis des Grundstückes verrechnet werden. Z.B. könnte ein Grundstück für jeden großen Baum, der gefällt werden muss, um ca. 400 € billiger gekauft werden.


Das Gebäude kostet am meisten

  • Ein durchschnittliches Haus ohne besondere Ausstattungsmerkmale wie Wintergärten, Solardächer oder Außentürmchen kostet ca. 250.000 €. Dabei entfällt ungefähr die Hälfte auf den reinen Rohbau und die andere Hälfte auf weitere Arbeiten.
  • Den größten Teil der Kosten des Rohbaus nehmen die Arbeiten für die Herstellung der Mauern ein. Ob nun Beton-, Klinker- oder Stahlkonstruktion - die Kosten belaufen sich auf ca. ab 70.000 € und werden mit zunehmender Größe eines Gebäudes natürlich auch immer mehr. Besonders ausgefallene Schnitte erhöhen diese Kosten ebenso rapide.
  • Die beiden nächstgrößten Positionen des Rohbaus sind die Dachdeckerarbeiten sowie die Holzarbeiten in der Konstruktion. Beide Arbeitsschritte kosten jeweils ungefähr 12.000 € aufwärts.
  • Die restlichen Kosten des Rohbaus belaufen sich ca. auf weitere 12.000 € und umfassen Bodenarbeiten, soweit diese nicht mehr als Aushub sind, Kanalisierungsarbeiten zur Herstellung von Versorgerverbindungen und Kosten für spezielle Elemente innerhalb des Rohbaus, die von Fachleuten geprüft oder gebaut werden müssen, wie z.B. ein Schornstein.
  • Nachdem der Rohbau eines Hauses fertiggestellt wurde, müssen weitere Arbeiten beachtet werden. Der größte Posten sind hierbei die Installation von Fenstern und Außen- sowie Innentüren. Diese Arbeit schlägt mit ca. 25.000 € zu Buche. Es sollte bedacht werden, dass gerade bei Fenstern mit einer hohen Abdichtungsleistung eine kontrollierte Wohnraumentlüftung für ca. 11.500 € eingebaut werden sollte. Ansonsten verkehrt sich der Vorteil der Abdichtung in eine hermetische Abschottung des Hauses, welche in Feuchtigkeitsbildungen resultiert.
  • Fast ebenso teuer ist die Heizungsinstallation. Selbst eine ganz gewöhnliche Heizung ohne besondere Einspareffekte kostet insgesamt mit Verrohrung, Einbau des Heizkessels und der Heizkörper ca. 20.000 €.
  • Der Außenputz ist mit ca. 13.000 € zu veranschlagen und damit mit der gesamten Elektronik (ca. 12.000 €) und dem Sanitärbereich (ca. 10.000 €) eine weitere Großinvestition.
  • Die verschiedenen Innenraumarbeiten wie Innenputz, Fliesenverlegungen, Estrichverarbeitung für den Fußboden und anschließende Bodenbeläge sind für sich selber nicht sonderlich teuer, kosten aber zusammen auch ca. 30.000 €.
  • Zuletzt sind noch kleinere Arbeiten von Malern, dem Trockenbau und Schlossern für ca. 14.000 € zu veranschlagen.
  • Zu diesen Kosten kommen noch verschiedene Kosten für Sachverständige und Fachleute hinzu, die nicht überschlägig geschätzt werden können. Dies sind verpflichtende Kosten für z.B. Vermesser oder Prüfstatiker und optionale Kosten, wenn z.B. ein Architekt beschäftigt wird. Zumindest was Architekten kosten, kann aber relativ leicht nach der HOIA-Gebührenordnung kalkuliert werden. Sie werden mit ca. 10% des Herstellungspreises bezahlt.
  • Nach der Fertigstellung des Hauses sind noch einige kleinere Posten zu bedenken. So kosten die Außenanlagen (Pflastersteine, ein Zaun oder die Anlage des Gartens) mindestens weitere 5.000 €.
  • Außerdem werden zumeist noch Kosten durch Straßensperrungsgenehmigungen und Baustelleneinrichtungen, Baustrom und Bauwasser sowie von Darlehensgebern verpflichtende Versicherungen während der Bauzeit nach Fertigstellung des Hauses verrechnet. Auch hier sind nochmals ca. 5.000 € einzuplanen.
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