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Was kann man tun, wenn Katzen kratzen?

Katzen wird so einiges nachgesagt - dass sie Fisch lieben und Wasser hassen. Angeblich sehen sie Geister und können durch ihre Körperwärme Verspannungen lösen. Sie sind reinlich, sanftmütig und haben ihren eigenen Kopf. Wenn auch nicht jedes Klischee auf jede Katze passt, dass die Schmusetiger wirklich stur sind, hat wohl jeder Katzenbesitzer schon einmal zu spüren bekommen. Die sture Art der Katze kann dabei auch amüsant sein, doch bei manchen Angewohnheiten lacht selbst der Katzenliebhaber nicht mehr, so zum Beispiel wenn die Mieze sich in den Kopf setzt, Tapeten und Möbelstücke als Kratzoase zu nutzen. Doch was können Sie tun, wenn Ihre Katzen kratzen?

Katzen kratzen vor allem zur Körperpflege.
Katzen kratzen vor allem zur Körperpflege.

Gründe, aus denen Katzen kratzen

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  • Um der Katze das Kratzen auszutreiben, müssen Sie Ursachenforschung betreiben. Zunächst ist das Kratzen etwas vollkommen Natürliches und darf einer Katze in keinem Fall völlig untersagt werden. Um ihre Krallen zu schärfen, müssen Kitten sie an rauen Oberflächen wetzen, sodass das Kratzen in allererster Linie der Körperpflege dient. Nicht nur schärfer werden die Krallen durchs Kratzen, auch werden die Kitten beim Wetzen Dreck und Fremdkörper los, was für die äußerst reinlichen Tiere ein unerlässlicher Vorgang ist.
  • Ein weiterer Punkt, der Katzen zum Kratzen bringt, ist ihr Revierverhalten. Durch das Wetzen der Krallen an einem Gegenstand leert die Katze eine Duftdrüse an den Pfoten und markiert so ihren Besitz. Eine Katze, die aus Revierverhalten kratzt, wird dabei immer dieselben Gegenstände zerkratzen. Sobald sie nämlich einen Duftpfad gelegt hat, folgt sie dem auch bei der nächsten Kratztour, um die Reviermarkierungen aufzufrischen. Das Zerkratzen von Möbelstücken häuft sich somit vor allem unter Wohnungskatzen. Eine Katze, die wann immer sie es möchte, nach draußen kann, zieht ihre Reviergrenzen eher an Bäumen und Sträuchern und muss sie nicht in der Wohnung setzen.
  • Dass vor allem Wohnungskatzen kratzen, mag auch durch die Tatsache bestärkt werden, dass viele Miezen sich den Tag über langweilen. Lebt eine Katze alleine in einer Wohnung und hat sie nicht einmal einen Artgenossen, der ihr den Tag interessanter macht, kommt es schnell vor, dass sie Dummheiten anstellt, um wenigstens die Aufmerksamkeit des Besitzers zu wecken und von ihm beschäftigt zu werden.
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So halten Sie Katzen vom Kratzen ab

Um die Katze vom Kratzen abzuhalten, gibt es eine Vielzahl von Lösungen, doch kann es immer passieren, dass mehr als die Hälfte von ihnen nicht fruchtet.

  • Das wichtigste Accessoire zur Unterbindung des Kratzens ist der Kratzbaum. Haben Sie keinen, sollten Sie sich nicht wundern, wenn Ihre Kitte ihre Krallen einfach wetzt, wo sie will - Sie müssen ihr unbedingt Alternativen schaffen, wenn Sie Ihre Möbel nicht innerhalb eines Vierteljahres wegwerfen wollen. Auch Kratzplatten eignen sich gut, weil Sie die installieren können, wo auch immer Sie wollen.
  • Nimmt die Katze den Kratzbaum nicht an, kann das viele Ursachen haben. Zum einen ist der Duftpfad, dem sie bei ihren Reviermarkierungen folgt, nicht gegeben. Wenn Sie die Katze öfter einmal direkt auf dem Katzenbaum streicheln und sie sich so an der Kratzvorrichtung reibt, gibt sie ihren Duft auf den Baum ab und wird ihn danach eher zum Kratzen nutzen. Achten Sie beim Platzieren des Baumes darauf, dass er sich möglichst nah an dem Ort befindet, an dem Ihre Kitte sich momentan die Krallen wetzt. Kratzplatten bringen Sie direkt an diesen Stellen an. Grundsätzlich werden Kratzbäume eher angenommen, wenn sie sich zwischen Futterstelle und Schlafplatz der Katze befinden.
  • Baldrian und Katzenminze sollen auf viele Katzen eine anregende Wirkung haben. In jedem Fachgeschäft können Sie Öle kaufen, die einen der Stoffe enthalten, um sie schließlich auf die alternativen Katzvorrichtungen wie Kratzbaum und -platte zu träufeln und Ihre Katze so zur Nutzung der Anschaffungen zu bewegen. Zwar funktioniert dieses Vorgehen nicht bei jeder Kitte, weil viele unberührt von beiden Gerüchen bleiben, probieren sollten Sie es trotzdem.
  • Die Nutzung von Kratzalternativen wird für jede Katze attraktiver, wenn Sie die beliebtesten Kratzecken der Katze mit katzenunverträglichen Gerüchen einreiben. So meiden Katzen Stellen, die mit Zitrusgeruch oder Essig bedeckt sind. Auch ein Fernhaltespray lässt sich in jedem Tierfachhandel erwerben. Sie sollten Ihre Wohnung jedoch keinesfalls flächendeckend mit einem solchen Spray einsprühen - so könnte die Katze sich überhaupt nicht mehr drinnen bewegen. Eine weitere wirksame Methode ist das Sprühen mit Wasser. Dafür müssen Sie aber immer ein Auge auf die Katze haben, um sie genau dann mit Wasser zu bespritzen, wenn sie zum Kratzen an verbotenen Gegenständen ansetzt. Zu oft sollten Sie dieses Verfahren aber nicht anwenden und sobald die Katze zurückzuckt, müssen Sie die Attacke stoppen - sonst weiß sie gar nicht mehr, warum die bestraft wird und das Gesprühe wird zur Tierquälerei.
  • Kratzt eine Katze aus Langeweile, gilt es, sie zu beschäftigen. Wenn sie schon nicht raus darf, sollten Sie zumindest regelmäßig mit ihr spielen oder überlegen, einen Artgenossen dazuzuholen, mit dem sie sich die Langeweile vertreiben kann. Wenn Sie sich sicher sind, dass Ihre Katze kratzt, um Ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, sollten Sie auch, wenn es schwer ist, nicht auf ihr Kratzen reagieren. Auch wenn sie sie schimpfen, geben sie ihr nämlich Aufmerksamkeit - ob das nun Wut ist, interessiert die Kitte oft wenig.  
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Egal welche Methode Sie schließlich anwenden, bedenken Sie immer das Wesen der Katze und gehen Sie mit Geduld vor, weil Sie das Ganze sonst nur unnötig Nerven kosten wird. Und was Sie Nerven kostet, macht Ihrer sturen Katze bestimmt noch mal doppelt so viel Spaß.

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