Was kann ich gegen Schimmel an der Wand tun?

Schimmel an der Wand muss nicht sein. Man kann einiges dagegen tun. Schimmel an der Wand muss nicht sein. Man kann einiges dagegen tun.
Dunkle, meist feuchte Flecken auf der Tapete und ein modriger Geruch in der Luft sind die üblichen Symptome für Schimmel an der Wand. Dies wird meist durch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum verursacht. Der Schimmel muss unbedingt entfernt werden. Denn: Er birgt gesundheitliche Risiken durch die in der Luft schwebenden Schimmelsporen, die Luftnot, Atembeschwerden, Husten, Kopfschmerzen und andere allergische Reaktionen hervorrufen können.
Daniel Berseling
01.06.2010 Daniel Berseling
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • Lappen
  • Staubsauger mit Feinstaubfilter
  • Ethanol/ Ethylalkohol
  • Mund- und Atemschutz
  • Schutzbrille
  • Schutzhandschuhe
  • Müllbeutel aus Plastik

Entstehung von Schimmel – Vorbeugen durch richtiges Lüften und Heizen

  • Sind Fenster oder Wände feucht und beschlagen, deutet dies auf zu hohe Luftfeuchtigkeit hin. Schimmel an der Wand kann man bereits im Vorfeld verhindern durch ein paar einfache Maßnahmen.

  • Wichtig ist regelmäßiges Stoßlüften mehrmals täglich 5-10 Minuten. Schalten Sie dabei die Heizung aus wegen des sonst zu hohen Energieverbrauchs. Ist der Raum sehr ausgekühlt, heizen Sie vorher. Denn je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit kann Sie aufnehmen, um dann beim Lüften nach draußen abgeleitet zu werden. 

Störfaktoren der Luftzirkulation: Möbel, Gardinen und Bilder an der Wand

  • Achten Sie darauf, dass die  Möbel nicht zu nahe an der Wand stehen oder die Zirkulation der Luft durch Gemälde, Bilder an der Wand oder größere Vorhänge und Gardinen gestört wird. Rücken Sie die Möbel einfach ein paar Zentimeter von der Wand weg.

Ursachen-Suche: Wo kann der Schimmel noch herkommen?

  • Durch gezieltes Heizen, Lüften und Möbelabrücken verringert sich die Gefahr der Schimmelentwicklung. Diese Maßnahmen sind begleitend auch bei vorhandenem Schimmelbefall durchzuführen.
  • Allerdings sind sie bei bereits vorhandenem Schimmelbefall nur dann wirksam, wenn der vorhandene Schimmel bereits entfernt wurde ebenso wie andere Ursachen wie Mängel am Bauwerk, feuchte Mauern, Rohrbruch. Mit solch größeren Maßnahmen sollten Sie einen Fachmann betrauen.
  • Nicht nur der Schimmel, sondern auch seine Ursache muss bekämpft werden, sonst ist der Befall schnell wieder da.

Wann kann ich den  Schimmel an der Wand selbst entfernen?

  • Kleinere Sanierungen bei recht frischem oder oberflächlichem Befall (Flächen nicht größer als ca. ein halber Quadratmeter) können selbst vorgenommen werden. Trotzdem ist vorher die Beratung durch Fachleute ratsam. Bei Flächen über einem halben Quadratmeter, bei tiefgehendem Befall, der in den Putz und den Baustoff in der Wand vorgedrungen ist, sollte der Fachmann konsultiert werden. Hier müssen Tapete, Anstrich, Putz, die hinter der Wand liegenden Baustoffe großflächig entfernt und erneuert werden. Ein Ersatz des Putzes durch Kalkputz wird empfohlen. Solch größere Sanierungsarbeiten sollten durch Fachbetriebe erfolgen.

Sicherheitsmaßnahmen beim Entfernen von Schimmel

  • Unbedingt zu achten ist auf die  Sicherheitsmaßnahmen beim Entfernen des Schimmels. Allergiker oder Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege oder einem schwachen Immunsystem sollten auf keinen Fall Sanierungsmaßnahmen vornehmen. Denn: Die hohe Sporenkonzentration kann für sie gesundheitlich äußerst belastend sein.
  • Bei der Sanierung werden Sporen aufgewirbelt, die alkoholischen Reinigungsmittel sind teils ätzend. Schützen Sie sich mit Schutzhandschuhen, Schutzbrille und Mund- und Atemschutz.  Schimmelpilze auf keinen Fall mit nackten Händen anfassen!  Größere Sanierungen sollten Sie generell nur von fachkundigen Firmen durchführen lassen.

Kleine Schimmelstellen an der Wand selbst behandeln

  • Ist die Tapete nur ganz leicht befallen, kann man die jeweilige Stelle im ersten Schritt feucht abwischen oder mit einem Staubsauger mit Feinstaubfilter absaugen.
  • Meist ist jedoch ein härteres Vorgehen vonnöten: Kleinere und recht frische Schimmelschäden können behoben werden durch Reinigen und Desinfizieren mit 70-80%igem Ethylalkohol/ Ethanol (trockene Stellen mit 70%-igem Ethanol, feuchte mit mindestens 80%igem Ethylalkohol behandeln). 
  • Es sollten nur geringe Mengen benutzt werden. Während der Reinigung sollten Sie unbedingt lüften und auf  keinen Fall rauchen. Offenes Feuer und Funkenflug unbedingt vermeiden (Brand- und Explosionsgefahr!!!).
  • Das Entfernen von Schimmel an der Tapete muss generell großflächig geschehen, d.h. auch über die mit dem bloßen Auge sichtbare Fläche des Befalls hinaus.
  • Vom Schimmel befallene Tapeten müssen komplett entfernt werden. Sie sollten im Plastikbeutel verpackt in den normalen Hausmüll entsorgt werden.

Messungen von Schimmelpilzbelastung und Beratungsmöglichkeiten

  • Wenn Sie sich unsicher sind, ob die Wand vom Schimmel befallen ist, weil dieser sich z.B. nicht direkt sichtbar irgendwo hinter der Tapete versteckt, sollten Sie eine Messung hinsichtlich des Schimmelbefalls durchführen lassen.
  • Messungen der Schimmelpilzbelastungen werden durch Fach-Labors angeboten, bei Auftragsvergabe lassen Sie sich am besten durch das örtliche Gesundheitsamt oder Verbraucherverbände beraten. Generell sind Gesundheitsämter eine gute Anlaufstelle für weiterführende Anleitungen, auch z.B. für Download-Material auf der jeweiligen Homepage.
  • Empfehlenswert ist auch der Test der  Stiftung Warentest an, die im Anschluss an den Test weiterführende Empfehlungen zur Beseitigung von Schimmel gibt.  Der Test kostet derzeit 47 Euro.
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