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Was ist eine Partitur - Begriffserklärung

Haben Sie schon einmal ein echtes Orchester spielen gehört? Egal, ob ja oder nein, Sie können sich sicher vorstellen, wie viele Instrumente der Dirigent hier zu koordinieren hat. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, gibt es die Partitur. Wer nicht weiter als "Kulturbanause" gelten will und die Grundbegriffe der klassischen Musik erlernen will, findet hier schon einmal einen kurzen Überblick darüber, was eine Partitur ist.

Eine Partitur hält komplexe Musikstücke in Schriftform fest.
Eine Partitur hält komplexe Musikstücke in Schriftform fest.

Was eine Partitur ist

Eine Partitur ist eine schriftliche Aufzeichnung eines komplexen Musikstückes, das in den allermeisten Fällen mehrere Instrumente enthält. Der Begriff stammt vom italienischen Begriff "partitura", was Einteilung heißt. Eine Partitur kann mehrere unterschiedliche Funktionen erfüllen.

  • Vorrangig dient sie dem Dirigenten eines Orchesters als Übersicht während des Konzertes.
  • Zum anderen hilft sie den einzelnen Besetzungen des Orchesters dabei, sich in dem Stück zurechtzufinden. Man muss immer bedenken, dass die Aufzeichnung von Partituren aus einer Zeit stammt, in der es noch keine CDs oder Schallplatten gab, welche sich die Musiker zur Orientierung anhören konnten.
  • Dies führt zum nächsten Nutzen der Partitur. Sie diente nämlich vor allem früher dazu, ein Stück so festzuhalten, dass es später in genau dieser Form von einem anderen Orchester als von dem, für das es komponiert wurde, wiedergegeben werden konnte.
  • Zudem verfolgen manchmal auch sehr interessierte Orchesterbesucher das Spiel der Musiker auf der Partitur.
  • Manchmal wird die Partitur auch für die Konzertversionen einzelner Instrumente verwendet. So enthält eine Klavierpartitur nur zwei Zeilen, in welcher die Noten für linke und rechte Hand niedergeschrieben sind.

Aufbau einer Partitur

Der Anblick einer Partitur kann auf den ersten Blick etwas verwirrend erscheinen, wenn nicht gar so abschreckend, dass sie gleich wieder weggelegt wird. Das liegt daran, dass in einer Partitur wirklich jede Einzelheit des Orchesterstückes verzeichnet ist. Hierzu gehören sämtliche Instrumente. Zudem werden auch Spieltempo und Effekte notiert.

  • Die Aufzeichnung scheint zunächst vielleicht wie ein großes unübersichtliches Wirrwarr zu wirken, es ist aber das genaue Gegenteil der Fall. In einer Partitur gibt es feste Regeln dazu, was an welcher Stelle zu stehen hat, so stehen beispielsweise die Instrumente in einer festgelegten Reihenfolge.
  • Die Instrumente sind zunächst nach ihrer Art aufgereiht. Die Auflistung erfolgt von oben nach unten. Zuerst stehen die Holzbläser, dann folgen Blechbläser, Schlaginstrumente und Streicher.
  • Die Holzbläser-Instrumente wiederum werden von oben nach unten in folgender Reihenfolge aufgelistet: Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotte. Die Reihenfolge der Blechbläser-Instrumente lautet: Hörner, Trompeten, Posaunen, Tuben.
  • Die Schlaginstrumente werden zunächst weiter unterteilt in solche mit bestimmter Tomhöhe und in solche mit unbestimmter Tomhöhe. Zuerst stehen die mit bestimmter Tonhöhe: Pauken, Celesta, Glockenspiel, Xylofon. Danach stehen die Schlaginstrumente mit unbestimmter Tonhöhe: Trommeln, Becken, Triangel usw.
  • Als Letztes werden die Streicher in dieser Reihenfolge aufgelistet: Violine, Bratsche, Violoncello, Kontrabass.
  • Spezielle, nicht kategorisierbare Instrumente, Solosänger und Chorgesänge werden in dieser Reihenfolge hinter den Schlaginstrumenten aufgelistet. Bei Kirchenpartituren kann es manchmal andere Reihenfolgen geben.

Einstieg ins Lesen einer Partitur

Auch wenn eine Partitur auf den ersten Blick sehr unübersichtlich scheint, so ist das Ganze doch sehr systematisch aufgebaut, sodass es möglich ist, die Partitur Schritt für Schritt zu verstehen.

  • Leute, die lernen wollen, eine Partitur zu lesen um diese vor allem während des Stückes nachvollziehen zu können, sollten damit beginnen, zunächst ein besonders gut hörbares und markantes Instrument einzeln zu verfolgen. Oft eignet sich hierfür z. B. die 1. Geige.
  • Dies sollte so lange geübt werden, bis das Instrument jederzeit im laufenden Stück auf der Partitur wiedergefunden werden kann. Dann kann versucht werden, auch mal ein anderes, eher im Hintergrund laufendes Instrument mitzuverfolgen. Wenn auch dies jederzeit gelingt, haben sie das Partiturenlesen fast geknackt.
  • Ein/e Musiker/in, der oder die mit Partituren arbeitet, sollte eigentlich in der Lage sein, jedes der Instrumente zu jedem Zeitpunkt auf der Partitur wiederzufinden. Aber bis dahin ist es viel Arbeit und ein dauerhaftes Training des Gehörs ist nötig. Eine Hilfe für das Lesen von Partituren gibt es im Internet, doch diese ersetzt kein dauerhaftes, professionelles Training.
  • Moderne Partituren verzichten aufgrund dieser Schwierigkeit des Lesens mittlerweile oft auf die klassische Schreibweise und sind teilweise von Komponist zu Komponist sehr unterschiedlich. Dies hat den Vorteil der schnelleren Lernbarkeit, aber auf der anderen Seite sind solche Partituren für andere später nur schwer zu entziffern.
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