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Was ist eine Metonymie?

Egal, ob Sie in der Schule oder bereits im Germanistikstudium sind: Wer sich ernsthaft mit der Literaturwissenschaft auseinandersetzt oder auseinandersetzen muss, der begegnet vielen Tropen, Stilfiguren und kompliziert klingenden Schemata. Auch die „Metonymie“ ist Teil der Literaturwissenschaft.

Eine Metonymie: "Ein Glas trinken" statt "Wein trinken".
Eine Metonymie: "Ein Glas trinken" statt "Wein trinken".

Ein Tropus - was ist das?

  • Wer das Wort „Tropen“ außerhalb eines Kontextes hört, denkt vermutlich zunächst einmal an grüne Palmen und weiße Strände. Tropen sind aber nicht nur eine Klimazone.
  • In der Literaturwissenschaft ist ein Tropus (Tropen ist der Plural) eine Veränderung auf der Wortebene. Das bedeutet, dass innerhalb eines Satzes ein bedeutungstragendes Wort durch ein anderes ersetzt wird.
  • Dies kann mehrere Gründe haben. Oft verfolgt der Verwender ein ästhetisches Ziel, es kann aber auch gesellschaftliche Gründe haben, dass man zum Beispiel Litotes (Untertreibungen) benutzt, um nirgends anzuecken.

Die Metonymie mit praktischen Beispielen erklärt

  • Da auf der Wortebene Veränderungen stattfinden, gehört auch die Metonymie zu den Tropen.
  • Der Begriff geht auf das Griechische zurück und würde direkt übersetzt am ehesten „Umbenennung“ lauten.
  • Ein Wort wird hier so ersetzt (umbenannt), dass der neue Begriff in einem direkten Sinnzusammenhang mit dem Ausgangswort steht. Der eingesetzte Begriff steht also in einem nicht-wörtlichen, aber nachvollziehbaren Zusammenhang. Versteht jemand eine angewandte Metonymie nicht, dann fehlt ihm das Hintergrundwissen, um die beiden Begriffe zusammenzubringen.
  • Da diese Erklärung abstrakt klingt, fällt es Ihnen bestimmt leichter, sich einfach einige Beispiele für eine Metonymie einzuprägen und so die Bedeutung zu verinnerlichen.
  • Ein klassisches Beispiel wäre der Ausdruck „Sie hat Vergil gelesen“, denn wer nicht weiß, dass Vergil ein Dichter war, der kann dem Satz keinen Sinn abgewinnen. In diesem Beispiel wird eine Sache (das Buch) durch eine Person (den Autor Vergil) ersetzt.
  • Eine andere Verflechtung dieser Art findet sich im Satz „Ich trinke ein Glas mit“. Ersetzt wurde hier der Inhalt (eine Flüssigkeit wie zum Beispiel Wein) durch das Gefäß (das Glas).
  • Ein drittes Beispiel ist die Verwendung von Materialien, um damit ihre Erzeugnisse zu beschreiben: „Eisen“ statt „Schwert“.
  • Wichtig: Es handelt sich also nicht nur um einen bloßen Vergleich, wie man ihn bei der Metapher hat. Es muss reale Zusammenhänge zwischen den ausgetauschten Begriffen geben, die über das Vergleichen hinausgehen.
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