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Was ist eine Boddenküste? - Der geografische Begriff einfach erklärt

Unter Boddenküste versteht man flachgründige Meeresbuchten, wie sie vor allem an der Ostsee in Pommern und Mecklenburg vorkommen. Wie ist diese interessante Küstenform entstanden?

Eine typische Boddenlandschaft
Eine typische Boddenlandschaft

Boddenküste - das wird darunter verstanden

  • Boddenküste oder einfach nur "Bodden", dieser Begriff wird fast ausschließlich im Zusammenhang mit flachen Küstengewässern an der Ostsee verbunden.
  • Dabei handelt es sich um flachgründige Teile der Ostsee, die durch größere Landzungen vom offenen Meer (in diesem Fall die Ostsee selbst) getrennt sind.
  • Die allgemeine Bezeichnung derartiger Gewässer ist eigentlich "Lagune" - im Bereich der Ostsee hat sich jedoch "Bodden" für diese Landschaftsform eingebürgert.
  • Das Wasser in den flachgründigen Boddengebieten ist meist weniger salzhaltig, da in den Bodden mündende Flüsse den Salzgehalt herabsetzen.
  • Der Wasseraustausch mit dem Meer findet nur über schmale Zugänge statt. So muss und musste wiederholt der Zugang am Darß frei gebaggert werden (Hafenproblem). 
  • Bekannte Boddenlandschaften sind der Greifswalder Bodden sowie die Boddenkette des Darß-Zingst.
  • Bekannt ist auch der Nationalpark "Vorpommersche Boddenlandschaft", der sich vom Darß bis Rügen erstreckt und den gesamten Übergangsbereich zwischen Land und Ostsee erfasst.
  • Die Herkunft des Wortes "Bodden" ist nicht gewiss. Wahrscheinlich handelt es sich um eine (niederdeutsche) Form des Wortes "Boden" (der ja auch im flachgründigen Wasser sichtbar ist).

So entstand die Boddenlandschaft an der Ostsee

  • Bei der Boddenküste in Pommern und Mecklenburg handelt es sich um eine Grundmoränenlandschaft mit tiefer gelegenen Gletscherzungenbecken, die von der Ostsee (heute) überflutet wird.
  • Diese flachgründige Landschaftsform stammt also aus der Eiszeit und kann - je nach Wasserstand der Ostsee - freiliegen, aber auch unter Wasser stehen, was derzeit der Fall ist.
  • Es ist anzunehmen, dass der Meeresspiegel sich nach der letzten Eiszeit angehoben und so die tieferen Stellen der Moränenlandschaft unter Wasser gesetzt hat. Bei den einzelnen Landzungen dagegen handelt es sich um Moränenrücken. 
  • Übrigens: Die Boddenlandschaft ist eine der jüngsten Landschaftsformen in Deutschland.
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