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Was ist ein Pädagoge?

Ist ein Pädagoge nicht jemand, der Kinder erzieht? So einfach ist es dann doch nicht, den Beruf zu definieren. Pädagogen arbeiten in zahlreichen Berufsfeldern und haben verschiedene Aufgaben. Auch die Ausbildung von Pädagogen ist nicht einheitlich. Wenn Sie einen pädagogischen Beruf ergreifen möchten, sollten Sie sich daher einen Überblick über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten verschaffen.

Innerhalb der Pädagogik existieren viele unterschiedliche Berufsfelder.
Innerhalb der Pädagogik existieren viele unterschiedliche Berufsfelder.

Das Wort „Pädagoge“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Lehrer für Knaben.“ Heute ist ein Pädagoge viel mehr als nur ein Lehrer. Pädagogen arbeiten nicht nur mit Kindern, sondern auch mit Jugendlichen und Erwachsenen in ganz unterschiedlichen Kontexten zusammen. So vielfältig wie die Ausbildung eines Pädagogen, so fallen auch dessen Aufgaben aus.

Der Beruf des Pädagogen ist vielseitig

Pädagogen vermitteln Wissen oder Kompetenzen. Sie sind erzieherisch tätig oder bieten irgendeine Art von Betreuung oder Beratung an. Das Klientel, mit dem sich der Pädagoge befasst, kann ganz unterschiedlich aussehen. Daher ist der Pädagoge auch in verschiedenen Berufsfeldern tätig.

  • Elementarpädagogen sind Erzieher und Kinderpfleger. Sie arbeiten mit Kindern von sechs Monaten bis sechs Jahren. Zu ihren Aufgaben gehört die Förderung und Dokumentation einer gesunden Entwicklung der Kinder. Auch der Austausch mit den Eltern, sowie die gezielte Vorbereitung auf die Schule, leisten Erzieher.
  • Sozialpädagogen haben ein noch breiteres Arbeitsfeld als Erzieher. Sie arbeiten in Kindergärten, Jugendeinrichtungen, Heimen, in hilfsbedürftigen Familien, Beratungseinrichtungen oder im Jugendamt. Einige Sozialpädagogen sind auch in Schulen tätig. Sie verfügen über methodisches und didaktisches Wissen auf akademischem Niveau und übernehmen je nach Arbeitsbereich ähnliche Aufgaben, wie Erzieher. Alternativ können sie aber auch beratend tätig sein, beispielsweise im Jugendamt.
  • Auch Lehrer sind Pädagogen. Je nach Studienschwerpunkt arbeiten sie in Grundschulen, Förderschulen, Haupt-, Real- oder Mittelschulen, in Gymnasien oder an Berufsschulen. Auch an privaten wie öffentlichen Bildungsinstituten, wie z.B. der VHS sind sie tätig. Sie vermitteln Wissen und Fertigkeiten, welche die Schüler befähigen sollen einen bestimmten Abschluss zu bekommen. Im weitesten Sinne ist aber jede Person, die anderen etwas vermittelt ein Lehrer, bzw. ein Pädagoge. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt.
  • Diplom-Pädagogen arbeiten häufig in der pädagogischen Forschung an Universitäten oder Fachhochschulen. Sie führen Studien durch und bereiten die Ergebnisse wissenschaftlich auf. Oft geben sie ihr Know how an Studenten weiter.
  • Sonder- und Heilpädagogen arbeiten mit körperlich oder geistig behinderten Kindern und Erwachsenen. Häufig haben sie sich in ihrer Ausbildung auf bestimmte Förderschwerpunkte spezialisiert. Sie arbeiten beispielsweise mit Gehörlosen, blinden Menschen oder Kindern mit Lernbehinderung.

Wie man zum Pädagogen wird

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Pädagoge zu werden. Welche für Sie die richtige ist, hängt auch von Ihrem Schulabschluss ab.

  • Wenn Sie mit Kindern und Jugendlichen außerhalb von schulischen Einrichtungen arbeiten möchten, können Sie Erzieherin oder Kinderpflegerin werden. Dazu müssen Sie eine drei-, bzw. fünfjährige Ausbildung an einer Fachakademie für Sozialpädagogik oder an einer Berufsschule absolvieren. Inzwischen gibt es auch Studiengänge für Erzieher, beispielsweise „Kindheitspädagogik" oder Studiengänge, die Erzieher für Leitungspositionen qualifizieren sollen.
  • Wer Lehrer werden möchte, braucht die allgemeine Hochschulreife und muss seine jeweiligen Fächer auf Bachelor und später auf Master an einer Universität studieren. An den Master-Studiengang schließt sich das Referendariat an, welches 1,5 Jahre dauert. In einigen Bundesländern werden Lehrer an pädagogischen Hochschulen ausgebildet.  
  • Sozialpädagogik, bzw. soziale Arbeit, ist ein Bachelor- bzw. Masterstudiengang. Der Bachelorstudiengang ist auf sechs Semester ausgelegt, der Masterstudiengang auf vier Semester. Der Studiengang wird an vielen deutschen Fachhochschulen angeboten. Während des Studiums können Sie Schwerpunktfächer wählen, beispielsweise „Drogen- und Suchtberatung“ oder „Verwaltung und Organisation“.
  • Heilpädagogik ist eine besondere Qualifikation für Erzieher. Diese wird in der Tegel durch eine Zusatzausbildung erlangt. Sonderpädagogik ist hingegen ein Studiengang. Die Absolventen arbeiten nach ihrem Abschluss in Förderschulen oder in integrativen Schulen.
  • Diplom-Pädagogen werden an Universitäten ausgebildet. Das Studium dauert zehn Semester. Da auch in dieser Fachrichtung immer mehr Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt werden, ist die typische Berufsbezeichnung heute „Erziehungswissenschaftler“.

Neben den genannten Ausbildungsgängen und Studienmöglichkeiten gibt es zahlreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für pädagogische Fachkräfte. Diese ermöglichen die Qualifizierung und Spezialisierung innerhalb der Berufsfelder. Praktika können Ihnen helfen herauszufinden, welchen pädagogischen Bereich Sie bevorzugen.

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