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Was ist ein Monopol? – So erkennen Sie verschiedene Marktformen

Das Monopol ist ein Begriff aus der Volkswirtschaftslehre. Man versteht darunter eine Marktform, die durch die Anzahl der am Marktgeschehen beteiligten Anbieter und Nachfrager gekennzeichnet ist. Es gibt verschiedene Arten von Monopolen und unterschiedliche Gründe für ihre Entstehung.

Die Bahn hat durch ihr Schienennetz eine Monopolstellung.
Die Bahn hat durch ihr Schienennetz eine Monopolstellung.

Die Merkmale eines Monopols

  • Wenn von einem Monopol die Rede ist, meint man damit meist das Angebotsmonopol. Dieses ist dadurch gekennzeichnet, dass es für ein Produkt oder eine Produktart auf dem gesamten Markt nur einen Anbieter gibt, aber viele Nachfrager. Ein typisches Beispiel ist das frühere Briefmonopol der Post, das mittlerweile nicht mehr existiert.
  • Neben der Marktform des Angebotsmonopols ist auch das Nachfragemonopol vorstellbar, auch Monopson genannt. In diesem Fall steht ein Nachfrager vielen Anbietern gegenüber. Diese Marktform ist sehr selten.
  • Falls für ein Produkt nur ein Anbieter und ein Nachfrager auf dem Markt agieren, liegt ein bilaterales Monopol vor. Denkbar wäre so ein zweiseitiges Monopol, wenn ein patentiertes Spezialprodukt nur für einen Abnehmer hergestellt wird.
  • Daneben gibt es noch das beschränkte Angebotsmonopol, wenn es nur einen Anbieter und wenige Nachfrager gibt, und das beschränkte Monopson, wenn ein Nachfrager wenigen Anbietern gegenübersteht.
  • Der Begriff des Quasi-Monopols drückt eine Marktsituation aus, in der zwar mehrere Anbieter auf dem Markt vertreten sind, einer davon jedoch eine marktbeherrschende Stellung einnimmt. Dieser Anbieter ist in seiner Preisbildung unabhängig vom Wettbewerb.
  • Monopole entstehen oft durch Kooperationen und Unternehmenszusammenschlüsse. Es existieren aber auch natürliche Monopole, die entstehen, wenn der Anbieter als Einziger über spezielle Rohstoffe, Technologien oder Infrastrukturen verfügt, die ihm die Monopolstellung sichern. Das ist zum Beispiel bei Versorgungsnetzen der Fall oder auch beim Schienennetz der Bahn. Mitunter entstehen Monopole auch durch gesetzliche Regelungen, wie zum Beispiel das frühere Postmonopol oder zeitlich befristete Monopole durch Patentierungen.
  • Monopolbildungen haben oft negative Auswirkungen auf das Marktgeschehen. Ein Problem ist die Marktmacht gegenüber den Konsumenten, die oft zu überhöhten Preisen führt. Der fehlende Konkurrenz- und Innovationsdruck sind weitere negative Effekte.

Was ist charakteristisch für die anderen Marktformen?

Neben dem Monopol gibt es noch die Marktformen Polypol, Duopol und Oligopol.

  • Ein Polypol liegt vor, wenn auf einem Markt viele Anbieter und Nachfrager für ein Produkt oder eine Produktart aktiv sind. Ein echtes Polypol kommt in der Praxis nur selten vor. Ein Beispiel für diese Marktform ist die Börse.
  • Beim Oligopol unterscheidet man ebenfalls zwischen dem Angebotsoligopol, dem Nachfrageoligopol, auch Oligopson genannt, und dem bilateralen Oligopol. Das Angebotsoligopol ist insgesamt die vorherrschende Marktform. Dabei stehen wenige Anbieter vielen Nachfragern gegenüber. Beispiele dafür sind der Strommarkt und die Mineralölwirtschaft. Bei einem Oligopson existieren auf dem Markt viele Anbieter und wenige Nachfrager. Ein Beispiel ist die Milchwirtschaft, da viele Milchbauern die Milch an wenige Molkereien verkaufen möchten. Merkmale eines bilateralen Oligopols sind sowohl wenige Nachfrager als auch wenige Anbieter, wie es beispielsweise beim Flugzeugbau und beim Schiffbau der Fall ist.
  • Falls genau zwei Anbieter auf einem Markt vertreten sind, spricht man von einem Duopol.
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