Wer eine Tageszeitung oder Zeitschrift liest, entdeckt darin immer wieder Leserbriefe, doch was ist eigentlich ein Leserbrief und wie kann man selbst einen verfassen?
- 27.12.2011 Anna Adamsberg
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Der Leserbrief - Geschichte und Merkmale
Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichen regelmäßig Leserbriefe und mancher Leser würde gerne einmal selbst einen verfassen.
- Der Leserbrief hat eine lange Tradition; schon Ende des 18. Jahrhunderts veröffentlichte die „Zeitung für Städte, Flecken und Dörfer, insonderheit für die lieben Landleute alt und jung“ die ersten Leserbriefe.
- Ein Leserbrief erfolgt per Post oder heutzutage üblicherweise per E-Mail an die Redaktion einer Zeitung oder Zeitschrift. Anschrift und E-Mail-Adresse sind jeweils dem Impressum des Mediums zu entnehmen. Leserbriefe dienen dazu, zu einem bestimmten Thema Stellung zu beziehen - in aller Regel reagieren Leser mit ihrer Stellungnahme auf einen Zeitungs- oder Zeitschriftenartikel. Häufig handelt es sich dabei um Artikel, die geeignet sind, besonders kontroverse Reaktionen hervorzurufen. Oft widmet sich dann eine ganze Leserbriefseite fast ausschließlich den Reaktionen auf diesen einen Artikel.
- Da nicht jeder eingegangene Leserbrief veröffentlicht werden kann, gibt es bei größeren Zeitungen und Zeitschriften Leserbriefredaktionen, die die Zuschriften sichten und Beiträge für die Veröffentlichung auswählen. In kleineren Verlagen übernehmen die Redakteure diese Aufgabe mit. Bei der Auswahl sollten die Aktualität und der Nachrichtenwert eine Rolle spielen, bei kontrovers diskutierten Artikeln sollte außerdem aus der Zahl der veröffentlichten Leserbriefe hervorgehen, ob die Leserbriefschreiber in ihrer Gesamtheit stärker für oder gegen den zugrunde liegenden Artikel Stellung bezogen. Wenn also hundert Leserbriefe eingehen, die den Autor stützen und zwanzig, die ihm widersprechen, sollten für den Abdruck nicht zwei unterstützende Stellungnahmen und zehn gegnerische ausgewählt werden.
- Den Leserbriefredakteuren ist es erlaubt, die Leserbriefe anzupassen, sie also beispielsweise zu kürzen oder die Reihenfolge von Argumenten umzustellen.
Was in die Stellungnahme sollte
- Wenn Sie einen Leserbrief schreiben wollen, dann sollten Sie Ihre Meinung im Normalfall zu einem vorangegangenen Artikel äußern oder zusätzliche Informationen, die der Redakteur oder freie Journalist nicht in seinen Artikel aufgenommen hat, nachreichen.
- Als Verfasser eines Leserbriefes sollten Sie also im Normalfall etwas zu sagen haben. Greifen Sie zunächst den Artikel, auf den Sie reagieren möchten, auf oder nennen Sie das Thema, über das Sie sich äußern wollen, sodass der zuständige Redakteur weiß, worauf Sie sich beziehen. Wenn Sie sich auf einen Artikel beziehen, ist es sinnvoll auch dessen Erscheinungsdatum und Verfasser zu nennen.
- Wie Sie Stellung beziehen, hängt davon ab, ob Sie dem Inhalt des Artikels zustimmen, ihm widersprechen oder ihn ergänzen wollen. Wenn Sie eine Chance auf Veröffentlichung haben wollen, muss Ihr Leserbrief gut strukturiert und verständlich sein. Auch sollte er nicht zu lang sein - bei einer Stellungnahme, die mehrere Seiten umfasst, macht sich kein Redakteur die Mühe, diese zu kürzen.
- Ihre Sprache sollte korrekt und möglichst sachlich sein. Sie dürfen durchaus auch einmal polemisch werden, persönliche Beleidigungen haben jedoch in einem Leserbrief nichts zu suchen.
Wenn Sie einmal einen Leserbrief verfassen wollen, haben Sie nichts zu verlieren. Im schlimmsten Falle wird er nicht veröffentlicht.