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Was ist ein Hangover? - Das Phänomen medizinisch erklärt

Hangover bezeichnet das Gefühl, das einen nach einer durchzechten Nacht überkommt. Übelkeit, Müdigkeit und vor allem auch das schlechte Gewissen, weil man über die Stränge geschlagen ist, gehören dazu.

Nicht selten führt übermäßiger Alkoholkonsum zu einem bösen Erwachen.
Nicht selten führt übermäßiger Alkoholkonsum zu einem bösen Erwachen. © Gerd_Altmann / Pixelio

Ein Hangover ist mehr als ein Kater

  • Im Deutschen wird der Hangover als "Kater" bezeichnet. Doch gehört fast noch mehr dazu als die üblichen Symptome nach übermäßigem Alkoholgenuss. Während ein einfacher Kater auch nach einer vergleichsweise gesitteten Party auftreten kann, folgt der Hangover meist einem Gelage, bei dem der Alkoholkonsum alle Grenzen gesprengt hat.
  • Neben den körperlichen Symptomen muss ein Hangover-Geplagter sich meist auch mit einem schlechten Gewissen oder Gedächtnislücken abfinden. 
  • Wenn Sie abends unter Alkoholeinfluss Entscheidungen treffen, die Sie nüchtern nie getroffen hätten, wird das am nächsten Tag im besten Fall nur peinlich sein. Oft genug werden aber auch Entscheidungen getroffen, die schwerwiegende Folgen haben können.
  • Häufig treten durch übermäßigen Alkoholgenuss Gedächtnislücken auf. Während des Hangovers müssen Sie versuchen, den Abend zu rekonstruieren. Bemerkungen von Freunden oder Fotos können dann auf sehr unangenehme Weise die Gedächtnislücken schließen.

Medizinische Ursachen der Wirkungen

  • Alkohol wirkt auch im Körper fettlösend. Dies bewirkt, dass im Gehirn die schützenden Fetthüllen einiger Nervenzellen zerstört werden. Eine direkte Reaktion auf diese Verletzung ist die Ausschüttung von Dopamin, das schmerzstillend und euphorisierend wirkt. Der leichte Rausch beginnt.
  • Trinkt man weiter, wird der Rezeptor für Dopamin jedoch abgeschaltet. Der Alkohol macht nun nicht mehr glücklich, es kann sogar zu regelrechten Depressionen kommen. Aggressives Verhalten beruht auf der Verminderung der Serotonin-Ausschüttung.
  • Eine weitere Wirkung hat Alkohol auf die GABA-Funktionen. Diese sind entscheidend für die motorischen Funktionen des Körpers. Gleichgewichtsstörungen und unkoordinierte Bewegungen unter Alkoholeinfluss beruhen auf dieser Wirkung.
  • Zuletzt wird durch Beeinträchtigung der Glutamat-Rezeptoren auch die Gedächtnisfunktion gestört. Neue Erinnerungen gelangen nicht mehr ins Langzeitgedächtnis. Dieser Blackout wird in der Regel frühestens bemerkt, wenn der Alkoholpegel schon wieder leicht gesunken ist.
  • Ein Teil des Alkohols wird unverändert ausgeschieden. Etwa 80 % müssen jedoch in der Leber abgebaut werden. In diesem Abbauprozess muss als Zwischenstufe das giftige Acetaldehyd hergestellt werden. Wenn zu viel Alkohol konsumiert wurde, führt dieses Abbauprodukt zu starken Kopfschmerzen und Übelkeit.
  • Unsauber hergestellte Alkoholika enthalten neben Ethanol auch größere Mengen Methanol. Dieses wird zu Formaldehyd und Ameisensäure abgebaut. In kleineren Mengen verursacht es starke Kopfschmerzen und kann sogar zum Erblinden führen. Methanol wirkt schon in geringeren Mengen als Ethanol tödlich.
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