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Was ist ein Briefroman? - Erklärung

Romane werden in verschiedenen Erzählformen geschrieben. Eine Form ist der Dialog, eine andere der innere Monolog. Ebenso dazu gehört der Briefroman, eine Sammlung fingierter Briefe. Was ist damit gemeint?

Aus einem Brief kann ein Briefroman werden.
Aus einem Brief kann ein Briefroman werden.

Der Briefroman war im Europa des 18. Jahrhunderts sehr verbreitet. Das Lesepublikum liebte "empfindsame" Briefe und Briefwechsel, zusammengefasst in einer Kunstform. Die erzählerische Ich-Form und die spezielle Zeitstruktur machten den Leser zum Vertrauten/Freund des Autors.

Erzählen in der Ich-Form

  • Am einfachsten gelingt das Schreiben, wenn man von sich selbst erzählen kann. Was man selbst erlebt hat, ist leicht zu berichten, da ein Gedanke den anderen ergibt. Notfalls kann man eine Geschichte erfinden und in der Ich-Form erzählen.
  • Zu den üblichen Erzählungen in Ich-Form gehören Tagebuch-Romane oder der Detektivgeschichte auch der autobiografische Romane oder der Briefroman. Was charakterisiert den Briefroman als eine der vier Roman-Gattungen?

Ein Briefroman - was darunter zu verstehen ist

  • Ein Briefroman setzt sich aus Briefen des Ich-Erzählers zusammen. Typisch für diese Romanform ist der Inhalt als Briefwechsel. Briefe des Ich-Erzähler werden mit entsprechenden Antwortbriefen verknüpft.
  • Charakteristisch für einen Briefroman ist: Nicht allein der Erzähler schildert das Geschehen. Denn die Figuren in Briefen und Dialogen kommen selbst zu Wort. So löst sich der Autor vom allwissenden Erzähler. Es entsteht ein Anschein von Authentizität.
  • Wenn Sie einen Briefroman schreiben wollen, muss das nicht gleich ein Werk in Buchform zum Veröffentlichen sein. Sie können Briefe mit der Hand schreiben und per Post verschicken. Ebenso funktioniert das mittlerweile mit E-Mails. Die Schriftstücke müssen vom Empfänger oder von Ihnen als Autor nur gesammelt werden.
  • Der Leser erfährt aus den Briefen, was mit dem Helden passiert. Der Autor berichtet über Dinge und Geschehnisse aus seiner Sicht. Kommt es zu einem Briefwechsel, kommentiert das der Briefpartner und teilt eigene Erlebnisse mit.

Tagebuch, Detektivgeschichte und Autobiografie

  • Ähnlich wie der Briefroman ist ein Tagebuch-Roman konstruiert. Ein Tagebuch verfügt über kontinuierliche Einträge. Kleine und große Pausen kommen zwischen einzelnen Eintragungen vor. Das sorgt natürlich für einige Spannung. Liegen Einträge zu weit auseinander, kann der Leser den Faden verlieren. Auf das Geschick des Autors kommt es an.
  • Detektivgeschichte und Detektivroman stellen einen Sonderfall dar. Die Person des Ich-Erzählers steht nicht unbedingt im Mittelpunkt. Vielmehr erwartet der Leser Antworten auf Fragen. Ihn interessiert beispielsweise, ob und wie es gelingt, den Täter ausfindig zu machen und hinter Gitter zu bringen.

In autobiografischen Romanen und Erzählungen berichten Autoren in der Ich-Form aus der Rückschau über ihr Leben. 

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