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Was ist der Unterschied zwischen einer Monarchie und einer Republik?

Monarchie war früher Königtum und Alleinherrschaft, heute ist sie vor allem repräsentativer Art. Republik ist Demokratie. Zwischen beiden ist der Unterschied eklatant.

Die Monarchie hat sich überlebt.
Die Monarchie hat sich überlebt.

Früher bestimmte der Kaiser, König oder Fürst, wie das Volk zu leben hatte. In der Monarchie fühlte sich der Herrscher als von Gottes Gnaden ins Amt berufen. In der Republik beruft das Volk die Regierung ins Amt. Im Wesentlichen macht dies den Unterschied zwischen Monarchie und Republik aus.

In der Monarchie gibt es keine Opposition

  • L'État, c`moi! So rechtfertigte Ludwig IV. von Frankreich seinen Machtanspruch. Möglicherweise glaubte er selbst ernsthaft daran, von Gott inthronisiert worden zu sein. 
  • In der Monarchie war das Amt erblich. Nur der leibliche Nachfahre folgte dem Monarchen ins Amt. Gab es keinen Nachfahren, musste ein Ersatz gefunden werden.
  • Machtbasis war und ist teils auch heute noch der Adel oder eine die Gesellschaft beherrschende Klasse (Syrien) und/oder das Militär. Machtbasis in der Republik sollte die demokratische Legitimation durch den Wähler sein.
  • Die Kompetenz für das Regierungsamt war irrelevant. Es genügte, Abkömmling zu sein. In welche Absurditäten dies führte, zeigte sich in der Person Ludwig II. von Bayern. Er wurde, nachdem sein Vater ihn von politischen Belangen ferngehalten hatte und früh verstarb, ins Amt genötigt. Mangels Kompetenz, Interesse und letztlich auch persönlicher Fähigkeiten baute er in seinen Schlössern eine Traumwelt. Einen Zugang zum Volk hatte er nicht.

In der Republik ist das Volk souverän

  • In der Republik, und dies ist der wesentliche Unterschied, bestimmt das Volk, wer regiert. Sie ist das direkte Gegenmodell zur Monarchie. Das Volk wählt seine Repräsentanten. Es entsteht eine Demokratie.
  • Die Regierung in der Republik ist nur auf Zeit gewählt. Wiederwahlen sind in der Regel nur einmal zulässig. So wird verhindert, dass der Politiker zu sehr mit dem Amt verwächst und in Abhängigkeiten gerät, die mit Korruption und Willkür verbunden sind. Politiker in der Republik bedürfen also der regelmäßigen demokratischen Legitimation.
  • Um eine Republik im Interesse und zum Wohlwollen aller zu führen, muss im Volk und vor allem in der Person der Politiker die richtige Mentalität und Verantwortung vorhanden sein. Das Volk muss sein Wahlrecht wahrnehmen. Desinteresse ist gefährlich. Gleichermaßen ist Machtmissbrauch seitens der Politiker ein Irrweg. Wenn alles getan wird, um sich über die Amtszeit hinaus im Amt zu halten oder Vorteile aus dem Amt für sich selbst oder die eigene Partei zu ziehen, wird auch die Republik letztlich zur Willkürherrschaft und zur Diktatur. Russland und möglicherweise auch Ungarn sind genau auf diesem Weg.

Ein Verfassungsgericht macht den Unterschied

  • In der Bundesrepublik Deutschland bestimmt das Grundgesetz, dass das Bundesverfassungsgericht die Politik in die Grenzen des Grundgesetzes verweist. Es entscheidet auf Antrag über Interessenkonflikte.
  • Aber auch hier ist unabdingbare Voraussetzung, dass alle Akteure die Verfassung anerkennen und bereit sind, eigene Interessen nur in diesem Rahmen zu verwirklichen.

Letztlich gibt es keine perfekte Staatsform. Die Demokratie ist, so sagen Kritiker gerne, unter allen guten und schlechten Staatsformen immer noch die Beste. Solange Menschen beteiligt sind, gibt keine sinnvollere Alternative.

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