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Was bedeutet suggestiv? - Eine verständliche Erklärung

Wer gerne Gerichtsserien guckt, hat sicherlich schon einmal gesehen, wie ein Anwalt Einspruch aufgrund einer Suggestivfrage erhoben hat. Aber was genau bedeutet eigentlich "suggestiv"? Hier erfahren Sie es.

Mit Suggestivfragen kann man Menschen beeinflussen.
Mit Suggestivfragen kann man Menschen beeinflussen.

Was das Wort bedeutet

  • "Suggestiv" bedeutet in etwa "auf etwas abzielend" und "einen unbewussten Einfluss ausübend".
  • Suggestiv heißt also, jemanden durch eine Formulierung beeinflussen bzw. manipulieren zu wollen.
  • Suggestive Techniken begegnen Ihnen überall. Verkäufer nutzen diese beim Kundengespräch, sie werden in der Werbung angewandt, Sie kommen im zwischenmenschlichen Miteinander oder eben in der Gerichtsserie vor, wenn der Verteidiger die Suggestivfrage des Staatsanwaltes mit einem Einspruch abwehrt.

Beispiele für suggestive Techniken

  • Wenn Fragen oder Sätze nicht neutral sind, sondern in eine bestimmte Richtung abzielen, sind Sie suggestiv.
  • Ein Beispiel: Im Supermarkt ertönt die Durchsage "Als schlauer Kunde wissen Sie natürlich: Unsere Erdbeeren sind die schönsten". Hier wird Ihnen schon am Anfang suggeriert, dass Sie ein schlauer Kunde sind, und damit werden Sie unterbewusst beeinflusst. Denn wenn Sie nun nicht zu den schönsten Erdbeeren greifen, fallen Sie aus der Kategorie "schlau" heraus.
  • Auch gibt es viele Fragen, die beeinflussen. Wenn Sie zum Beispiel gefragt werden, ob Sie es richtig finden, dass der höchst umstrittene Politiker xy noch mit einer Auszeichnung geehrt werden soll, ist das eine Suggestivfrage, weil Sie schon eine Wertung enthält, und die Antwort herausfordert, dass Sie es selbstverständlich nicht richtig finden.
  • Suggestivfragen unterstellen dem Befragten also schon eine bestimmte Meinung oder geben diese vor, um Menschen zu beeinflussen. Das bedeutet also, dass sie nicht neutral sind. Typische Suggestivfragen sind zum Beispiel: "Glauben Sie nicht auch, dass es richtig wäre, endlich zu handeln?" oder "Denken Sie nicht auch, dass die Zeiten heute schlechter sind als früher?"
  • Durch das "nicht auch" wird der Befragte beeinflusst. Denn ihm wird gezeigt, dass der Fragende bzw. die breite Masse dies denkt, und dass dies die richtige Haltung sei.
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