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Warum läuten am Karfreitag keine Glocken?

Je nachdem, in welcher Region Sie wohnen, ist Ihnen sicher schon einmal aufgefallen, dass am Karfreitag keine Glocken läuten. Aber warum ist das so?

Am Karfreitag schweigen die Glocken.
Am Karfreitag schweigen die Glocken.

Die Glocken sind nach Rom geflogen

  • Dass sie dort vom Papst gesegnet würden, erzählten früher in vielen Eifeldörfern die Eltern ihren Kindern als Grund, warum am Karfreitag keine Glocken läuten. Dafür, die katholische Gemeinde zum Gottesdienst zu rufen, sind an diesem Tag statt der Glocken bis heute vielerorts die Kinder zuständig: Sie ziehen mit Holzratschen oder -klappern lärmend durch die Straßen.
  • Was als Tradition und sicher auch als Spaß für die Kinder weiter gepflegt wird, hat natürlich einen liturgischen Hintergrund.

Warum läuten am Karfreitag die Glocken nicht?

  • Am Karfreitag gedenken die Christen der Kreuzigung Jesu. Es wurden für diesen stillen Tag einige Veränderungen in der Liturgie vorgenommen. So schweigen am Karfreitag nicht nur die Glocken, sondern auch die Orgel und die Altarschellen. Der Altar wird schmucklos präsentiert, des Ewige Licht gelöscht, Leuchter schwarz umhüllt oder ganz entfernt. Eine Einsegnung mit Weihrauch gibt es am Karfreitag ebenso nicht. Die Liturgie besteht an Karfreitag nur aus Gebeten und Stille.
  • Mit diesem Verzicht auf jeglichen Schmuck oder Pomp wird in Erinnerung an den Kreuzestod Jesu Trauer und Demut deutlich.
  • Das Schweigen der Glocken und der Orgel finden Sie nicht nur in der katholischen Kirche, sondern auch bei der evangelischen.
  • Das Klappern anstelle der Glocken soll auf die Tradition des Winteraustreibens zurückgehen, ähnlich wie Karneval und andere Bräuche in der Zeit um die Rauhnächte.
  • Das "Gesetz der Erhaltung des Alten in liturgisch hochwertiger Zeit" wurde von Anton Baumstark begründet. Für ihn war u. a. der Verzicht auf das Läuten eine Rückbesinnung auf eine alte, seiner Meinung nach liturgisch hochwertigerer Zeit an hohen Festtagen. Tatsächlich wurde das Glockengeläut erst später Bestandteil der Liturgie.
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