Alle Kategorien
Suche

Warum für Babys keinen Honig? - Das sollten Sie wissen

Eltern wissen, dass man Babys keinen Honig geben darf. Aber warum ist das so? Der Grund ist die Gefahr des Säuglingsbotulismus: Während die Sporen des Erregers für Erwachsene unbedenklich sind, können sie beim Baby Botulismus verursachen.

In Honig können sich Bakteraiensporen befinden, die zu Säuglingsbotulismus führen.
In Honig können sich Bakteraiensporen befinden, die zu Säuglingsbotulismus führen.

Das versteht man unter Säuglingsbotulismus

  • Der Grund ist das Bakterium Clostridium botulinum. Dieser Erreger ist ein Anaerobier, das heißt, dass er nur unter Ausschluss von Sauerstoff gedeiht. Beste Lebensbedingungen hat er in Konserven. Isst der Erwachsene eine nicht ausreichend erhitzte Konserve, die die Clostridien enthält, erkrankt er an Botulismus, also einer Lebensmittelvergiftung. Dabei sind nicht die Bakterien selbst gefährlich, sondern die Toxine, die sie bilden.
  • Botulismus ist eine höchst gefährliche Vergiftung. Wer eine Konserve gegessen hat und erste Krankheitszeichen bemerkt, muss sofort zum Arzt gehen. Noch bevor die Testergebnisse eingetroffen sind, wird das Antiserum verabreicht, das die Toxine neutralisiert. Wer das Antiserum nicht erhält, stirbt wahrscheinlich an einer Atemlähmung.
  • Was hat es nun mit Säuglingsbotulismus auf sich? Säuglinge können bereits bei Aufnahme der Sporen der Clostridien an Botulismus erkranken, während diese Erwachsenen nicht schaden können. Sporen sind die inaktive Form der Bakterien. Durch die noch nicht vollständig ausgebildete Darmflora von Babys können die Clostridien im Darm von Säuglingen gedeihen und die gefährlichen Toxine produzieren. Im Darm von Erwachsenen können nicht gedeihen, bleiben also ungefährliche Sporen. Ab einem Jahr hat das Baby eine ausreichend aufgebaute Darmflora. Daher dürfen Sie Kindern unter einem Jahr keinen Honig geben, denn die Sporen der Clostridien können in Honig vorkommen.

Und wenn das Baby doch Honig gegessen hat?

Woran erkennen Sie nun den Säuglingsbotulismus und was können Sie tun, wenn das Baby doch Honig gegessen hat?

  • Säuglingsbotulismus ist eine seltene Erkrankung, doch eine extrem gefährliche. Wie beim Erwachsenen zeigen sich vor allem Lähmungen wie Schlucklähmungen, Augenmuskellähmungen und Lähmungen der Gliedmaßen. Dazu kommen Verstopfung und Muskelschwäche. Der Tod tritt unbehandelt durch Atemlähmung ein.
  • Ein Baby, das Zeichen von Botulismus zeigt, muss sofort intensivmedizinisch betreut werden. Vor allem die Atmung und Ernährung muss unterstützt werden, die Verstopfung muss durch Darmspülungen und Abführmittel behoben werden. Diese Behandlung kann über Wochen und Monate erforderlich sein. Bleibende Schäden können auftreten.
  • Die Verstopfung ist meist das erste Anzeichen des Säuglingsbotulismus. Die Symptome können allerdings bis zu 30 Tage und länger auf sich warten lassen. Häufiger zeigen sie sich jedoch bereits nach wenigen Tagen. Unbehandelt führt der Säuglingsbotulismus zum Tod. Es ist daher sehr wichtig, bereits bei den ersten Anzeichen zum Arzt zu gehen.

Geben Sie Babys unter einem Jahr also keinen nicht erhitzten Honig. Erhitzt meint, dass der Honig über mindestes 15 Minuten lang im Essen mitgekocht wurde. Sollte Ihr Baby Honig gegessen haben und erste Anzeichen von Botulismus zeigen, gehen Sie sofort in ein Krankenhaus.

Teilen:
Der Inhalt der Seiten von www.helpster.de wurde mit größter Sorgfalt, nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann gleichwohl keine Gewähr übernommen werden. Aus diesem Grund ist jegliche Haftung für eventuelle Schäden im Zusammenhang mit der Nutzung des Informationsangebots ausgeschlossen. Informationen und Artikel dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung und/oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von www.helpster.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.