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Wann blüht Holunder?

Blüten und Früchte von Holunder finden in der Küche vielfältig Verwendung. Wann Holunder blüht, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Holunderblüten können Sie für Sirup, Saft und Sekt verwenden.
Holunderblüten können Sie für Sirup, Saft und Sekt verwenden.

Wann der Holler blüht

Schauen Sie in einen Blütenzeitenkalender, fällt Ihnen sicher auf, dass die Angaben zur Blütezeit des Holunders sehr schwanken. Denn Holler blüht nicht in einer fest definierten Zeit. Sonneneinstrahlung und Wuchsort beeinflussen die Blütezeit erheblich. Sie hängt vor allem vom jeweiligen Standort und dem Wetter ab.

Holler, Holder oder Fliederbeerbaum, weitere Namen des Holunderstrauches, werden als Begleiter des Sommers gesehen. Die Blütezeit umfasst die Frühlings- wie auch einen Teil der Sommermonate. Zumeist aber blüht der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) von Mitte Mai bis Anfang oder Ende Juni. Sie können davon ausgehen, ihn zwischen Mai und Juli blühen zu sehen.

Selbst im Schatten bildet der Strauch Blüten, die entsprechend später und spärlicher erscheinen. Wenn die Holunderblüten im Süden Deutschlands bereits verblüht sind, finden Sie diese auf Rügen vielleicht noch in voller Pracht.

In verschiedenen Regionen kann Holunder sogar im Spätsommer nochmals Blüten ansetzen. Das hängt vom jeweiligen Pflanzentyp ab. Beschneiden Sie Ihren Holunderstrauch im Garten radikal, so fällt eine Blüte auch einmal ganz aus. 

Holunderblüten und Beeren in der Küche verwenden

Mit der Zeit werden Sie sich nicht am "wann", sondern dem "wie" orientieren. Denn Blüten und Früchte des Holunders bieten viele Möglichkeiten in der Küche. 

Die intensiv duftenden Blüten werden geerntet, wenn sie sich vollends geöffnet haben und so wenig wie möglich Grün zeigen. Vor der Verwendung bitte nicht waschen. Das würde die wertvollen Inhaltstoffe wie Nektar und Pollen vernichten. Schütteln Sie die Dolden lieber gründlich aus.

Für einen Tee trocknen Sie die Blüten so schnell und schonend wie möglich, auf keinen Fall in der vollen Sonne. Nehmen Sie zwei Teelöffel getrocknete Blüten auf eine Tasse Tee. Nach dem Aufbrühen soll der Tee noch zehn Minuten ziehen.

Sehr beliebt ist das Ausbacken der Blütendolden als Eierküchlein in Teig. Das geht ganz einfach. Bereiten Sie einen dünnen Eierkuchenteig nach Belieben zu. Die Schirmrispen werden in den Teig getaucht und anschließend frittiert oder gebacken.

Nicht weniger bekannt ist das Ansetzen der Blüten für einen Holundersekt. Aus den Beeren können Sie Holundersuppe, Saft, Wein, Sirup, Gelee oder Marmelade herstellen.

Die reifen Holunderbeeren ernten Sie dann, wenn sie tiefschwarz sind. Reife Beeren sollten Sie schnell ernten, denn auch Vögel wissen die Früchte zu schätzen. Oft sind einzelne Früchte an den Dolden noch grün. Vorsicht, alle grünen Teile des Holunders sind giftig. Durch Kochen verlieren die wenigen grünen Beeren aber ihr Gift. 

Medizinische Wirkung von Holunder

Holunder ist seit Jahrhunderten eine bekannte Heilpflanze. Fast alle Teile der Pflanze sind medizinisch wirksam. Heute werden Blüten und Früchte am häufigsten verwendet. Blätter und Rinde dürfen Sie für die Selbstmedizin nicht einsetzen.

Der oben erwähnte Tee wird bei Erkältungen, Bronchitis, Fieber, Migräne, rheumatischen Schmerzen, Gicht und Nervosität empfohlen. Warmer Holundersaft gilt ebenfalls als ein Heilmittel bei Erkältung. Mit dem Tee können Sie bei Grippe inhalieren oder Sie verwenden ihn abgekühlt zum Gurgeln.

Das ätherische Öl der Blüten wird gerne in der Kosmetikindustrie eingesetzt. Holunderblütenwasser war früher sehr beliebt zum Aufhellen von Sommersprossen und als Augenwasser.

Die rohen Früchte enthalten sehr viel Vitamin C. Leider geht dieses beim Kochen verloren. Dennoch sind die Fliederbeeren sehr gesund. Kochen Sie aus fünf Teilen Beeren und einem Teil Zucker eine dicke Honigmasse. Löffelweise eingenommen ist dies ein hilfreiches Mittel bei Husten und Schnupfen.

Es lohnt sich, jedes Jahr nach der weißen Hollerpracht Ausschau zu halten. Erst die Blüten mit ihrem herrlichen Duft und später die schwarzen, aromatischen Beeren machen einen Holunderstrauch zu einem wertvollen Gartenbewohner. Früher galt der Baum als heilig. In ihm wohnte in Gestalt von "Frau Holle" die Holundermutter. Sie übte von hier aus ihre Erdmagie aus und bestrafte jeden, der dem Hollerbusch unberechtigt Schaden zufügte.

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