Wandfarbe - ein Verwirrspiel um "wasch-" und "scheuerbeständig"

  • In der Vergangenheit haben Sie sich beim Kauf von abwaschbaren Farben möglicherweise auf die Aussagen "waschbeständig" oder gar "scheuerbeständig" verlassen. Sie sind dabei davon ausgegangen, dass Sie eine scheuerbeständige Farbe mit einer Wurzelbürste bearbeiten können und das, so oft Sie es für notwendig halten. "Waschbeständig" könnte demnach genügen, wenn Sie nicht vorhatten, eine Wurzelbürste einzusetzen, die Wandfarbe lediglich abwaschbar sein sollte.
  • Dies führte früher oder später zu einer Enttäuschung, denn die Wandfarbe, egal ob wasch- oder scheuerbeständig, ging mit der Zeit doch ab, da die Aussagen lediglich das Ergebnis eines ganz bestimmten Tests wiedergeben. Dieser wurde mit einer genau definierten Bürste aus indischen Schweinsborsten durchgeführt. Die scheuerbeständige Farbe vertrug 5.000 Scheuerbewegungen, die abwaschbare Farbe lediglich 1.000. Danach zeigten sich sichtbare Schäden. Der Begriff "beständig" bedeutet in diesem Fall eben doch nicht "für die Ewigkeit".

Abwaschbare Wandfarbe - eine DIN-Norm verschafft Klarheit

  • Seit Anfang 2000 werden die Begriffe "waschbeständig" und "scheuerbeständig" peu à peu immer seltener verwendet. Wenn Sie deshalb danach auf den Farbdosen oder Farbeimern suchen, kommt Ihnen die entsprechende Auswahl möglicherweise recht mager vor.
  • Suchen Sie stattdessen nach der Bezeichnung "DIN EN 13 300". Diese gilt nicht nur für Kunststoffdispersionsfarben, sondern für alle wasserhaltigen Farben im Innenbereich. Die DIN-Norm wird in Klassen von 1 bis 5 eingeteilt, die die sogenannte Nassabriebbeständigkeit angibt. Je kleiner die Zahl, desto höher die Abriebständigkeit. Hierbei entspricht die Klasse 2 der früheren Scheuerbeständigkeit, die Klasse 3 der früheren Waschbeständigkeit. Wandfarben mit der Klasse 4 oder 5 halten sind noch weniger widerstandsfähig.