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Waldmeister - die Erntezeit beachten

Waldmeister kann man für die bekannte Maibowle in lichten Wäldern ernten. Allerdings sollten Sie dabei die Erntezeit und einige "Nebenbedingungen" beachten.

Ernten Sie den Waldmeister vor der Blüte.
Ernten Sie den Waldmeister vor der Blüte. © Jörg_Siebauer / Pixelio

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Waldmeister - so beachten Sie die Erntezeit

Waldmeisterbowle, auch Maibowle genannt, ist im Frühling ein beliebtes Getränk, das mit - natürlich selbst gesammeltem - Waldmeister hergestellt wird.

  • Waldmeister finden Sie in lichten Wäldern, dort, wo es ein bisschen feucht, jedoch nicht zu dunkel ist. Oder nach erfolgreicher Aussaat auch im eigenen Garten.
  • Allerdings sollten Sie für den beliebten Waldmeister die Erntezeit beachten: Diese ist nämlich vor der Blüte!
  • Blühende Waldmeisterstängel entwickeln leider einen unangenehm bitteren Geschmack.
  • Auch wenn der Waldmeister im Volksmund "Maikraut" genannt wird, blüht er oft schon (je nach Witterungslage und Gegend) Mitte oder Ende April. Der "richtige" Erntezeitpunkt kann also durchaus schon im April liegen und Sie müssen dann eigentlich eine "Aprilbowle" herstellen.
  • Dementsprechend schadet es nicht, bei einem Waldspaziergang schon mal im April nach Waldmeister Ausschau zu halten.
  • Aber auch wenn schon einige der Stängel blühen sollten: Oft findet man auch noch Anfang Mai dazwischen kleinere, die noch nicht blühen. Diese sollten Sie dann für Ihre Bowle wählen. 
  • Bündeln Sie den Waldmeister dann und lassen Sie ihn einen Tag trocknen, bevor er für ca. eine halbe Stunde in der Bowle landet.
  • Auch in Gemüsegeschäften oder auf Wochenmärkten kann man Waldmeister gebündelt kaufen. Achten Sie auch hier darauf, keine blühende Ware zu erwischen.
  • Falls Sie die Erntezeit verpasst haben: Letztendlich gibt es Waldmeister auch getrocknet, beispielsweise in Bioläden oder im Gewürz- bzw. Kräuterhandel. Auch dieser kann für Bowle verwendet werden; ca. ein Esslöffel getrocknete Blätter genügen für den Ansatz. 

Bitter durch Blüten? - Das ist der Grund

Wahrscheinlich werden Sie sich gewundert haben, warum man gerade beim Waldmeister mit der Erntezeit so kritisch sein muss - das Kraut wird nämlich bitter, je länger es wächst (und blüht). Natürlich sind daran nicht die Blüten schuld, sondern die lange Wachstumsphase bis zur Blüte:

  • Der typische Geruch des Waldmeisters rührt von seinem Inhaltsstoff "Cumarin" her.
  • Dieser bildet sich, wenn Zellen der Pflanze verletzt werden (reiben, trocknen) aus einer bereits vorhandenen Glycosidverbindung. 
  • Einerseits ist natürlich die Entstehung von Cumarin erwünscht, andererseits soll es natürlich auch nicht zu viel sein, denn diesen Geschmack empfindet man dann als "bitter".
  • Also gilt es, den Waldmeister nicht zu spät zu ernten und natürlich auch nicht zu lange im Bowlenansatz zu belassen: Schließlich zieht der im Wein enthaltene Alkohol den Aromastoff heraus.
  • Und letztendlich enthält natürlich der Waldmeister weitere Bitterstoffe (zur Abwehr von Fressschädlingen), die sich im Laufe seines Wachstums immer mehr bilden.
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