Während dem Ramadan gesund essen

Mit Obst und Gemüse sind Sie immer auf der sicheren Seite Mit Obst und Gemüse sind Sie immer auf der sicheren Seite
Der Ramadan ist der islamische Fastenmonat. Das Fasten ist in vielen Religionen eine selbstverständliche Tradition und auch losgelöst von seiner Herkunft eine medizinisch anerkannte Technik des gesunden Lebens. Dennoch sollte man beim Fasten einige ernährungsphysiologische Faustregeln, insbesondere eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit, Vitaminen und Mineralstoffen, beachten, um diese Zeit so zu gestalten, dass nicht alleine der Geist, sondern auch der Körper gestärkt aus dem Fasten hervorgeht.
Simon Kolzuniak
22.07.2010 Simon Kolzuniak
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • etwas Geduld und Mut, Neues auszuprobieren
  • viel frisches Obst und Gemüse
  • mindestens 1,5l Flüssigkeit pro Tag
  • einen kühlen und trockenen Ort für die Lagerung von Lebensmitteln
  • den oder die Lebensmittelhändler Ihres Vertrauens (z.B. Fachhandel oder Markt)
  • bei Unsicherheit in Gesundheitsfragen: Beratung durch Ihren Arzt oder Apotheker

Darf ich fasten? Im Zweifelsfall den Arzt fragen

Die meisten gläubigen Menschen jedweder Religion oder Konfession sind davon überzeugt, dass sie fasten, um in ihrem Glauben zu wachsen und nicht, um sich zu kasteien. Fasten ist dabei zugleich eine Pflicht und ein Geschenk. Wichtig ist aus dieser Perspektive immer die Frage des richtigen Maßes, weshalb zum Beispiel Kranke nicht immer fasten sollten. Wer hier unsicher ist, sollte unbedingt vor Beginn des Ramadan ärztlichen Rat konsultieren. Auch für Gesunde ist indes eine persönliche Ernährungsberatung, wie sie beispielsweise die Krankenkassen anbieten, sinnvoll, da jeder Organismus anders ist und so unterschiedliche Do´s und Dont´s beim Essen und Trinken bestehen.

Der Ramadan – Ein ganz besonderes Fasten

Der Ramadan ist – im Unterschied zu anderen Traditionen des Fastens – eine Besonderheit, da hier von zwanzig Minuten vor Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang nicht gegessen und getrunken werden darf, während nachts lediglich die – ernährungsphysiologisch übrigens auch für Nicht-Muslime ratsamen - Grundregeln des Verzichts auf Schweinefleisch und  Alkohol gelten.

Sparsam mit Nikotin, Koffein, Zucker und Fett umgehen während des Ramadan

Der Legende nach entstand der Kaffee als Fastengetränk – dennoch sollten Sie während des Fastens Ihren Konsum von Genussmitteln wie Nikotin, Koffein und auch Zucker einschränken oder ganz darauf verzichten, um eine gesunde Basis für die Abwehrkräfte, den Wasserhaushalt und die Verdauung ihres Körpers zu schaffen.

Vollkorn, Vitamine und Flüssigkeit drei wichtige Zutaten während des Fastens

  • Ein veränderter Ernährungs- und damit Verdauungsrhythmus ist für den Körper zunächst eine echte Herausforderung, weshalb es sich empfiehlt, an drei Stellschrauben zu arbeiten: Wählen Sie das richtige Getreide, essen Sie viel Obst und Gemüse und achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit.
  • Bei dem Getreide ist eine Umstellung auf vollkörniges Mehl (ein echter „Fettkiller“ und eine Kraftquelle mit vielen Vitaminen sowie Calcium + Magnesium) sehr ratsam. Dies kann für eingefleischte Freunde des hellen, aber wenig gehaltvollen, Weizenmehls sehr anstrengend sein. Hilfreich ist es dann, wenn Sie zunächst einen Teil Ihres Mehlverbrauchs (z.B. Kuchen oder Brötchen) auf Vollkorn umstellen.  
  • Generell – besonders aber, wenn Sie nicht auf Weizenmehl verzichten wollen – ist es wichtig, viel Obst und Gemüse zu genießen. Dieses sollte möglichst roh sein, da es dann mit seinem hohen Vitamingehalt bei warmem Klima gut gegen Kreislaufprobleme hilft. Rohes Gemüse muss übrigens keineswegs langweilig sein – denken Sie einmal an die Vielfalt, die Sie mit frischen Salaten (allerdings bitte mit kaltgepresstem Öl und ohne Mayonnaise) erreichen können. 
  • Wichtiger als die Zubereitung ist aber, dass Sie saisonal einkaufen und frisch verbrauchen bzw. kühl lagern. Am besten sind hier Erzeugnisse vom Markt oder dem Gemüsehändler Ihres Vertrauens – oder auch Tiefgekühltes aus dem Supermarkt.
  • Vermeiden sollten Sie nach Möglichkeit Konserven, da diese sehr wenige Vitamine enthalten. 
  • Obst und Gemüse sind vor allem aber auch wichtig, um den im Sommer erhöhten Flüssigkeitsmangel zu verhindern, der durch starkes Schwitzen oder auch saisonale Verdauungsbeschwerden (z.B. Durchfall) schnell auftreten kann. Da wir Menschen zu über 70 % aus Wasser bestehen, brauchen wir täglich im Regelfall rund 3 Liter Wasser. Idealerweise nehmen wir davon die Hälfte in flüssiger Form und die andere Hälfte in fester Form wie z.B. in Obst, Gemüse oder Fleisch zu uns.
  • Um lange Fastentage gesund zu überstehen, sollten Sie viele Getränke, die durststillend sind und länger vorhalten, trinken – wie z.B. stilles Wasser, isotonische Getränke oder Frucht- und Kräutertee´s. Limonaden hingegen haben einen hohen Zuckergehalt und werden Ihnen das Fasten in zu großen Mengen erschweren.

Nahrungsergänzungsmittel während des Ramadan?

Gesunde Ernährung sollte sich als Querschnitt auf alle Mahlzeiten verteilen. Immer ist dies natürlich nicht möglich – viele Menschen favorisieren daher Nahrungsergänzungsmittel wie z.B. Enzyme, Vitaminpräparate oder Bierhefe. Dies mag manchmal sinnvoll sein – ob Sie selbst es wirklich benötigen finden Sie am besten heraus, wenn Sie Ihren individuellen Speiseplan auf den Prüfstand stellen und sich dann (z.B. bei Ihrem Apotheker) informieren, welche Mängel sich mit Nahrungsergänzungsmitteln wirksam beheben lassen. Das wichtigste ist, dass Sie stets auf die individuellen Bedürfnisse Ihres Körpers achten.

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