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Vorsteuer - Definition

Das Umsatzsteuergesetz (§ 18 UStG) regelt die Pflicht zur Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt. Diese beinhaltet laut Definition, dass Unternehmen die sogenannte Vorsteuer von der Umsatzsteuerschuld abziehen können. Jedoch müssen einige Bedingungen erfüllt sein.

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Das Steuerrecht ist nicht einfach.
Das Steuerrecht ist nicht einfach. © Gerd_Altmann / Pixelio

Was ist die Vorsteuer?

  • Laut Definition wird als Vorsteuer die Umsatzsteuer bezeichnet, die dem Unternehmer in Rechnung gestellt wird. Im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung kann er diesen Betrag vom Finanzamt zurückbekommen.
  • Unternehmer A stellt Unternehmer B eine Leistung oder gelieferte Waren in Rechnung, auf der Rechnung stehen 500 € für die Leistung. Gesondert wird die Umsatzsteuer aufgeführt (19 %), also 95 Euro, es ergibt sich ein Gesamtbetrag von 595 Euro. 
  • Die 95 Euro in der Beispielrechnung bedeuten für Unternehmer A Umsatzsteuer, für Unternehmer B jedoch ist es die Vorsteuer. 
  • Die Vorsteuer ist also in Ihrer Buchhaltung eine Forderung (Guthaben) beim Finanzamt. Jedoch müssen Sie selbst Umsatzsteuer für eingenommenen Umsatz beim Finanzamt bezahlen, es ergibt sich eine Verbindlichkeit oder Schuld.
  • Voraussetzung für den Vorsteuerabzug sind korrekt ausgestellte Rechnungen, die alle Pflichtangaben enthalten und innerhalb von sechs Monaten nach Leistungserbringung ausgestellt worden sein müssen, zudem muss die Umsatzsteuer gesondert auf der Rechnung ausgewiesen sein.

Definition und Beispiel für den Vorsteuerabzug

  • Unternehmen, die umsatzsteuerpflichtig sein, müssen auf ihren Rechnungen Mehrwertsteuer ausweisen. Sie müssen außerdem einmal monatlich oder einmal im Quartal eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben.
  • In dieser Umsatzsteuervoranmeldung berechnen Sie, wie viel Umsatzsteuer Sie dem Finanzamt schulden. Die Umsatzsteuer ergibt sich aus dem Netto-Umsatz. Im Rahmen des Vorsteuerabzugs können Sie nun von Ihrer Umsatzsteuer die Vorsteuer abziehen. 
  • Sie schulden dem Finanzamt eine Umsatzsteuer von 400 Euro, können jedoch 95 Euro Vorsteuer abziehen, es ergibt sich ein Betrag von 305 Euro. 
  • Wenn Sie mehr umsatzsteuerliche Einnahmen im Quartal aufweisen als umsatzsteuerpflichtige Ausgaben, ist der Betrag (Zahllast) positiv. Sie müssen den Betrag als Umsatzsteuer abführen. Sind die Ausgaben höher als die Einnahmen, bekommen Sie den Überhang als Vorsteuer zurückerstattet. 

Die Definition der Vorsteuer ist relativ einfach, die praktische Anwendung jedoch meist sehr komplex.

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