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Vorfälligkeitszinsen - eine Begriffserklärung

Bei laufzeitgebundenen Krediten entsteht im Falle einer vorzeitigen Beendigung unter Umständen dem Darlehensgeber ein Anspruch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung, die der Darlehensnehmer zahlen muss. Bei der Berechnung der Entschädigung ist die Höhe der Vorfälligkeitszinsen von Bedeutung.

Zinssatz der Bundesbank ist Grundlage für Vorfälligkeitszinsen.
Zinssatz der Bundesbank ist Grundlage für Vorfälligkeitszinsen.

Generell haben Banken einen Anspruch auf Ersatz eines entgangenen Zinsgewinns, soweit er durch die vorzeitige Ablösung eines Kredites entsteht. Ist die Wiederanlagerendite höher als der Zinsbetrag des aufgelösten Kreditbetrages, kann die Bank selbstverständlich keine Entschädigung geltend machen.

Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Kredittilgung

Ein Kreditvertrag ist ein Rechtsgeschäft, an das die jeweiligen Vertragspartner gebunden sind. Vorzeitig kann ein Vertrag dann beendet werden, wenn das Einverständnis beider Seiten vorliegt. Gleichfalls können Gründe auftreten, die die Vertragsbeendigung einer Seite rechtfertigen.

  • Bei Kreditverträgen ist es nicht unüblich, dem Kreditnehmer Sondertilgungen zu gestatten. Da das nicht alle Kreditgeber von sich aus anbieten, sollten Kreditnehmer diesen Punkt gezielt in die Vertragsgestaltung einbeziehen.
  • Einige Kreditgeber beschränken Sonderzahlungen in ihrer Höhe pro Jahr, andere erlauben Kreditnehmern jederzeit die vorfristige Rückzahlung. Ist das der Fall, werden zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Entschädigungen fällig.
  • Im Bereich der Immobiliendarlehen können eigentlich immer Sondertilgungen in bestimmter Höhe vereinbart werden. Die vorfristige Rückzahlung eines größeren Teils des Kredits oder die vollständige Tilgung innerhalb einer Zinsbindungsfrist führt unter bestimmten Voraussetzungen dazu, dass der Kreditgeber Vorfälligkeitszinsen einfordert. 

Berechnungsgrundlage für Vorfälligkeitszinsen - real gehandelte Renditen

Für einen Kreditgeber ergibt sich die Notwendigkeit zur Berechnung von Entschädigungen aus der Zinshöhe bei Vertragsabschluss und bei Kündigung.

  • Kann die Bank bei Vertragskündigung einen höheren Zinssatz als bei Vertragsabschluss für das Erzielen einer positiven Wiederanlagerendite nutzen, dann entsteht der Bank kein Schaden. So profitieren beide Partner bei der Rückzahlung.
  • Anders sieht das aus, wenn die Bank eine verminderte Wiederanlagerendite geltend macht, die einen Verlust bedeuten. Vorfälligkeitszinsen ermitteln Banken in einem gesetzlich zulässigen Rahmen selbst. Da es oft zu Streitigkeiten bei der Berechnung kam, musste der Bundesgerichtshof entscheiden.

Aufgrund dieses Urteils sind Banken verpflichtet, bei der Berechnung von Vorfälligkeitszinsen anstelle des Pfandbriefindex ausschließlich die Wiederanlagerendite der Kapitalmarktstatistik der Bundesbank zu verwenden. Denn nur hier handelt es sich um real gehandelte Renditen.

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