Ein Autounfall ist wie eine Schlagzeile im Gehirn. Deshalb ist es so wichtig, dass der, der einen Autounfall hatte, erzählt. So hören Sie hilfreich zu.
- 13.04.2011 Dr. Kathrin Kiss-Elder
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
Hilfreich zuhören beim Erzählen eines Autounfalls
- Zuerst einmal: Auch wenn Sie empathisch zuhören, dürfen Sie sich schützen. Stoppen Sie, wenn der Erzähler etwas erzählt, das Sie vielleicht nicht nur im Moment schockt, sondern von dem Sie davon ausgehen können, dass Sie auch später böse Träume haben werden.
- Stoppen Sie so: „Stopp. Bitte erzähle nicht weiter. Ich kann das nicht anhören, es beunruhigt / schockiert / beängstigt mich zu sehr.“
- Wenn Sie wissen, dass Sie Grenzen setzen dürfen und können, können Sie auch eher empathisch zuhören. Erst dann.
- Am besten wählen Sie eine Situation, in der Sie nicht zu sehr abgelenkt sind: Abends auf Ihrem Sofa, bei einem ruhigen Spaziergang ohne seine oder Ihre Kinder. In einem ruhigen Café.
- Wenn Sie müde sind, putschen Sie sich ein bisschen mit Kaffee auf. Sie sollten jetzt wirklich wach bleiben.
- Viele, die etwas sehr Beunruhigendes wie einen Autounfall erzählen, erleben diese Beunruhigung, wenn sie erzählen, wieder. Neurologisch ist das fast so, als würde es noch mal passieren.
- Deshalb hilft vielen, die von einem Autounfall erzählen, Körperkontakt. Wenn Sie neben dem Erzähler sitzen, den Arm um ihn gelegt haben etc.
- Hören Sie zu, wenn er erzählt. Fragen Sie bei manchen Sachen nach. Sie müssen weder große Weisheiten zum Besten geben noch Rat geben. Das Zuhören ist Ihre eigentliche Leistung.
- Wenn der Erzähler sich wiederholt, sagen Sie nichts. Oft braucht man als Opfer diese Wiederholungen.
- Erzählen Sie nicht als „Gegengeschenk“ Ihre eigenen Gruselgeschichten. Diese Erzählsituation gehört dem, der den Autounfall erlebt hat. Egal, was für Monstergeschichten Sie selbst erlebt haben.