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Vitamine für Katzen

Vitamine für Katzen sind überlebenswichtig, genau wie beim Menschen. Diesen Fakt kennen Sie bestimmt schon. Aber wussten Sie auch, dass Menschen und Katzen einen gänzlich anderen Vitaminbedarf haben? Oder warum Vitamine für den Körper überhaupt so wichtig sind? Oft werden Produkte mit Worten wie "besonders vitaminreich" beworben und Sie als Katzenbesitzer kaufen diese im Glauben, Ihrem Tier etwas Gutes zu tun. Doch Vorsicht: Auch ein "Zuviel" kann schädlich sein, sodass Sie sich einmal die Frage stellen sollten, ob Ihre Katze überhaupt zusätzliche Vitamine benötigt.

Kommerzielles Katzenfutter deckt gewöhnlich bereits den Vitaminbedarf Ihrer Katze ab.
Kommerzielles Katzenfutter deckt gewöhnlich bereits den Vitaminbedarf Ihrer Katze ab.

Vitamine sind lebenswichtig

Vitamine sind organische Verbindungen, die für den Körper unerlässlich sind, aber nicht selbst gebildet werden können. Tiere müssen sie darum über die Nahrung aufnehmen. Vitamine erfüllen zahlreiche Funktionen im Körper, anhand derer sie in drei große Gruppen geteilt werden können.

  • Die Vitamine A und D wirken ähnlich wie Hormone und können die Transkription bestimmter Gene beeinflussen. Darüber hinaus ist Vitamin A am Sehvorgang beteiligt.
  • Die Vitamine C und E erfüllen als Antioxidantien eine Schutzfunktion der Zellen vor oxidativen Schäden.
  • Die übrigen Vitamine spielen vor allem als Coenzyme eine Rolle und sind daher für eine große Vielzahl biochemischer Reaktionen im Körper wichtig. Ohne diese wären zum Beispiel der Aminosäuren-, der Kohlenhydrat- und/oder der Fettstoffwechsel gestört.

Eingeteilt werden Vitamine darüber hinaus in fettlösliche (A, D, E, K) und wasserlösliche (die übrigen) Vitamine. Dies spielt vor allem eine Rolle, wenn es um die Frage geht, wie Vitamine vom Körper aufgenommen und ausgeschieden werden. Einige Vitamine sind streng genommen keine „echten“ Vitamine, da der Körper sie in begrenztem Umfang selbst herstellen kann. Dies gilt zum Beispiel für Vitamin D, das viele Tiere in der Haut unter UV-Einstrahlung, beziehungsweise Sonnenlicht bilden.

Mensch und Katze haben einen unterschiedlichen Vitaminbedarf

Obwohl Vitamine für alle Tiere, einschließlich dem Menschen, von entscheidender Bedeutung sind, gibt es je nach Tierart zum Teil große Unterschiede des Vitaminbedarfs:

  • Die meisten Tiere und Menschen können Vitamin A (Retinol) aus pflanzlichen Farbstoffen, den Carotinoiden, herstellen. Sicher kennen Sie den Spruch „Ein Hase benötigt keine Brille“. Dieser beruht darauf, dass Karotten reich an β-Carotin sind. (Vitamin A ist zwar am Sehvorgang beteiligt, eine Fehlsichtigkeit kann es aber nicht korrigieren. Eine Brille ersetzt es daher nicht wirklich.) Da Katzen ihrer Natur nach Fleischfresser sind, fehlt ihnen das dafür notwendige Enzym Carotinase. Retinol nehmen sie stattdessen über die Leber ihrer Beutetiere, dem wichtigsten Speicherorgan für Vitamin A, auf.
  • Im Unterschied zum Menschen können Katzen Vitamin D in ihrer Haut nicht selbst bilden. Sie müssen es darum über die Nahrung aufnehmen.
  • Vitamin C ist dagegen nur für Primaten einschließlich dem Menschen und Meerschweinchen essenzieller Nahrungsbestandteil. Die Katze kann es selbst aus Glucose herstellen.
  • Kein Vitamin, aber für Katzen ebenfalls unerlässlich, ist die Aminosäure Taurin. Diese können Katzen nicht selbst herstellen. Ein Mangel kann bei Katzen zur Verkümmerung der Sehzellen und damit zur Erblindung führen. Bei der Katzenhaltung müssen Sie daher beachten, stets taurinhaltige Nahrung zu füttern.

Eine Übersicht über die empfohlene Tagesdosis der einzelnen Vitamine für Katzen und Menschen finden Sie in der Tabelle auf Bild 1. Beachten Sie, dass sich die für die Katze angegebenen Werte allein auf die Erhaltung beziehen. Während des Wachstums oder während einer Schwangerschaft, ist der Bedarf erhöht.

Zusätzliche Vitamine für Katzen sind meist unnötig

Sie werden sich nun bestimmt fragen, wenn Vitamine für Katzen so wichtig sind, ob Sie Ihrer Katze zusätzlich Vitamine verabreichen müssen.

  • Die meisten Katzen werden mit sogenannten Alleinfuttermitteln ernährt. Sie sind so zusammengesetzt, dass sie alle Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente enthalten, die Ihre Katze benötigt. Das heißt für Sie, dass Sie ihre gesunde Katze allein damit ausgewogen ernähren können. Zusätzliche Vitamine in Form von Ergänzungsfuttermitteln benötigen Sie daher nicht. Sie sollten aber darauf achten, die Futtermenge dem Körpergewicht Ihrer Katze anzupassen oder die Futterration gar von einem Tiermediziner für Ihr Tier berechnen lassen.
  • Problematisch kann es werden, wenn Sie Ihre Katze mit selbst hergestellten Rationen - beispielsweise BARFen oder gekochte „Speisen“ - ernähren. Diese haben den Nachteil, dass ihre Nährstoff- und Vitamingehalte teils erheblich schwanken, während industriell hergestellte AM „standardisiert“ sind.
  • In diesem Fall ist es notwendig, dass Sie Ihrer Katze durch Nahrungsergänzungsmittel, die fehlenden Vitamine zuführen. Tun Sie dies jedoch nie ohne vorher die Dosierung mit Ihrem Veterinär abzusprechen oder genau zu klären, ob tatsächlich dafür Bedarf besteht.

Hyper- und Hypovitaminosen

Auch wenn Sie vielleicht glauben, dass es gesund ist, Ihrer Katze möglichst viele Vitamine zu verabreichen, müssen Sie bedenken, dass die Weisheit „viel hilft viel“, nicht immer gilt.

  • Wasserlösliche Vitamine scheidet der Organismus recht problemlos über die Nieren aus. Eine Überversorgung mit diesen Vitaminen ist daher kaum möglich. Schwierig wird es nur dann, wenn dem Körper akut große Mengen zugeführt werden.
  • Für fettlösliche Vitamine ist dies nicht so einfach. Insbesondere eine Überversorgung mit den beiden hormonähnlichen Vitaminen A und D kann bei einer zu hohen Dosierung zu gefährlichen Vitaminvergiftungen führen.
  • Eine Vergiftung durch Vitamin A erkennen Sie unter anderem durch Haarausfall, Hautentzündungen und eine gestörte Fruchtbarkeit. Außerdem wirkt Retinol fruchtschädigend (teratogen).
  • Vergiftungen durch Vitamin D betreffen vor allem den Calcium- und Phosphathaushalt und kennzeichnen sich durch Verkalkung von Geweben und Bildung von Nierensteinen.
  • Neben Überversorgungen (Hypervitaminosen) können auch Unterversorgungen (Hypovitaminosen) Ursache einer Erkrankung sein. Ein Thiamin-Mangel (Vitamin B1) äußert sich zum Beispiel im Krankheitsbild der Beriberi. Niacinmangel führt zu Pellagra, eine Unterversorgung mit Vitamin D verursacht die Rachitis und Skorbut ist die Folge eines Mangels an Vitamin C.
Der Vitaminbedarf von Katze und Mensch unterscheidet sich stark.
Der Vitaminbedarf von Katze und Mensch unterscheidet sich stark. © Fabian Löffler

Sie wissen nun also, dass Vitamine eine beträchtliche Rolle im Körper Ihrer Katze spielen. Eine gesunde Katze benötigt in der Regel keine zusätzlichen Vitamine, da die gängigen Alleinfuttermittel alle Inhaltsstoffe und Vitamine enthalten. Mit der Gabe von Ergänzungsmitteln sollten Sie stets vorsichtig umgehen, da es sonst leicht zu Über- oder Unterversorgungen mit Vitaminen kommen kann.

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