Das Vesper - vor allem im schwäbischen Raum bekannt

In und um Schwaben sagt man zu einer kleinen Zwischenmahlzeit, die anderswo "Brotzeit" oder "Jause" heißt, "Vesper". Das zugehörigen Verb nennt sich "vespern", manche sagen aber auch "Vesper machen". Das Wort ist dabei vom Genus her neutral, es heißt also "das Vesper". Der Begriff hat also mit dem Thema Essen zu tun, aber warum ist das so und woher kommt er?

Bedeutung des Wortes "Vesper"

  • Ursprünglich stammt das Wort "Vesper" aus dem Lateinischen, wo es so viel wie "Abend" bedeutet.
  • Daraus entwickelte sich die Vesper, eine in der Kirche bekannte Abendmesse.
  • Wie es zur Übertragung auf die Zwischenmahlzeit gekommen ist, ist allerdings nicht ganz klar. Bekannt ist, dass es die Bezeichnung Vesperbrot für Abendbrot gibt.
  • Es ist also möglich, dass sich aus der Bedeutung der Abendmesse, die ja auch eine Unterbrechung der Arbeit bedeutete, die des Abendbrotes entwickelte.
  • Bei der Abendbrot-Bedeutung blieb es aber nicht, sondern der Begriff wurde verallgemeinert und stand schließlich für Zwischenmahlzeiten, die genau so gut auch tagsüber oder morgens stattfinden können.
  • Wie das Wort ausgesprochen wird, variiert übrigens von Region zu Region. Mal wird das V am Anfang scharf ausgesprochen, mal weich, sodass das Wort eher wie "Wesper" klingt.

Ein Vesper muss trotz dieser Definition übrigens nicht immer etwas mit fester Nahrung oder der Kirche zu tun haben. In "Casino Royale", dem Buch und dem Film um den Agenten 007, gibt es einen Cocktail, der auf diesen außergewöhnlichen Namen hört. Eine Geliebte von James Bond heißt passenderweise ebenfalls Vesper.