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Verzinkte Dachrinne löten - so geht's

Die Dachrinne tropft, das ist ärgerlich und mitunter auch recht unangenehm, wenn das Wasser aus der Rinne über der Haustür Ihnen direkt auf den Kopf tropft. Wenn es sich um eine verzinkte Rinne handelt, können die Schwachstellen durch Löten beseitigt werden.

Schon eine Herausforderung, eine solche Dachrinne zu löten!
Schon eine Herausforderung, eine solche Dachrinne zu löten!

Was Sie benötigen:

  • Lötwasser
  • Lötzinn mit 60 % Blei und 40 % Zinn
  • Lötkolben mit Gasflasche
  • Salmiakstein
  • Gasanzünder
  • empfohlene Schutzkleidung

Dann löte ich die Rinne einfach selbst neu zusammen, sagt sich mancher beherzte Heimwerker, was jedoch bei einer älteren Rinne durchaus Schwierigkeiten machen kann.

Dachrinne auf das Löten vorbereiten

  1. Eine verzinkte Dachrinne darf nicht einfach neu gelötet werden, sondern besonders recht alte Rinnen müssen vor Beginn dieser Reparatur gründlich vorbereitet werden.
  2. Erst einmal wird die Lötstelle gründlich mit einer Drahtbürste gereinigt.
  3. Als Nächstes müssten Sie sich Lötwasser besorgen, um die zu lötende Naht zu reinigen. Sie müssten bei alten Rinnen darauf achten, altes oxidiertes Lot mithilfe des Lötwassers zu entfernen.
  4. Das Lötwasser ist eine verdünnte Salzsäure, mit der die Lötstelle vor dem Löten eingestrichen und gereinigt wird, auch hierbei können Sie dies mit einem Pinsel ein wenig mechanisch unterstützen.

Die verzinkte Dachrinne löten

  1. Nun besorgen Sie sich einen Lötkolben mit Gasanschluss und ein für Zinkrinnen geeignetes Lötzinn im Baumarkt (Lötkolben und Gas können Sie meist ausleihen), wenn die Naht ausreichend mit Lötwasser gereinigt wurde, kann neu gelötet werden.
  2. Legen Sie sich Ihren Salmiakstein zurecht, er reinigt den Lötkolben und erlaubt es Ihnen, Ihre Arbeitstemperatur abzuschätzen, die zu erreichende Schmelztemperatur liegt bei 235 Grad. Falls Sie die Dachrinne abnehmen können und in einem Raumen löten, kann der Salmiakstein nur bei sehr guter Belüftung eingesetzt werden, da sich bei einer zu hohen Temperatur des Lötkolbens stechend riechendes Gas entwickelt, das nicht eingeatmet werden darf.
  3. Sie schließen nun den Lötkolben an die Gasflasche an, den in den Sicherheitsanweisungen vorgegebenen Mindestabstand zwischen Flamme und Flasche sollten Sie unbedingt einhalten, zu diesem Zweck ist die Gasflasche mit einem langen Schlauch ausgestattet.
  4. Der Lötkolben wird mit einem Gasanzünder gestartet, wenn Sie den Salmiakstein mit dem Lötkolben berühren, sollte es ein wenig “brizzeln”, dann haben Sie eine passende Temperatur erreicht. Wenn nichts passiert, ist die Temperatur zu niedrig, wenn es beginnt, zu “stinken”, ist der Lötkolben zu heiß, Sie könnten das Blech durchbrennen.
  5. Sie bestreichen nun die gereinigte Stelle mit frischem Lötwasser und halten Ihr Lötzinn über Ihre Lötstelle. Das Lötzinn wird nun mit dem korrekt temperierten Lötkolben erwärmt, bis Sie die gesamte Lötnaht mit Lötzinn versehen haben, das Sie mit der Spitze des Lötkolbens an der Naht entlang verstreichen.

Alternativen zum Löten

  1. Wenn Sie noch keine Erfahrung mit Lötarbeiten haben und auch keinen Drang verspüren, diese zu machen, gibt es mehrere Alternativen zum Löten.
  2. Sie könnten die Naht mit erhitztem Teer abdichten oder mit einer der vielen Dichtmassen, die im Baumarkt angeboten werden.
  3. Dort gibt es auch spezielle Teile zu kaufen, die wie ein Rinnenverbinder einfach um die Dachrinne geklemmt und vielleicht noch verklebt werden.
  4. Verkleben ist das nächste Stichwort, wobei die Abgrenzung zu den verfügbaren Dichtmassen nicht ganz klar zu beschreiben ist. So wird z. B. eine Verklebung mit einer Heißklebepistole empfohlen, allerdings halten viele Heißklebemassen auf Zink nicht sehr gut, Sie müssten sich in diesem Fall gründlich über das Material informieren.
  5. Welche dieser Ideen Ihnen helfen könnte, hängt entscheidend von dem Zustand Ihrer Rinne und von Art und Größe des Lecks ab. Wenn Sie zum Einkauf im Baumarkt ein Foto mitnehmen, kann man Sie am besten beraten.


Wenn Ihre verzinkte Rinne schon sehr alt ist und sich sehr viel altes oxidiertes Zink angesammelt hat, kann die Entfernung des überschüssigen Materials schwierig werden. Sie müssten dann unter Umständen zusätzlich mit Entlötlitze arbeiten, was nicht ganz einfach ist. Auch das Löten kann dann schwierig werden, weil die alte Dachrinne im Bereich der Naht vielleicht ohnehin nur noch aus einer sehr dünnen Zinkschicht besteht. Das nächste Leck wird also vermutlich nicht lange auf sich warten lassen, manchmal ist dann eine neue Rinne auf Dauer die preiswertere Lösung.



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